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Hongkong schnürt Konjunkturpaket gegen Folgen der Proteste

Reuters

Hongkong (Reuters) - Die Regierung von Hongkong stemmt sich mit einem Konjunkturpaket gegen die wirtschaftlichen Folgen der seit Wochen anhaltenden Proteste der Demokratiebewegung.

Hongkong schnürt Konjunkturpaket gegen Folgen der Proteste

Mit den Hilfen über umgerechnet 2,2 Milliarden Euro sollen auch die Folgen des Handelsstreits zwischen den USA und China abgefedert werden, sagte Finanzminister Paul Chan am Donnerstag. Er kappte zudem die Prognose für das Wirtschaftwachstum in diesem Jahr. Das Bruttoinlandsprodukt könnte demnach im schlechtesten Fall stagnieren. Bislang war ein Plus von zwei bis drei Prozent angepeilt worden. "Es ist klug und vernünftig anzunehmen, dass der wirtschaftliche Gegenwind weiterhin sehr stark sein wird", sagte Chan.

Die Konjunkturhilfen sehen Steuererleichterungen für Geringverdiener und Unternehmen vor. Besonders in der Baubranche sollen mehr Jobs geschaffen werden. Die Maßnahmen seien nicht als Reaktion auf die Demonstrationen beschlossen worden, betonte Chan. Er hoffe aber, dass dadurch das Vertrauen in die Wirtschaft der ehemaligen britischen Kronkolonie gestärkt werde.

WARNUNG VOR WIRTSCHAFTLICHEM TSUNAMI

Experten zweifeln aber daran, dass mit den Maßnahmen der Druck auf die international stark vernetzte Hongkonger Wirtschaft deutlich nachlassen wird. "Die Welt bewegt sich Richtung Rezession", sagte Ökonom Cliff Tan vom Institut MUFG. "Hongkong wird nicht in der Lage sein, das irgendwie zu überstehen, ohne betroffen zu sein." Capital Economics warnte davor, dass die Proteste Hongkong in eine Rezession stürzen oder "ein noch schlechteres Ergebnis riskieren könnten, wenn eine weitere Eskalation zu einer Kapitalflucht führt".

Die seit zehn Wochen anhaltenden Proteste gegen die Hongkonger Regierung, der die Demonstranten eine zu große Nähe zur kommunistischen Führung in Peking vorwerfen, haben den international gefragten Wirtschaftsstandort in seine schwerste Krise seit 1997 gestürzt, als die damalige britische Kronkolonie zurück an China ging. Touristen stornieren Hotelbuchungen, Einzelhändler prognostizieren einen starken Umsatzrückgang. Hinzu kommen noch der Handelskrieg zwischen China und den USA sowie die Konjunkturabkühlung in der Volksrepublik. Die Hongkonger Regierungschefin Carrie Lam warnte vorige Woche davor, dass der nächste Abschwung die Wirtschaft wie einen "Tsunami" treffen werde.

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