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Konjunkturabkühlung ist ein Segen für den Aktienmarkt

Stefan Riße

Es gibt keinen Zweifel daran, die Konjunktur kühlt sich weltweit ab. Nach zehn Jahren Aufschwung ist das nichts Ungewöhnliches. Ausgelöst worden sein dürfte dies durch den Handelsstreit der USA vor allem mit China, aber auch die Unsicherheit darüber, wie Donald Trump mit Europa und insbesondere mit Deutschland und seiner Autoindustrie verfahren wird. Vor diesem Hintergrund investieren Unternehmen weniger. Ich hatte bereits am Jahresanfang an dieser Stelle geschrieben, dass die sichtbare Abschwächung der Konjunktur eine gute Nachricht für die Aktien ist. Jetzt gibt es erste Fakten, die dies untermauern.

Notenbank in den USA steuert um

Der Hauptbelastungsfaktor für die Börsen war im vergangenen Jahr vor allem die restriktivere Notenbankpolitik der USA. Und hier waren es in erster Linie nicht die Zinserhöhungen, sondern das Abschmelzen der Notenbankbilanz durch Anleiheverkäufe. Seit Oktober hat die Federal Reserve (FED) so monatlich 50 Milliarden Liquidität aus dem System genommen. Es ist logisch, dass das nicht gut für Aktien ist. Sprach US-Notenbankpräsident Jerome Powell Ende vergangenen Jahres noch vom Autopiloten, der weiter auf Zinserhöhungskurs ist, hat er nun wie erwartet auf die schwachen Konjunkturdaten reagiert. Es wird eine Pause bei den Zinserhöhungen eingelegt, die Anleiheverkäufe werden reduziert und Ende September ganz auslaufen. Das ist eine gute Nachricht für die Aktienmärkte.

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2020 dürfte das bessere Aktienjahr werden

Der psychologische Effekt des Umsteuerns der amerikanischen Notenbank hat sich schon in Kurssteigerungen gezeigt. Nichtsdestotrotz ist es aber derzeit so, dass die Anleiheverkäufe noch laufen und die Notenbank nicht mehr Liquidität ins System schleust, sondern immer noch reduziert. Insofern ist die Geldpolitik der amerikanischen Notenbank noch restriktiv und noch nicht positiv für den Aktienmarkt. Insofern wird man sich in diesem Jahr wahrscheinlich noch mit größeren Schwankungen und per Saldo womöglich eher einer Seitwärtsbewegung abfinden müssen. Kühlt sich die Wirtschaft weiter ab und senkt die amerikanische Notenbank die Zinsen zum Jahresende, wie es einige schon erwarten, dann könnte 2020 wieder ein sehr gutes Börsenjahr werden, trotz aller konjunktureller Unsicherheit. Das mag zunächst unlogisch klingen, denn die Unternehmensgewinne werden vor diesem Hintergrund nicht mehr so wachsen wie zuletzt, sondern womöglich sogar schrumpfen. Aber erinnert sei daran, dass 2018 trotz enormer Steigerung der Unternehmensgewinne vor allem auch durch die amerikanische Steuerreformen das schlechteste Aktienjahr seit der Finanzkrise war. Die Börsen laufen der Konjunktur stets voraus, deswegen war auch das gar nicht so überraschend. Und so wird der nächste Aktienaufschwung wahrscheinlich schon beginnen, wenn die Konjunktursorgen noch groß sind.

Ohnehin führt an der Aktie kein Weg vorbei. 10-jährige Anleihen in den USA bringen nur noch etwas mehr als zwei Prozent Zinsen und in Deutschland ist die Rendite – man kann es kaum glauben – für 10-jährige Anleihen sogar wieder negativ. Vor diesem Hintergrund dürften Aktien in den kommenden Jahren weiter profitieren, denn rentierliche Anlagen gibt es ansonsten nicht mehr.

Hinweis: Die Inhalte der Kolumnen dienen ausschließlich der Information und stellen weder eine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes dar noch sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die geäußerten Ansichten geben allein die Meinung des jeweiligen Autors wieder. Für den Inhalt der Kolumne ist allein der jeweilige Autor verantwortlich.
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Expertenprofil
Stefan Riße Stefan Riße Kapitalmartktstratege Acatis Investment

Stefan Riße Jahrgang 1968, aus Bremen ist Börsianer mit Leib und Seele. Seit seinem 16. Lebensjahr beschäftigt er sich intensiv mit den internationalen Finanzmärkten.

Nach dem Abitur und Praktika bei Banken und Vermögensverwaltern arbeitete er zwei Jahre lang als Broker, bevor er in den Journalismus wechselte. Er schrieb für Zeitschriften wie Forbes und Focus und ist seit über fünf Jahren ständiger Kolumnist für Focus Money.

Bekannt wurde Stefan Riße aber vor allem aufgrund seiner Tätigkeit als Börsenkorrespondent für "n-tv", wo von 2001 bis 2005 seine Berichte live vom Frankfurter Börsenparkett gesendet wurden. Von 2006 bis 2011 war er Chief Market Strategist der Deutschlandniederlassung von CMC Markets – dem ersten CFD- Market-Maker in Deutschland.

Seit Mai 2018 ist er Kapitalmarktstratege bei Acatis Investment und als dieser nach wie vor gefragter Interviewgast u. a. auch bei "n-tv" wo er regelmäßig auftritt.

Bereits im Alter von 17 Jahren lernte er den im September 1999 verstorbenen Börsenaltmeister André Kostolany kennen, mit dem ihn bis zu dessen Tod eine enge Freundschaft verband.

Sein bisher letztes Buch „Die Inflation kommt!“ war eines der erfolgreichsten Wirtschaftsbücher im Jahr 2010 und erreichte Platz 1 der Handelsblatt-Bestsellerliste.

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