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Italiens Verbindlichkeiten im Euro-System auf Rekordhoch

Reuters

Mailand/Frankfurt (Reuters) - Die Verbindlichkeiten Italiens im Zahlungssystem der Euro-Notenbanken sind auf ein Rekordhoch angeschwollen.

Italiens Verbindlichkeiten im Euro-System auf Rekordhoch

Mit 480,9 Milliarden Euro lagen sie im Juni um knapp 16,3 Milliarden höher als im Vormonat, wie am Freitag veröffentlichte Daten der italienischen Notenbank zeigen. Im Euro-Raum wird der gesamte grenzüberschreitende Zahlungsverkehr der Banken über das Buchungssystem Target 2 abgewickelt. Die Target-Salden zeigen die Verbindlichkeiten und Forderungen an, die bei den nationalen Notenbanken durch die Zahlungsströme entstehen.

Erhöhen sich die Verbindlichkeiten eines Landes, kann dies ein Anzeichen für eine zunehmende Kapitalflucht sein - wie auf dem Höhepunkt der Euro-Schuldenkrise im Jahr 2012. Damals hatten die Target-2-Ungleichgewichte kräftig zugenommen und spiegelten so die schwierige Lage im Finanzsystem des Währungsraums wider. In den Jahren danach hatten diese aber wieder abgenommen.

Der jüngste Anstieg der Ungleichgewichte ist nach Angaben der Europäischen Zentralbank (EZB) vor allem eine Folge des im März 2015 gestarteten billionenschweren Anleihenkaufprogramms. Bei der Bundesbank führte dies zuletzt zu einem Anstieg der Forderungen, die im Juni ein Rekordniveau von 976,3 Milliarden Euro erreichten. Denn viele internationale Institute, von denen andere Euro-Notenbanken Wertpapiere erwerben, haben ein Konto bei der Bundesbank.

Manche Volkswirte sehen in den hohen Target-Forderungen aber eine schlummernde Gefahr. Sie fürchten, die Bundesbank könnte auf ihnen sitzen bleiben, sollte die Währungsunion auseinanderbrechen.

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