Iran lässt Tanker aus Südkorea frei - Ringen um Geld für Impfstoff

Reuters

Seoul (Reuters) - Der Iran hat einen vor mehr als drei Monaten festgesetzten südkoreanischen Tanker freigegeben.

Auch der Kapitän der "Hankuk Chemi" sei wieder frei und bei guter Gesundheit, teilte das Außenministerium am Freitag in Seoul mit. Aufgrund von US-Sanktionen hatten südkoreanische Banken iranisches Geld in Höhe von sieben Milliarden Dollar eingefroren. Aus dem Außenministerium verlautete, Südkorea habe dem Iran versprochen, ihn in seinen Bemühungen um eine Freigabe der Mittel zu unterstützen. Einen Teil davon habe der Iran bereits für die Beschaffung von Corona-Impfstoffen eingesetzt. Der Iran äußerte sich offiziell nicht dazu. Elite-Einheiten hatten das Schiff Anfang Januar im Persischen Golf festgesetzt. Der Besatzung wurden Verstöße gegen Umweltschutzregeln vorgeworfen.

Das iranische Außenministerium bestätigte laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Irna die Freigabe des Schiffs. Zuvor seien behördliche Ermittlungen abgeschlossen worden. Bei der Entscheidung zur Freilassung des Kapitäns sei berücksichtigt worden, dass er in der Region bisher nicht gegen Wasserschutzauflagen verstoßen habe. Die iranischen Behörden hatten ihm und der Besatzung vorgeworfen, die Gewässer mit Chemikalien verunreinigt zu haben.

Die iranischen Revolutionsgarden hatten das unter südkoreanischer Flagge fahrende Schiff am 4. Januar in der Nähe der strategisch wichtigen Straße von Hormus festgesetzt. Ein Vertreter des südkoreanischen Außenministeriums erreichte bei einem Besuch in Teheran Anfang Februar die Freilassung der Besatzung, nicht jedoch des Kapitäns.

Die iranische Regierung hat Vorwürfe zurückgewiesen, die Festsetzung des Schiffs und des Kapitäns komme einer Geiselnahme gleich. Kritiker werfen dem Iran vor, immer wieder Schiffe festzusetzen, um sich Verhandlungsvorteile zu verschaffen. Südkorea ist - wie andere Länder auch - wegen US-Sanktionen gegen den Iran zur Beschränkung von Finanzgeschäften mit dem Land verpflichtet. Die USA setzten die Strafmaßnahmen unter Ex-Präsident Donald Trump wieder in Kraft, als sie sich 2018 aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran zurückzogen.

Aus der Teheraner Regierung verlautete iranischen Medien zufolge, dass die südkoreanische Seite versprochen habe, sich um eine Lösung des Streits über das eingefrorene Geld zu bemühen. Im Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Irna war von dem Geld keine Rede. In Kreisen des südkoreanischen Außenministeriums hieß es, beide Seiten seien übereingekommen, dass das Schiff und das Geld nicht im Zusammenhang stünden. Die USA hätten dem Iran kürzlich erlaubt, die Mittel für nicht militärische Zwecke einzusetzen. Die Teheraner Regierung habe mit einem Teil Impfstoffe über die internationale Covax-Initiative beschafft. Der Iran ist stark von der Pandemie betroffen.

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