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Handelsstreit: Die Aufwertung des US-Dollar ist aus Sicht vieler Marktexperten die wahre Gefahr für die Weltwirtschaft

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Handelsstreit: Die Aufwertung des US-Dollar ist aus Sicht vieler Marktexperten die wahre Gefahr für die Weltwirtschaft

Auch zu Beginn der Woche muss wieder auf das neue Stimmungs-Barometer schlechthin, den Wechselkurs des chinesischen Yuan, geschaut werden. Die Volksbank von China hat den offiziellen Referenzwert für den Yuan am Montag auf 7.0211 Yuan je Dollar festgelegt. Das war etwas schwächer als zuletzt am Freitag, aber weniger schwach, als viele Marktbeobachter erwartet hatten (7,0331 Yuan pro Dollar ).

Nach dem Warnschuss von letzten Montag zittern die Märkte bei jeder Bewegung der Währung, denn eine weitere Abwertung des Yuan wird als nächste Eskalations-Stufe im Handelskrieg gesehen.

Die Aufwertung des Dollar ist das wahre Problem der Weltwirtschaft

Es ist jedoch der Dollar, um den sich die meisten Analystenhäuser die größten Sorgen machen. Die sehen eine weitere Aufwertung der US-Währung als kritischen Faktor, der für die nächste weltweite Rezession sorgen könnte.

Weitere Anstiege des Dollars wirken sich in mehrerer Hinsicht negativ auf die Weltwirtschaft aus: Zum einen werden dadurch die Gewinne der global agierenden US-Unternehmen geschwächt, da ein höherer Dollar-Kurs auf die Exporte drückt. Zum anderen werden die Kreditkosten für ausländische Unternehmen höher, da viele in US-Dollar verschuldet sind, vor allem in China.

Laut der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich beliefen sich die Verbindlichkeiten in US-Dollar gegenüber Nichtbankkreditnehmern außerhalb der USA ab März diesen Jahres auf 11,8 Billionen US-Dollar. Wie Morgan Stanley herausgestellt hat, gab es bereits in weiten Teilen der Welt einen Einbruch bei den Investitionen, hervorgerufen durch die Unsicherheiten im Handelsstreit, aber auch durch den Anstieg des Dollars.

„Wo der Dollar jetzt ist, könnte die Weltwirtschaft in eine schwierigere Situation geraten und das Risiko einer Rezession erhöhen“, sagte Hans Redeker, Morgan Stanleys globaler Head of FX-Strategie gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg. „Jede weitere Aufwertung könnte eine Herausforderung sein.“

Die Ratingagentur Moody’s sagte in einer Mitteilung am Freitag: „Im weiteren Sinne werden sich verschlechternde Handels- und Währungsspannungen zwischen den USA und China das globale Wachstum bremsen. Die Markterwartungen eines weiteren Rückgangs des Renminbi können auch zu einer Abwertung anderer Währungen führen, insbesondere derjenigen mit starken Handelsbeziehungen zu China.“

Die Währungen rücken immer mehr in den Fokus

Nicht umsonst erhöht US-Präsident Donald Trump laufend den Druck auf die US-Notenbank FED, die Zinsen zu senken und damit eine Abwertung des Dollar einzuleiten. Die hat ihren Leitzins bisher im Juli um 25 Basispunkte gesenkt, Experten rechnen jedoch mittlerweile mit bis zu zwei weiteren Senkungen in diesem Jahr.

Morgan Stanley-Strategen empfehlen den Yen und den Schweizer Franken als Portfolio-Diversifizierung, da sie zum Dollar im Vergleich zu den meisten anderen Devisen recht stabil bleiben.

Der Fakt, dass die Notenbanken Japans und auch  der EU ihre Währungen recht stabil zum Dollar halten, macht eine weitere Abwertung des Yuan für diese Wirtschaftszonen aber sogar noch kritischer als für die US-Wirtschaft. Wenn der Yuan gegenüber dem Dollar abwertet, wertet er gleichzeitig auch stark gegen den Euro und den Yen ab, da die beiden Währungen auch eng an den Dollar gekoppelt sind und im Gegensatz zu den USA fast keinen eigenen Spielraum mehr zur Abwertung ihrer Währungen haben. Dadurch, dass sie auf Export-Ebene noch viel stärker an China gebunden sind, verstärkt sich die negative Auswirkung durch den Handelskrieg auf die EU und Japan enorm.

Lesen Sie auch: Eine weitere Yuan-Abwertung gefährdet die EU und Japan mehr als die USA – Wozu das führen könnte

Goldman Sachs rechnet mit Wachstumsrückgang

In einer Kundenmitteilung sagten Goldman-Analysten unter der Führung des Chefökonomen der USA, Jan Hatzius, dass ein Handelsabkommen zwischen den USA und China vor den Präsidentschaftswahlen 2020 nicht mehr zu erwarten wäre.

Goldman erwartet aufgrund der Handelskriegsentwicklung einen Rückgang der US-Wirtschaft um 0,6 Prozent gegenüber früheren Schätzungen von 0,2 PRozent. „Die Befürchtungen, dass der Handelskrieg eine Rezession auslösen wird, nehmen zu“, sagte Hatzius in der Notiz.

Die Goldman-Analysten gehen davon aus, dass Präsident Donald Trump seine Drohung, ab dem 1. September 10 Prozent Zölle auf weitere 300 Milliarden US-Dollar chinesische Exporte zu erheben, fortsetzen wird.

onvista-Redaktion

Titelfoto: welcomia / Shutterstock.com

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