IW-Studie - Ältere Geimpfte könnten Konsum mit vier Milliarden Euro anschieben

Reuters

Berlin (Reuters) - Lockerungen für Geimpfte dürften laut IW-Institut in Deutschland zu deutlich mehr Konsum vor allem von älteren Menschen führen.

"Könnten die über 65-Jährigen wieder so einkaufen und verreisen wie vor der Krise, wäre mit einem monatlichen Konsumimpuls von rund vier Milliarden Euro zu rechnen", teilte das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) am Freitag mit. Denn eine solche Summe habe diese Altersgruppe 2019 im Schnitt für Freizeit, Kultur, Unterhaltung, Restaurants, Bars und Hotels ausgegeben. Ein noch größerer Impuls käme von den 55- bis 64-Jährigen: Sie geben laut IW üblicherweise jeden Monat mehr als 4,4 Milliarden Euro für Restaurants, Hotels, Freizeit- und Kultureinrichtungen aus.

"Die Daten zeigen, wie groß das ökonomische Potenzial ist, wenn zügig auch jüngere Jahrgänge vollständig geimpft werden und wieder normal konsumieren können", sagte IW-Konjunkturexperte und Studienautor Michael Grömling. Hürden für einen kräftigen Konsumschub seien derzeit nicht nur eine geringe Nachfrage, sondern auch ein dünnes Angebot. Dies könnte sich bei weiteren Öffnungen bessern. "Der erste Euro in der Kasse nach sechs Monaten Lockdown ist für viele Unternehmen, die besonders vom Lockdown betroffen waren, ein wichtiges Signal", sagte Grömling. "Die zu erwartenden Impulse nähren die Hoffnung, dass die Konjunktur in Deutschland wieder in die Gänge kommt."

Vollständig Geimpfte und von einer Corona-Erkrankung Genesene genießen bald wieder mehr Freiheiten. "Die Verordnung kann jetzt am Sonntag in Kraft treten", sagte Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD), nachdem auch der Bundesrat der Regelung der Bundesregierung zugestimmt hat. "Geimpfte und Genesene brauchen dann keinen negativen Test mehr, wenn sie zum Beispiel einkaufen oder zum Friseur gehen oder einen botanischen Garten besuchen", erklärte Lambrecht. "Wer geimpft oder genesen ist, kann sich im privaten Rahmen ohne Einschränkungen treffen." Für sie gelten auch nicht mehr die Ausgangsbeschränkungen, die laut Bundesnotbremse in Regionen mit einer Ansteckungsrate über 100 Fällen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen greift. Auch eine Quarantäne könne für sie nur noch in Ausnahmefällen angeordnet werden.

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