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Kann BYD mit Tesla mithalten?

Deutsche Bank
 

Christian Hendrik Knappe

Der kalifornische Elektrowagenbauer Tesla sorgte in den vergangenen Tagen mit einem Rekordquartal bei den Auslieferungen für Gesprächsstoff. Laut Unternehmensangaben vom 2. Juli wurden zwischen April und Juni insgesamt 87.048 Autos produziert und 95.200 Fahrzeuge ausgeliefert. Zu Jahresbeginn hatte dem Unternehmen unter anderem der Transport der Autos nach China zu schaffen gemacht. Nun wurden die Auslieferungsschwierigkeiten offenbar besser gemeistert. Mit der Zeit sollte die Logistik immer weniger ein Problem darstellen, zumal Tesla zum Ende des Jahres ein eigenes chinesisches Werk in Betrieb nehmen möchte. Auf diese Weise dürfte Tesla heimischen Branchenvertretern wie BYD noch mehr Konkurrenz machen. Allerdings muss sich der chinesische Batteriehersteller und Elektrowagenbauer keineswegs verstecken.
 
Am 5. Juli vermeldete BYD seinerseits beeindruckende Absatzstatistiken für das gerade beendete zweite Quartal. Vor allem im Zukunftsbereich New Energy Vehicles (NEV) lief es erneut rund. Im Monat Juni wurden im Elektrobereich 25.849 Pkw verkauft. Ein Anstieg von 58,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. In der ersten Jahreshälfte waren es insgesamt 140.761 Fahrzeuge. 97,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Gegensatz dazu setzten sich die deutlichen Rückgänge bei den Absätzen von traditionell angetriebenen Autos fort.
 
BYD setzt jedoch nicht nur auf Pkw. Das Unternehmen, das schon die US-Investorenlegende Warren Buffett von sich überzeugen und als Investor gewinnen konnte, leistet seinen Beitrag zur Senkung der weltweiten CO2-Emissionen auch mit der Herstellung elektrisch angetriebener Busse. Ein Prestigeprojekt ist dabei die Lieferung von Doppeldeckerbussen nach London. Am 3. Juli teilte BYD mit, dass nun die ersten von 37 rein elektrisch fahrenden Seriendoppeldeckern ausgeliefert wurden. Diese gehen an den Betreiber Metroline. Bei den Bussen handelt es sich um den Typ Enviro400EV, den BYD gemeinsam mit seinem Partner, dem schottischen Bushersteller Alexander Dennis, produziert. Die ersten fünf Busse sollen auf der Londoner Linie 43 eingesetzt werden. BYD ist jedoch nicht nur in der britischen Hauptstadt aktiv
 
Zu Jahresbeginn 2019 freute sich BYD über den Start der weltweit größten Flotte rein elektrisch betriebener Doppeldeckerbusse. Die Ehre gebührte der im Nordwesten des Landes gelegenen Stadt Xi’an. Mit dem K12A hat BYD außerdem den längsten Elektrobus der Welt im Angebot. Kein Wunder, dass sich das Unternehmen als Weltmarktführer bei Elektrobussen sieht. Allerdings ist es nicht so, dass nicht auch BYD mit Herausforderungen zu kämpfen hätte.
 
Während sich Tesla und andere große Automobilhersteller mit immer mehr Elektroautomodellen in China einen harten Wettbewerb mit BYD & Co liefern, muss das Unternehmen mit rückläufigen staatlichen Subventionen fertig werden. Dies ist einer der Hauptgründe, warum die BYD-Aktie in den vergangenen zwei Jahren deutlich an Wert verloren hat. Angesichts der harten Konkurrenz ist es nicht einfach, wegfallende Subventionen über einen höheren Preis an Kunden weiterzugeben. Zumindest scheint die BYD-Aktie in den vergangenen Wochen eine Art Boden gefunden zu haben. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob es auch zu einer Erholungsrallye reicht. Zumal in diesem Fall auch der Handelsstreit zwischen China und den USA eine wichtige Rolle spielt.
 
Spekulative Anleger, die steigende Kurse der BYD-Aktie erwarten, könnten mit einem WAVE XXL-Call der Deutschen Bank (WKN DC1NRH) auf ein solches Szenario setzen. Der Hebel dieses Open-End-Papiers liegt derzeit bei 3,46, die Barriere bei 37,30 HKD. Wer aber als spekulativer Anleger eher short-orientiert ist, könnte mit einem WAVE XXL-Put der Deutschen Bank (WKN DS6M0V, aktueller Hebel 2,62, Barriere bei 60,80 HKD) auf fallende Kurse der BYD-Aktie setzen.
 
Stand: 11.07.2019

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