Hongkong-Streit verunsichert Europas Anleger zum Monatsende

Reuters

Frankfurt (Reuters) - Der Streit zwischen den USA und China um die Unabhängigkeit Hongkongs hat Anleger in Europa zum Monatsende nervös gemacht.

Der Dax gab am Freitag 1,7 Prozent auf 11.586 Punkte nach, der EuroStoxx50 verlor 1,4 Prozent. Auch an der Wall Street bröckelten die Kurse. US-Präsident Donald Trump wollte sich im Tagesverlauf zu dem von China erlassenen Sicherheitsgesetz äußern. Bürgerrechtler fürchten einen immer stärkeren Einfluss der chinesischen Regierung und den Verlust der Autonomie der Sonderverwaltungszone. Die deswegen zunehmenden Spannungen im Verhältnis USA/China schürten an den Börsen die Angst vor einer zweiten Runde im Handelskonflikt.

Eigentlich könnten sich das beide Nationen aber nicht leisten, sagte Marktexperte Daniel Schär von der Weberbank. Trump wolle im Herbst wiedergewählt werden, und China habe einen geringeren ökonomischen Spielraum als noch vor einigen Jahren. "Da beide Nationen aber von stolzen, selbstbewussten Präsidenten geführt werden und Politik nicht immer logisch ist, sollte unserer Meinung nach die Entwicklung genau beobachtet werden."

Vor dem langen Pfingstwochenende und zum Monatsende gingen Anleger auf Nummer Sicher und machten Kasse. Auf Wochensicht legte der Dax 4,6 Prozent zu, für den gesamten Mai lag das Plus bei 6,8 Prozent. "Die Zahl derer, die kritisch fragen, ob sich die Börsen von der Realwirtschaft abgekoppelt haben, wird immer größer", sagte Thomas Altmann von der Vermögensverwaltung QC Partners. Die Börsen gingen von einer Konjunkturerholung in Form eines steilen "V" aus. "Die wird es so jedoch nicht geben." Die Wirtschaft leidet immer noch massiv unter dem langen Stillstand im Kampf gegen die Virus-Pandemie.

TUI UND RENAULT UNTER DRUCK

Mit einem Abschlag von 16,6 Prozent gingen die Aktien des Reisekonzerns Tui in Frankfurt aus dem Handel. Tui bleibt in Großbritannien zurückhaltend mit Angeboten für Auslandsurlaub und stornierte alle Reisen von Großbritannien aus ins Ausland. Größter Dax-Verlierer waren die Aktien von Deutsche Lufthansa, die um 6,4 Prozent auf 9,14 Euro absackten. Noch steht nicht fest, wie das Ringen zwischen Deutschland und der EU um die Genehmigung des neun Milliarden Euro schweren Rettungspakets für die Airline ausgeht. Zudem steht dem Dax-Gründungsmitglied der Abstieg aus der ersten Börsenliga bevor.

Der Verlust des Gütesiegels "Investment Grade" für seine Anleihen schickte die Aktien des britischen Triebwerk-Herstellers Rolls-Royce auf Talfahrt. Sie brachen um 13,8 ein und waren Schlusslicht im Londoner Auswahlindex FTSE. Die Rating-Agentur Standard & Poor's (S&P) benotet die Kreditwürdigkeit des Konzerns wegen des Geschäftseinbruchs durch die Coronavirus-Krise nur noch mit "BB" statt mit "BBB-".

Mit einem Abschlag von 7,3 Prozent war Renault Schlusslicht im Pariser Leitindex. Der Autobauer will mehrere Werke reorganisieren und weltweit rund 15.000 Arbeitsplätze abbauen.

Die Kaffee-Holding JDE Peet's legte in Amsterdam ein erfolgreiches Börsendebüt hin. Die Aktien des Anbieters von "Jacobs"-Kaffee und "Senseo"-Pads schlossen bei 36,60 Euro, nachdem sie zu 31,50 Euro ausgegeben worden waren. JDE Peet's ist im Markt für abgepackten Kaffee und Kaffee-Pads die weltweite Nummer zwei hinter Nestle.

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