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Kommt der Crash? Der „Buffett Indicator“ deutet darauf hin

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Kommt der Crash? Der „Buffett Indicator“ deutet darauf hin

Ohne Frage haben Warren Buffett und der Rest von Berkshire Hathaways (WKN:A0YJQ2) Investment-Team zahllose verschiedene Metriken bei der Hand, mit der sie die Bewertung potenzieller Kaufkandidaten durchführen. Buffett selbst hat jedoch eine bestimmte Kennzahl als besten Indikator für Aktienbewertungen genannt, und diese ist seitdem in der Anlegergemeinde unter dem Spitznamen „Buffett Indicator“ bekannt. Hier gehen wir einmal darauf ein, was genau der Buffett Indicator ist und warum diese Zahl zeigt, dass der Aktienmarkt überhitzt ist.

Der „Buffett Indicator“

Dies ist eine Kennzahl, die Buffett verwendet, um ein allgemeines Gefühl für die Bewertung von US-Aktien zu bekommen. In einem Interview mit dem Fortune Magazine aus dem Jahr 2001 bezeichnete er diese Zahl als „das beste Einzelmaß dafür, wo die Bewertungen zu einem bestimmten Zeitpunkt stehen.“

Es ist darüber hinaus auch eine ziemlich simple Metrik, die man selber berechnen kann. Man teile einfach die gesamte Marktkapitalisierung aller US-Aktien durch das aktuelle Bruttoinlandsprodukt (BIP).

Funktioniert das?

Gut: keine Börsenkennzahlen sind zu 100 % zuverlässig bei der Vorhersage von Korrekturen, Crashs, Rallyes oder stagnierenden Aktienmärkten. Denn sonst wüsste ja jeder, wann er kaufen, verkaufen und halten muss, um seine Gewinne zu maximieren.

Der Buffett Indicator ist zwar kein einwandfreier Indikator, neigt aber dazu, bei heißen Aktienmärkten seinen Höhepunkt und bei schwachen Märkten seinen Tiefpunkt zu erreichen. Wenn also der Indikator unter 80 % – 90 % fällt, hat er in der Vergangenheit signalisiert, dass Aktien gerade günstig sind. Andererseits können deutlich höhere Werte als 100 % darauf hindeuten, dass die Aktien derzeit teuer sind.

So erreichte der Buffett Indicator kurz vor dem Platzen der Dotcom-Blase einen Höchststand von etwa 145 % und erreichte vor der Finanzkrise fast 110 %.

Allerdings muss man zwei wichtige Dinge beachten. Erstens: nur weil der Buffett Indicator signalisiert, dass Aktien billig sind, heißt das nicht, dass sie nicht noch billiger werden können. Im nächsten Abschnitt wird man sehen, dass der Buffett Indicator seinen Tiefpunkt in der Finanzkrise erst erreicht, als er kurzzeitig unter 50 % lag. Und nur weil der Buffett Indicator teuer aussieht (so wie jetzt), bedeutet das nicht, dass die Aktien nicht noch weiter steigen können.

Der Buffett Indicator kann einem also die Bewertung des Aktienmarktes in einem historischen Kontext verdeutlichen. Es sagt keine Höchst- oder Tiefstände voraus.

Wo steht der Buffett Indicator jetzt?

Es mag überraschen, dass die Marktkapitalisierung mit fast 149 % noch nie so hoch war wie heute. Die Zahl steht also noch über den Höchstständen der Zeit der Dotcom-Blase.

Gesamte US-Marktkapitalisierung. Daten von YCharts

Es gibt einige gute Gründe für hohe Bewertungen, wie die neue, niedrigere Unternehmenssteuerquote, die allgemein unternehmensfreundliche Regierung, eine längere Periode historisch niedriger Zinsen, niedrige Arbeitslosigkeit, hohes Verbrauchervertrauen und steigende Unternehmensgewinne, und noch einiges mehr. Ich würde sogar sagen, dass die Tatsache, dass die größte Schwäche des Buffett Indicator darin besteht, dass er viele dieser Sachen nicht berücksichtigt. So lässt sich auch nur schwer die Zeiten von hohen Zinsen und die von niedrigen Zinsen miteinander vergleichen.

Allerdings scheint Buffett selbst einzusehen, dass der Markt im Allgemeinen teuer ist. Schließlich hat der Mangel an attraktiven Investitionsmöglichkeiten dazu geführt, dass Berkshire Hathaway fast 110 Milliarden Dollar an liquiden Mitteln in seiner Bilanz angesammelt hat. Außerdem hat Buffett zum Vorwurf, dass man keine größeren Akquisitionen in letzter Zeit ausdrücklich auf die Bewertung verwiesen.

Sollten Anleger sich Sorgen machen?

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Buffett Indicator zwar eine großartige Momentaufnahme der Aktienbewertungen ist - allerdings keine Kennzahl, die man verwenden sollte, um zu bestimmen, wann Sie kaufen oder verkaufen sollten. Auf die Frage nach dem Buffett Indicator sagte Buffett 2017: „Man kann nicht einfach ein oder zwei Formeln anwenden und dann sagen, dass der Markt unterbewertet oder überbewertet ist.“

So oder so, der Buffett Indicator stand noch nie so hoch wie heute. Obwohl dieser Indikator nicht unbedingt bedeutet, dass sich in naher Zukunft alles ändern wird, ist man vielleicht ganz gut beraten, etwas vorsichtiger zu sein.

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The Motley Fool empfiehlt Aktien von Berkshire Hathaway.

Dieser Artikel von Matthew Frankel erschien am 27.7.2018 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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Foto: The Motley Fool, Matt Koppenheffer

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