IS-Miliz reklamiert Anschlag mit 27 Toten in Kabul für sich

Reuters

Kabul (Reuters) - Auch nach dem kürzlich erzielten Friedensabkommen zwischen den USA und den radikalislamischen Taliban kommt Afghanistan nicht zur Ruhe:

Bei einem Anschlag in der Hauptstadt Kabul wurden am Freitag mindestens 27 Menschen getötet und 55 verletzt, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Die radikale Miliz Islamischer Staat (IS) reklamierte den Angriff für sich. Es ist der erste große Anschlag in Kabul seit der Vereinbarung zwischen den USA und den Taliban vor gut einer Woche.

Das Abkommen sieht den Abzug aller ausländischen Truppen aus Afghanistan binnen 14 Monaten vor. Auch die Bundeswehr ist in dem Land stationiert. Im Gegenzug haben sich die Taliban unter anderem zu einer Waffenruhe verpflichtet. Die Vereinbarung hat Hoffnungen auf ein Ende des seit 18 Jahren andauernden Krieges in Afghanistan geschürt. Ob sie jedoch hält, ist ungewiss. Die afghanische Regierung erklärte jüngst, sie sei mit Teilen des Pakts nicht einverstanden. Auch kam es zwischenzeitlich wieder zu Angriffen der Taliban auf afghanische Truppen und Kämpfen mit US-Soldaten.

Mit dem Anschlag am Freitag hatten die Taliban aber nach eigenen Angaben nichts zu tun. Der Angriff zielte auf eine Zeremonie, an der auch der Spitzenpolitiker Abdullah Abdullah teilnahm. Dieser habe den Anschlagsort aber unverletzt verlassen können, sagte einer seiner Sprecher. Den Angaben zufolge gab es bei einer Gedenk-Veranstaltung zunächst eine Explosion. Dann sei geschossen worden. Nach Angaben eines Sprechers des Innenministeriums wurde bis zum Nachmittag gekämpft, ehe afghanische Einheiten drei Angreifer töten und das Gebiet absichern konnten. Vertreter der Nato, der USA und der Europäischen Union verurteilten den Anschlag scharf.

Während der gleichen Gedenkveranstaltung im vergangenen Jahr hatte es einen ähnlichen Anschlag gegeben, bei dem mehrere Menschen starben. Auch dazu hatte sich der IS bekannt.

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