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Insider - Siemens läutet neue Sparrunde ein - Erneut Jobabbau

Reuters

München (Reuters) - Wegen anhaltend schlechter Geschäfte mit Ausrüstung für die Öl- und Gasindustrie will Siemens einem Insider zufolge erneut zahlreiche Stellen streichen.

Betroffen seien die Sparten Kraftwerkstechnik, die zu den größten Umsatzbringern im Konzern zählt, sowie Automatisierungs- und Antriebstechnik. Es sei noch nicht entschieden, wieviele Jobs wegfallen sollen, sagte eine mit der Sache vertraute Person am Donnerstag zu Reuters. "Die Zahl wird mit Sicherheit vierstellig sein." Firmenkenner gehen von mehreren Tausend Jobs aus. Der Insider sagte: "Es werden verschiedene Szenarien geprüft." Details muss Siemens erst mit den Arbeitnehmern verhandeln. Die IG Metall kündigte Widerstand an. Siemens hielt sich bedeckt.

Der Konzern teilte mit, zur Umsetzung der Strategie "Vision 2020" gehöre, die strategische Aufstellung der Geschäfte kontinuierlich zu überprüfen. "Das kann die Konsolidierung einzelner Aktivitäten einschließen, wenn es die Marktbedingungen erforderlich machen." Finanzvorstand Ralf Thomas hatte im Sommer einen Kurswechsel in der Kraftwerkssparte namens "Power & Gas (PG)" angemahnt. "Wir haben ein hartes Jahr vor uns", sagte der Manager damals. "Strukturelle Veränderungen werden unvermeidbar sein." Das "Manager Magazin" berichtete vorab, bis zu elf der 23 Standorte weltweit sollten geschlossen oder verkauft werden. Besonders hart solle es die ostdeutschen Werke treffen.

Siemens laboriert im Geschäft mit Kraftwerkstechnik daran, dass die großen Turbinen, auf die man in München bisher gesetzt hat, kaum noch gefragt sind. Seit der letzten, vor zweieinhalb Jahren eingeläuteten Sparrunde brach die Nachfrage überraschend schnell weg; kombiniert mit hohen Überkapazitäten im Markt rauschten die Preise in die Tiefe. Zudem sieht sich Siemens technologisch derzeit von US-Konkurrent GE überrundet und erst ab 2019 wieder selbst vorn. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres verbuchte die Kraftwerkssparte 41 Prozent weniger Neuaufträge. Der Gewinn sackte um fast ein Viertel ab, die Rendite von 11,1 auf 9,7 Prozent. Analysten von Barclays hielten im Lichte der "dramatischen Veränderungen" im Markt weitere Konsequenzen für erforderlich.

Die IG Metall sieht dies anders: Da mit einem "sehr stattlichen Gewinn für das Gesamtjahr" zu rechnen sei, müsse es "einem Unternehmen wie Siemens auch einmal möglich sein, potenzielle Probleme zu ertragen, bis eine wirklich tragfähige und nachhaltige Lösung gefunden ist". Bei PG werde derzeit noch das Programm für 2020 umgesetzt, "das dann offenbar die versprochene Wirkung weit verfehlt". Siemens hatte angesichts des Ölpreis-Verfalls schon in den vergangenen Jahren zahlreiche Stellen in der Kraftwerkssparte abgebaut. Derzeit arbeiten dort weltweit rund 30.000 Menschen, davon rund 12.000 in Deutschland.

In der Sparte Automatisierungs- und Antriebstechnik hatte sich Siemens vor gut einem Jahr mit Arbeitnehmervertretern auf die Streichung von 1700 Stellen in Deutschland geeinigt. Damit fiel der Jobabbau etwas geringer aus als zunächst angekündigt: Siemens hatte wegen der niedrigen Nachfrage aus der Bergbau- und Ölindustrie ursprünglich 2000 Jobs in Deutschland streichen wollen, weltweit 2500.

Die Pläne für die weitere Sparrunde will die Konzernspitze den Arbeitnehmern Anfang November im Wirtschaftsausschuss vorstellen, wie das "Manager Magazin" weiter schrieb. Die IG Metall wurde am Donnerstag von den Berichten kalt erwischt und konnte die Informationen nicht bestätigen. Die Gewerkschaft fordert den Siemens-Vorstand auf, rasch für Klarheit zu sorgen. "Wir finden es unerträglich, dass erneut tausende Mitarbeiter auf diese Weise verunsichert werden."

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