Flughafen Wien - Ohne Verlängerung der Kurzarbeit droht Kündigungswelle

Reuters

Wien (Reuters) - Der Flughafen Wien appelliert an die österreichische Regierung, das staatlich geförderte Modell der Kurzarbeit für die Tourismusbranche zu verlängern.

"Da die Krise noch länger dauern wird, ist es unbedingt notwendig, die Kurzarbeit für die besonders betroffenen Branchen mit hohen Umsatzverlusten bis Ende 2022 auszuweiten", sagte Flughafen-Wien-Vorstand Günther Ofner am Donnerstag. Nur damit könne eine Kündigungswelle in der Luftfahrt- und Tourismusbranche verhindert werden. Zuletzt wurde die Kurzarbeit von der Regierung um drei Monate bis Ende Juni verlängert. Danach soll es einen schrittweisen Ausstieg geben.

Nach einem Rekord von fast 32 Millionen Passagieren im Jahr 2019 zählte der Flughafen Wien im vergangenen Jahr aufgrund der Cornona-Pandemie nur 7,8 Millionen Reisende - so wenige wie zuletzt 1994. In den kommenden Jahren werde ein schrittweiser Anstieg der Nachfrage erwartet. Über das ganze laufende Jahr hofft das Unternehmen, bei den Passagierzahlen 40 Prozent des Vorkrisenniveaus von 2019 zu erreichen. Für Wien wären das 12,5 Millionen Passagiere, für die Gruppe inklusive der Flughäfen Malta und Kosice 15,9 Millionen. 2022 will man auf rund 70 Prozent der Vor-Coronazeit kommen, 2023 auf rund 80 Prozent. Auf Mitarbeiter herunter gerechnet bedeutet das, dass der Flughafen 2023 etwa 4700 bis 4800 Mitarbeiter benötige, sagte Ofner. Derzeit beschäftigt Österreichs größter Flughafen rund 5200 Menschen - alle sind auf Kurzarbeit. "Es wäre schade, wenn qualifiziertes Personal arbeitslos wird, das dann wieder gebraucht wird."

Der Passagierrückgang ließ den Umsatz im vergangenen Jahr um 61,1 Prozent auf 333,7 Millionen Euro einbrechen. Unter dem Strich häufte sich mit 75,7 Millionen Euro der erste Verlust in der Unternehmensgeschichte an. 2019 hatte der Flughafen einen Konzerngewinn von 175,7 Millionen Euro erzielt. Eine Dividende will das Unternehmen frühestens 2022 wieder zahlen. Bereits für 2019 wurde auf eine Ausschüttung verzichtet. Zudem legte der Flughafen ein Sparprogramm von über 220 Millionen Euro auf. Im laufenden Jahr peilt das Unternehmen ein leicht positives Jahresergebnis von vier Millionen Euro an.

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