Knorr-Bremse baut auf Aktionärsfamilie Thiele

Reuters

München (Reuters) - Nach dem Tod von Unternehmens-Patriarch Heinz-Hermann Thiele baut der Münchner Bahn- und Lkw-Zulieferer Knorr-Bremse weiter auf dessen Familie als Großaktionär.

"Wir haben keine Signale von der Familie Thiele, die nahelegen würden, dass es zu Instabilitäten in der Aktionärsstruktur kommen könnte", sagte der neue Vorstandschef Jan Mrosik am Donnerstag in München. Der Self-made-Milliardär Thiele war vergangene Woche überraschend kurz vor seinem 80. Geburtstag gestorben. Er hielt zusammen mit seiner Tochter Julia Thiele-Schürhoff zuletzt noch 59 Prozent an dem Unternehmen, das er 1986 gekauft und zum Weltmarktführer für Zug- und Nutzfahrzeugbremsen gemacht hatte. Wer Thieles Anteile erben wird, sei "Privatangelegenheit der Familie", sagte Mrosik.

Der vormalige Siemens-Manager hatte erst zum Jahreswechsel den Chefposten bei Knorr-Bremse übernommen. Er hofft, dass der Konzern mit fast 30.000 Mitarbeitern nach einer Corona-Delle im besten Fall schon im laufenden Jahr wieder an die Ergebnisse vor der Pandemie anknüpfen kann. Der Umsatz soll um bis zu zwölf Prozent auf 6,5 bis 6,9 Milliarden Euro wachsen, die operative Umsatzrendite (Ebitda-Marge) bei 17,5 bis 19,0 (2020: 18) Prozent liegen. Dabei erwartet Knorr-Bremse in beiden Sparten gegenläufige Entwicklungen: Zu Jahresbeginn werde das Geschäft mit Zug-Bremsen noch lahmen, während das erste Quartal im Nutzfahrzeug-Geschäft das stärkste sein dürfte, sagte Finanzvorstand Frank Weber. Insgesamt werde die Zug-Sparte in diesem Jahr wohl stärker wachsen.

Schon im vergangenen Jahr hatte die Zug-Sparte die Folgen der Corona-Krise abgefedert. Die Bahnbetreiber hätten die um bis zu 80 Prozent eingebrochenen Passagierzahlen zu Wartungsarbeiten genutzt. Der Warenverkehr und die Nutzfahrzeug-Produktion hätten sich zuerst in China und zuletzt auch in Europa und Nordamerika schneller erholt als gedacht. Konzernweit ging der Umsatz um elf Prozent auf 6,16 Milliarden Euro zurück, das operative Ergebnis (Ebitda) sank um 17 Prozent auf 1,11 Milliarden Euro.

Die Aktionäre - allen voran die Familie Thiele - müssen mit einer niedrigeren Dividende rechnen. Finanzvorstand Weber sagte, es gebe keinen Grund, von einer Ausschüttungsquote von 40 bis 50 Prozent des Nettogewinns abzuweichen. Der Nettogewinn sank um 16 Prozent auf 532 Millionen Euro. Für 2019 hatte Knorr-Bremse 1,80 Euro je Aktie ausgeschüttet.

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