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Jetzt in Elektromobilität und Autonomie investieren: 1 ETF und 1 Zertifikat unter der Lupe

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Die Elektromobilität kommt nun mit Macht und mit den immer ausgefeilteren Assistenzsystemen werden die Grundlagen für das zukünftige autonome Fahren und Robotaxis gelegt. Fragst du dich auch gelegentlich, wie man als Aktionär am besten an diesen Trends partizipieren könnte?

Jetzt in Elektromobilität und Autonomie investieren: 1 ETF und 1 Zertifikat unter der Lupe

Zwei Wertpapiere, davon ein Indexzertifikat und ein ETF, versprechen, dir die Entscheidung einfach zu machen, indem sie einfach auf viele Unternehmen im Umfeld dieser Themen auf einmal setzen. Lies hier, wie sie funktionieren und was sie wirklich taugen.

Autonomie- und Elektromobilitätsinvestment Nr. 1: Open End Index Zertifikat auf Solactive Elektromobilität und Autonomes Fahren Technologieträger Index

Die Zertifikateabteilung der UBS hat vor knapp einem Jahr ein Produkt aufgelegt, das den Solactive Elektromobilität und Autonomes Fahren Technologieträger Index abbildet. Dabei hat sich der deutsche Indexanbieter ziemlich viele Gedanken über die Titelauswahl gemacht. IT- und Halbleitergiganten, die ihr Geschäft primär in anderen Branchen machen, wurden ausgeklammert, genauso wie Autobauer und sonstige US-Unternehmen.

Die strenge Auslese führte zu einer Auswahl von 19 Unternehmen aus Europa, Korea und Japan. Einige davon haben mit klassischer Automobiltechnik überhaupt nichts zu tun, sondern vielmehr mit der Fahrzeugvernetzung, die für selbstfahrende Autos von entscheidender Bedeutung sein wird. Deshalb ist beispielsweise auch Ericsson dabei. Was die Elektromobilität angeht, wurde auch an Infrastrukturanbieter wie ABB gedacht.

Trotz der geringen Anzahl an verschiedenen Aktien wird doch ein breites Spektrum abgedeckt, vom Bauteillieferanten bis zum Systemintegrator, sodass sich eine ausreichende Diversifizierung ergibt. Halbjährlich findet eine Überprüfung und Neugewichtung des Portfolios statt, sodass im Idealfall regelmäßig die interessantesten Titel ergänzt werden.

Der Service von Solactive muss bezahlt werden und UBS will auch noch etwas verdienen. Von daher fallen die Managemententgelte mit 1,5 % relativ hoch aus. Was die Sicherheit angeht, müssen Anleger auf die Bonität der UBS vertrauen, da es sich bei dem grundsätzlich ewig laufenden Zertifikat um eine Inhaberschuldverschreibung handelt.

Autonomie- und Elektromobilitätsinvestment Nr. 2: iShares Electric Vehicles and Driving Technology

Der führende ETF-Anbieter BlackRock hat seit Februar einen passiven Fonds im Programm,der den Global Electric Vehicles & Driving Technology NET Index abbildet. Damit macht es sich auch dieser Emittent relativ einfach, denn er muss sich nicht um die Titelauswahl kümmern. Das macht die STOXX AG, eine in der Schweiz ansässige Tochter der Deutschen Börse, auf recht schematische Weise. Der Vorteil davon sind die mit 0,4 % recht günstigen Fondsentgelte.

Der Name verrät schon, dass Autonomie eher indirekt abgedeckt wird. Hier liegt der Fokus auf Technologien für den Antrieb. Deshalb finden sich im Portfolio auch Unternehmen wie Plastic Omnium und Cooper Standard, die aktuell noch ziemlich stark mit dem Verbrenner zu tun haben und sich bisher digital kaum hervorgetan haben. Zudem sind auch zahlreiche Autobauer dabei, und zwar sowohl reine Elektroautohersteller als auch etablierte.

Insgesamt haben wir es hier mit einem bunten Sammelsurium zu tun, das Halbleiterunternehmen, Industriekonzerne, klassische Automobilzulieferer und Hersteller enthält, und zwar über alle Kontinente hinweg. Mit 97 Unternehmen mit jeweils rund 1 % Gewichtung bietet es eine breite Diversifizierung, wobei aber viele natürlich von der Automobilkonjunktur abhängen. Dividenden werden akkumuliert und die Abbildung erfolgt physisch, also mit den entsprechenden Aktien. Einmal pro Jahr erfolgt eine Indexanpassung zur Ausbalancierung.

Sind diese ETFs eine gute Idee?

Der iShares-ETF wird interessant, wenn du der Meinung bist, dass der Automotive-Sektor über die letzten Monate zu heftig abgestraft wurde. Ohne dich auf Einzeltitel festlegen zu müssen, bekommst du hier mit einem Wertpapier die volle Ladung Autoaktien. Konterkariert wird diese Idee aber eventuell dadurch, dass der zugrunde liegende Index auch jede Menge Halbleitertitel enthält, die oft nur einen relativ geringen Automotive-Umsatz generieren und zum Beispiel eher in der Unterhaltungselektronik zu Hause sind. Dort regieren völlig andere Marktkräfte.

Auch zum Partizipieren an den zentralen Branchentrends taugt dieser ETF kaum. Dafür ist er viel zu breit und unspezifisch. Eventuell leidet die Performance sogar, wenn sich Autonomie und Elektromobilität schneller als gedacht durchsetzen. Ein gemächlicher Übergang wäre für einige der enthaltenen etablierten Unternehmen sicherlich gesünder.

Wenn wir also wirklich an den beiden Themen partizipieren wollen, dann ist das UBS-Zertifikat etwas besser geeignet. Es enthält einige meiner Favoriten in diesem Umfeld und die höhere Konzentration finde ich durchaus sinnvoll, genauso wie den Verzicht auf US-Werte, die man mit anderen Anlagethemen besser „spielen“ kann. Trotzdem ist nicht zu übersehen, dass hier ebenfalls Unternehmen dabei sind, die von anderen Trends deutlich stärker abhängen, wie zum Beispiel das Industriekonglomerat Toshiba. Auch der Zündkerzengigant Denso hat hier in meinen Augen eigentlich nichts verloren.

Insgesamt haben wir es hier mit zwei sehr unterschiedlichen Ansätzen zu tun, die jedoch beide dem Ziel nicht wirklich gerecht werden. Deshalb würde ich sie eher als Inspiration für meine eigene Titelauswahl nehmen.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2019

Bild: Continental AG

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28.02.2019, 22:19, Nasdaq Global Indices

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