Kashkari (Fed) schlägt "wirklich harten" Lockdown in USA bis zu sechs Wochen vor

Reuters

Washington (Reuters) - Die durch die Corona-Krise schwer angeschlagene US-Wirtschaft könnte nach Einschätzung des US-Notenbankers Neel Kashkari von einem vier bis sechs Wochen langen "wirklich harten" Lockdown im Land letztlich profitieren.

Der Wirtschaft könne eine starke Erholung gelingen, aber nur, wenn das Virus unter Kontrolle gebracht werde, sagte der Präsident der Fed von Minneapolis am Sonntag dem Sender CBS. "Wenn wir das nicht tun, und wenn wir nur dieses grassierende Virus haben, das sich im ganzen Land ausbreitet mit wiederholten Ausbrüchen und lokalen Lockdowns in den nächsten ein oder zwei Jahren, was durchaus möglich ist, werden wir viele, viele weitere Firmenpleiten erleben." Dann werde die Erholung für alle sehr viel langsamer vonstattengehen, warnte Kashkari.

Zum Streit zwischen den Demokraten im US-Kongress und dem Präsidialamt über neue Corona-Hilfen sagte Kashkari, das Land könne sich großzügige Hilfen für Arbeitslose erlauben. Dank der hohen Sparquote müssten die USA ihr Haushaltsdefizit nicht durch Auslandsverschuldung finanzieren. "Das heißt tatsächlich, dass wir als Land viel mehr Ressourcen haben, um die zu unterstützen, die entlassen wurden."[nL8N2F40DH]

Die Corona-Krise hat in den USA einen Konjunktursturz ausgelöst und wirft die größte Volkswirtschaft der Welt um Jahre zurück. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte im zweiten Quartal um auf das Jahr hochgerechnet 32,9 Prozent. Bereits zu Jahresbeginn war ein dickes Minus von 5,0 Prozent zu verzeichnen. Konsum, Investitionen und Exportwirtschaft litten im Frühjahr massiv unter den Folgen der Pandemie, die angesichts der vielen Neuinfektionen längst nicht ausgestanden ist.

Mehr als 4,6 Millionen Menschen in den USA haben sich nach Behördenangaben nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Binnen 24 Stunden seien 58.947 Neuinfektionen gemeldet worden, teilte die Behörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention) am Sonntag mit. Die Gesamtzahl steige damit auf 4.601.526. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus sei um 1132 auf 154.002 angestiegen. Die USA sind sowohl bei der Infektions- als auch bei der Totenzahl das mit Abstand am stärksten betroffene Land der Welt.

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