Generali-Deal füllt Kassen von Hannover Rück

Reuters

Frankfurt (Reuters) - Höhere Prämieneinnahmen und ein positiver Sondereffekt durch die Beteiligung am Versicherungs-Abwickler Viridium haben den Gewinn der Hannover Rück getrieben.

Das Nettoergebnis des weltweit viertgrößten Rückversicherers stieg im ersten Halbjahr um 19 Prozent auf 662,5 Millionen Euro, wie der MDax-Konzern am Donnerstag mitteilte. Dabei verbuchte die Hannover Rück 100 Millionen Euro Extra-Gewinn aus der Übernahme von vier Millionen klassischen Lebensversicherungs-Verträgen der deutschen Generali Leben durch den Abwickler Viridium, an dem der Rückversicherer mit 20 Prozent beteiligt ist. Viridium hatte die rund vier Millionen Policen im April übernommen, um diese bis zum Ende der Laufzeit abzuwickeln.

Finanzchef Roland Vogel stellte den Anlegern eine erneute Sonderdividende sowie eine Erhöhung der Prognose nach dem dritten Quartal in Aussicht, sofern die im September beginnende Hurrikan-Saison das Ergebnis nicht durcheinanderwirbelt. Bislang erwartet die Hannover Rück für 2019 einen Gewinn von 1,1 Milliarden Euro, inklusive des Viridium-Effekts sind es 1,2 Milliarden. Stand heute könnten die Anleger wieder mit einer Ausschüttung von 5,25 Euro je Aktie rechnen, sagte Vogel in einer Telefonkonferenz mit Journalisten.

"Es gibt weltweit eine spürbar höhere Nachfrage nach Rückversicherungsschutz", sagte der Finanzchef. "Wo immer das für uns profitabel war, haben wir zusätzliches Geschäft gezeichnet." Zudem konnte die Hannover Rück in den Vertragserneuerungen zum 1. Juni und 1. Juli in der Schaden-Rückversicherung Preissteigerungen durchsetzen. Im ersten Halbjahr legten die Bruttoprämien um 17,1 Prozent auf 11,7 Milliarden Euro zu, währungsbereinigt war das ein Plus von 14,5 Prozent.

Die Belastungen durch Großschäden stiegen auf 140,5 (Vorjahr: 93,3) Millionen Euro, lagen damit immer noch deutlich unter dem dafür reservierten Budget. Größter Einzelschaden war mit 45,7 Millionen Euro eine Explosion in einer Raffinerie in Philadelphia im Juni, gefolgt von Überschwemmungen im australischen Queensland Ende Januar mit 25,9 Millionen. Weil zudem der Taifun Jebi, der im September 2018 Japan traf, höhere Schäden verursachte als zunächst angenommen, verschlechterte sich die Schaden-Kosten-Quote im ersten Halbjahr auf 96,7 (95,7) Prozent.

Belastungen durch die Turbulenzen an den Finanzmärkten fürchtet die Hannover Rück nicht. Mit stillen Reserven von zwei Milliarden Euro habe der Konzern einen signifikanten Puffer, sagte Vogel. Die Talfahrt an den Aktienmärkten treffe den Rückversicherer nicht, da er zurzeit keine börsennotierten Aktien besitze. Eher könne der Rückversicherer bei weiteren Kurskorrekturen die Gelegenheit zum Einstieg nutzen. Im ersten Halbjahr lag die Kapitalanlagerendite - bereinigt um den Viridium-Effekt - bei drei Prozent und damit über den für das Gesamtjahr angestrebten 2,8 Prozent.

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