Für einen optimalen Ausdruck erlauben Sie bitte den Druck von Hintergrundfarben und -bildern

Immer mehr Deutsche lehnen Freihandels-Abkommen TTIP ab

Reuters

Berlin (Reuters) - Kurz vor Beginn der nächsten Verhandlungsrunde über das Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA (TTIP) lehnen so viele Deutsche wie nie zuvor das Vorhaben ab.

In einer am Freitag veröffentlichten Emnid-Umfrage bewerten 46 Prozent der Befragten das Abkommen als schlecht. Nur 34 Prozent sehen es positiv. Noch im Juli lagen die positive Urteile mit 42 Prozent deutlich vor den ablehnenden mit 36 Prozent. DGB-Chef Reiner Hoffmann forderte die EU auf, in den Verhandlungen für elementare Arbeitnehmerrechte und einen gerechteren Welthandel einzutreten. Die TTIP-Verhandlungen gehen am Montag im US-amerikanischen Miami in ihre elfte Runde, ohne dass bisher ein Ergebnis in Reichweite ist.

Die Gegner des Abkommens hatten vor einer Woche mit eine Großdemonstration in Berlin mobilisiert. Zu dem Protest hatte ein breites Bündnis aufgerufen, darunter Gewerkschaften, Umwelt- und Menschenrechtsgruppen. Sie fürchten eine Absenkung europäischer Schutzstandards und mehr Möglichkeiten für Großkonzerne, ihre Interessen durchzusetzen. Dagegen erhoffen sich Befürworter Impulse auf beiden Seiten des Atlantiks für Wachstum und Beschäftigung.

BÜRGER BEFÜRCHTEN AUFWEICHUNG VON SCHUTZ-STANDARDS

Nach der Umfrage für die TTIP-kritischen Organisationen Campact und foodwatch gehen rund zwei Drittel der Befragen davon aus, dass durch das Handelsabkommen Umwelt-, Arbeitnehmer-Rechte und Verbraucherschutz verschlechtert werden. DGB-Chef Hoffmann beklagte im "Handelsblatt" eine "Ignoranz" der USA, wenn es um die Sicherung von Arbeitnehmerrechten gehe, wie die Anerkennung des Streikrechts.

Kernthemen bei der anstehenden Verhandlungsrunde sind die Themen Marktzugang - damit verbunden Zollsenkungen, die Zusammenarbeit und Abstimmung bei Regulierungen sowie Handelsregeln. Dabei wird auch über ein sogenanntes "Nachhaltigkeitskapitel" gesprochen, in dem es um Schutzrechte und Grundregeln in vielen Bereichen geht. Ziel beider Seiten ist es, das TTIP-Abkommen noch in der Amtszeit von US-Präsident Barack Obama auszuhandeln, also bis Ende 2016.

Das könnte Sie auch interessieren
Anzeige
Expertenprofil
Reuters

Hermann Kutzer ist der dienstälteste journalistische Finanzmarktbeobachter in Deutschland: Seit mittlerweile 49 Jahren beobachtet er die nationalen Börsen und internationalen Wertpapier- und Rohstoffmärkte. Davon war er gut drei Jahrzehnte lang für die Verlagsgruppe Handelsblatt tätig, zuletzt als Chefredakteur des Monatsmagazins „DMEuro“.

Seit 2007 bietet der Routinier seine Erfahrung freiberuflich an: Analysen und Kolumnen, TV-Kommentare, Vorträge, Moderationen und Kommunikationsberatung. Nach seinem Hörbuch „Verstehen Sie Börse!“ (Finanzbuch Verlag, 2008) erschien im Frühjahr 2012 als Kutzers Manifest im Börsenbuchverlag „Vom Raubtierkapitalismus zur Planwirtschaft?“ Zu seinem umfangreichen Web-Auftritt gehört seit einiger Zeit „Kutzers Marktplatz“ mit Beiträgen über die unterschiedlichsten Anlagemöglichkeiten. Außerdem ist im Frühjahr 2013 der neue Internet-Kanal KUTZER-TV auf Sendung gegangen.

Der Journalist und Publizist engagiert sich seit Jahrzehnten für die privaten Anleger und in diesem Zusammenhang für die Weiterentwicklung der Aktienkultur. Er betrachtet es als seine vorrangige Aufgabe, die Vermittlung von Wissen über die Zusammenhänge des Sparens und Anlegens zu unterstützen. Dabei ist der „Marktmensch“ ein bekennender Marktwirtschaftler, der mit großer Skepsis die zunehmende Regulierung der Märkte durch die Politik auf nationaler und europäischer Ebene betrachtet.

Kurs zu DAX Index

  • 12.540,50 Pkt.
  • -0,21%
20.04.2018, 17:45, Xetra

Weitere Werte aus dem Artikel

Dow Jones 24.473,05 Pkt.-0,77%
Knock-Out Call auf DAX Anzeige
WKNFälligkeitKnock OutHebelGeldBrief
HX00ZH 11.340,0000 9,99612,3212,33
HX1H15 open end 12.045,0000 19,9855,825,83
HX152V open end 12.483,8987 205,8360,541,30
weitere Produkte
Knock-Out Put auf DAX
WKNFälligkeitKnock OutHebelGeldBrief
HU78BD open end 13.804,7656 9,99912,7112,72
HX1JNC 13.125,0000 19,9986,336,34
HW9ZF9 open end 12.650,5179 141,3201,311,32
Allein maßgeblich sind der Basisprospekt und die endgültigen Bedingungen. Alle Produktunterlagen unter www.onemarkets.de. weitere Produkte

Zugehörige Derivate auf DAX (185.487)

Derivate-Wissen

Sie glauben, der Kurs des "DAX" fällt?

Mit Put Knock-Out Zertifikaten können Sie von fallenden Index-Kursen profitieren.

Erfahren Sie mehr zu Knock-Out-Zertifikaten