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Großbank HSBC schlägt trotz Milliardengewinn vorsichtige Töne an

Reuters

Die britische Großbank HSBC hat 2018 einen zweistelligen Milliarden-Gewinn vor Steuern eingefahren und trotzdem die Erwartungen des Kapitalmarktes nicht erfüllen können.

Wie das Institut am Dienstag in London mitteilte, legte das Ergebnis binnen Jahresfrist von 17,2 auf 19,9 Milliarden Dollar (17,6 Mrd. Euro) zu. Von der früheren Thomson-Reuters-Datensparte Refinitiv befragte Analysten hatten allerdings im Schnitt einen Vorsteuergewinn von 22 Milliarden Dollar prognostiziert.

Die an der Londoner LSE und an der Börse Hongkong notierte Aktie des größten europäischen Geldhauses sackte im frühen Handel um fast drei Prozent ab - auch weil der seit gut einem Jahr amtierende Vorstandschef John Flint wegen des nahenden Brexits und der Konjunkturabkühlung in China deutlich vorsichtigere Töne anschlug als zuletzt.

CHINA SCHWÄCHELT

Vor allem das Geschäft im Reich der Mitte bereitet Flint einiges Kopfzerbrechen. Wegen des Handelsstreits mit den USA und hausgemachter Probleme steht die zweitgrößte Wirtschaftsmacht der Welt unter Druck. Das chinesische Wirtschaftswachstum lag im vergangenen Jahr bei 6,6 Prozent und war damit so niedrig wie seit fast drei Jahrzehnten nicht mehr. Flint kündigte nun an, dass HSBC möglicherweise geplante Investitionen zurückfahren werde. Im Juni hatte er noch erklärt, in den kommenden drei Jahren 15 bis 17 Milliarden Dollar in neue Technologie und den chinesischen Markt investieren zu wollen. HSBC macht mehr als drei Viertel seiner Profite in China.

Flint war im Februar vergangenen Jahres als Nachfolger von Stuart Gulliver an die Spitze von HSBC gerückt. Strategisch hält er die Bank seitdem auf einem ähnlichen Kurs mit einem starken Fokus auf China. Im Gegensatz zu Gulliver will er allerdings das Geschäft in den USA wieder stärker beleben und legt zugleich weniger Gewicht auf das klassische Investmentbanking.

BREXIT-ANGST

Gegenwind spürt die Bank wie andere britische Häuser auch wegen des bevorstehenden Ausstiegs Großbritanniens aus der EU und der andauernden Unsicherheit, wie der für Ende März geplante Brexit konkret ablaufen wird. Flint warnte wie andere Top-Banker auch davor, dass die Unklarheit über den Brexit die Konjunktur massiv belasten und die Gewinne von Unternehmen und Banken aufzehren dürfte. "Je länger wir diese Unsicherheit haben, desto schwieriger ist es für unsere Kunden. Diese verschieben gerade definitiv Investitionsentscheidungen [...] und das macht ganz klar einen Teil der Konjunkturabkühlung aus, die wir in Großbritannien zuletzt gesehen haben."

Ende vergangener Woche hatte auch die Royal Bank of Scotland wegen der ungeklärten Brexit-Umstände vor erheblichen Gefahren für das Geschäft gewarnt. Den übrigen britischen Großbanken dürfte es nicht anders gehen: Im Laufe der Woche wollen noch Lloyds und Barclays ihre Jahres-Bilanzen 2018 veröffentlichen. Bei einem Stresstest der Bank von England hatte sich im vergangenen Jahr gezeigt, dass alle großen Banken des Landes im Falle eines ungeordneten Brexit mit einem darauffolgenden schweren Konjunktureinbruch zurechtkämen, weil ihre Kapitalpuffer ein solches Szenario aushalten würden.

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