JP Morgan wieder "systemrelevanteste" Bank der Welt

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Frankfurt (Reuters) - Der US-Bank JP Morgan ist aus Sicht der globalen Bankenregulierer wieder das weltweit wichtigste Institut für die Stabilität des internationalen Finanzsystems.

Der Finanzstabilitätsrat FSB stufte das größte US-Geldhaus in die höchste Kategorie der systemrelevanten Banken der Welt ein, wie das Gremium am Dienstag mitteilte. Als Bank der Kategorie vier (zuletzt: drei) muss die Bank einen zusätzlichen Kapitalpuffer von 2,5 (zuletzt: 2,0) Prozent vorhalten. Vor einem Jahr hatte der FSB die Bedeutung von JP Morgan nicht mehr ganz so hoch eingestuft.

Der FSB überwacht im Auftrag der G20-Staaten die Gefahren für das weltweite Finanzsystem. Er bewertet die Banken nicht nur ihrer Größe nach, sondern auch nach dem Risiko, das in den Geschäften steckt, außerdem daran, wie vernetzt sie im Finanzsystem sind. Je nach Risiko macht er Mindestvorgaben für einen zusätzlichen Kapitalpuffer. Die nationalen Aufseher können strengere Anforderungen stellen. Der FSB überprüft seine Liste der global systemrelevanten Banken (G-SIB) jährlich. Die 30 Banken, die diesmal darauf stehen, sind dieselben wie vor einem Jahr. Seine nächste G-SIB-Liste will der FSB im November 2022 veröffentlichen.

Die Stellung der Deutschen Bank als Geldhaus der Kategorie zwei veränderte sich nicht. Für Deutschlands größtes Institut gilt wie schon vor einem Jahr ein zusätzlicher Kapitalpuffer von 1,5 Prozent. Die Bedeutung der französischen Großbank BNP Paribas wurde dagegen um eine Stufe erhöht. Für sie gilt jetzt als Bank der Kategorie drei ein zusätzlicher Kapitalpuffer von 2,0 (zuvor: 1,5) Prozent. Die Bedeutung der US-Investmentbank Goldman Sachs hat ebenfalls um eine Stufe zugenommen. Sie wird nun als Kategorie-Zwei-Bank betrachtet und muss einen zusätzlichen Kapitalpuffer von 1,5 (bisher: 1,0) Prozent vorhalten.