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Inflationssorgen lasten auf Börsen - Firmenbilanzen stützen

Reuters

Frankfurt (Reuters) - Aus Furcht vor einer anziehenden Inflation und einer strafferen Geldpolitik der Notenbanken ziehen sich einige Anleger aus den Aktienmärkten zurück.

Ermutigende Geschäftszahlen großer Konzerne verhinderten allerdings stärkere Kursverluste. Dax und EuroStoxx50 verloren am Donnerstag jeweils etwa 0,2 Prozent auf 12.555 und 3486 Punkte.

Genährt wurden die Inflationsängste vom Anstieg des Ölpreises auf ein Dreieinhalb-Jahres-Hoch. Die Sorten Brent aus der Nordsee und WTI aus den USA verteuerten sich um jeweils mehr als ein Prozent auf 74,44 und 69,27 Dollar je Barrel (159 Liter). Einem exklusiven Reuters-Bericht zufolge strebt Saudi-Arabien einen Ölpreis von 80 bis 100 Dollar an. "Wenn er sich in Richtung 80 Dollar bewegt und der Euro noch etwas nachgibt, könnte Inflationsdruck aufkommen", sagte Elwin de Groot, Chef-Anlagestratege der Rabobank. "Das hat üblicherweise einen negativen Effekt auf die Konsumausgaben, vor allem vor dem Hintergrund der geopolitischen Spannungen." Der Euro stagnierte am Donnerstag bei 1,2379 Dollar.

Parallel dazu verteuerte sich Nickel um bis zu 9,3 Prozent und steuerte auf den größten Tagesgewinn seit 2009 zu. Mit 16.690 Dollar je Tonne war das zur Stahl-Herstellung benötigte Metall zeitweise so teuer wie zuletzt vor dreieinhalb Jahren. Auslöser der Rally waren Spekulationen, dass die US-Sanktionen gegen russische Firmen auf Nornickel, den weltweit zweitgrößten Förderer des Metalls, ausgeweitet werden. Die USA könnten sich dies allerdings nicht erlauben, weil sie auf die Palladium-Lieferungen des Konzerns angewiesen seien, sagte Analyst Carsten Menke vom Bankhaus Julius Bär. Palladium wird unter anderem zur Produktion von Auto-Katalysatoren eingesetzt.

Aluminium war mit 2718 Dollar je Tonne zeitweise so teuer wie zuletzt vor sieben Jahren. Damit summiert sich das Plus der vergangenen beiden Wochen auf etwa 36 Prozent. Wegen der US-Sanktionen gegen Russland droht die weltweit zweitgrößte Aluminiumhütte Rusal als Lieferant auszufallen.

WERBEAGENTUR PUBLICIS ÜBERZEUGT MIT ZAHLEN

Bei den Unternehmen stand unter anderem Publicis im Rampenlicht. Dank eines überraschend starken Umsatzwachstums gewannen die Titel der Werbefirma in Paris bis zu 8,4 Prozent - so viel wie zuletzt vor neun Jahren. Gemeinsam mit den Zahlen des US-Konkurrenten Omnicom hebe dieses Ergebnis die Branchenstimmung, schrieben die Analysten der Investmentbank Liberum in einem Kommentar. Die Titel des Publicis-Rivalen WPP stiegen in London um 3,7 Prozent. Omnicom gewannen im vorbörslichen US-Geschäft 0,4 Prozent.

Mit einem Kursplus von bis zu zwölf Prozent setzten sich Shire zeitweise an die Spitze des Londoner FTSE-Index. Der japanische Konkurrent Takeda will 46,50 Pfund je Aktie oder umgerechnet 49 Milliarden Euro für den Pharmakonzern bezahlen. Shire habe die Offerte allerdings zurückgewiesen. Die Papiere der britischen Firma, die sich zunächst auf bis zu 42 Prozent verteuert hatten, grenzten ihre anfänglichen Gewinne ein und notierten am Nachmittag nur noch 3,4 Prozent im Plus bei 38,82 Pfund.

Enttäuscht reagierten Anleger auf die Zahlen von Unilever, obwohl der Anbieter von "Langnese"-Eis seine Gesamtjahresprognose bekräftigte. Der relativ geringe Anstieg der Produktpreise bereitete ihnen Kopfschmerzen. Der Konzern könne steigende Kosten offenbar nur noch begrenzt an die Kunden weitergeben, urteilte Analyst Jauke de Jong vom Brokerhaus AFS.

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