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Halle-Attentäter gesteht antisemitisches und rechtsextremes Motiv

Reuters

Karlsruhe/Berlin (Reuters) - Der mutmaßliche Attentäter von Halle hat den Ermittlern zufolge ein Geständnis abgelegt.

Halle-Attentäter gesteht antisemitisches und rechtsextremes Motiv

Der 27-Jährige habe nicht nur die Tat eingeräumt, sondern auch ein antisemitisches und rechtsextremistisches Motiv bestätigt, teilte die Bundesanwaltschaft am Freitag mit. Stephan B. war am Donnerstagabend dem Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof vorgeführt worden, der einen Haftbefehl erließ. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm zweifachen Mord sowie Mordversuch in neun Fällen vor - bei dem Anschlag auf die Synagoge in Halle sowie einen Dönerimbiss in der Nähe.

Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte, jüdische Einrichtungen müssten nachhaltig geschützt werden. Denn die Gefahr von rechts sei sehr hoch. Im Innenministerium gebe es dazu Beratungen, so dass es nicht bei Worten bleibe, sondern Taten folgten und die Sicherheitsbehörden effizienter arbeiten könnten. "Wir brauchen Erweiterungen, auch finanzieller Art."

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer sagte Journalisten, die Tat sei eine "wirkliche Schande" und angesichts der deutschen Geschichte "zutiefst verstörend". Der Terrorismus von rechts sei in den vergangenen Jahren nicht ernst genug genommen worden.

Die Karlsruher Ermittler gaben weitere Details bekannt. Demnach tötete B. die beiden Opfer am Mittwoch durch mehrere Schüsse. Nachdem es ihm nicht gelungen sei, die Tür der Synagoge aufzusprengen, habe er eine Frau angeschossen, die zufällig vorbeigekommen sei und ihn angesprochen habe. Als die 40-Jährige am Boden gelegen habe, habe er erneut auf sie gefeuert. Sie erlag ihren Verletzungen. Auch auf das zweite Todesopfer schoss er den Angaben zufolge mehrfach mit verschiedenen Waffen. Nachdem der Mann in dem Dönerimbiss bereits verletzt und zusammengekauert in einer Nische des Ladens gelegen habe, habe B. nach ihm gesucht und ihn mit einer Waffe erschossen, die er zuvor aus seinem Mietwagen geholt habe.

B. habe auf weitere neun Personen geschossen, die nur deshalb unverletzt geblieben seien, weil seine Waffe Ladehemmung gehabt oder er seine Opfer verfehlt habe, erläuterten die Ermittler weiter. Nach neuen Erkenntnissen feuerte er auch auf zwei zufällig vorbeikommende Handwerker sowie einen Passanten vor dem Dönerimbiss, die er jedoch verfehlte. Auch auf seiner Flucht, bei der er das Auto gewechselt habe, habe er auf zwei Personen und die ihn verfolgenden Polizisten gefeuert. Bereits auf dem Gelände der Synagoge habe er auf einen Mann geschossen, der ihn angesprochen habe. Nur dank einer Ladehemmung der Waffe, habe der Mann in seinen Kleinwagen fliehen können.

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