Korrektur im Anflug?

Klaus Brune

Lange Wochenenden können mitunter kostspielig sein. Besonders, wenn es sich um das Labor Day-Wochenende handelt, das viele US-Amerikaner für letzte Sommer-Ausflüge nutzen. Ob das der Grund war, weshalb Anleger in der vergangenen Woche Gewinne einsackten und S&P 500 sowie Nasdaq 100 in der Spitze um 6,7% bzw. 10,6% auf Talfahrt schickten? Der DAX wurde mitgerissen und verlor 5,2%. Oder waren die Kursverluste der Beginn einer längeren Korrektur?

Die Stimmung auf dem Parkett ist zweifelsfrei bullisher geworden. Der Sentiment Index der Börse Frankfurt hat den höchsten Wert seit Ende März erreicht, das Lager der Bären ist in den vergangenen fünf Wochen um ein Fünftel geschrumpft. Ein Grund für die steigende Zuversicht ist die anhaltend lockere Geldpolitik der Fed, deren Strategiewechsel bei der Inflation auch den EZB-Rat am Donnerstag (10.9.) beschäftigen dürfte. In den USA lässt sich die gute Stimmung trotz Pandemie, Unruhen und Präsidentschaftswahl ebenfalls nicht trüben, wie der Blick auf das Put-Call-Verhältnis im August zeigt. Die Investitionsquote bei Fondsmanagern erreichte hohe 95%, der Angst-Gier-Indikator stieg zeitweise auf 74% und damit sehr nah an den extremen Bereich.

All diese Faktoren deuten auf ein fortgeschrittenes Stadium der Rally hin. Es gibt immer weniger Bären, die zu Bullen werden können. Das Potenzial weiterer Kursteigerungen sinkt dadurch. Mit einem erneuten Crash oder einer länger anhaltenden Korrektur rechnen wir zwar nicht, da die wirtschaftlichen Aussichten freundlich bleiben, wie der jüngste Konjunktur-Index von Sentix zeigt. Aber Rücksetzer beim DAX auf bis zu 12 000 Punkte sollten immer einkalkuliert werden. Dadurch ergeben sich neue Kaufgelegenheiten, die Anleger nutzen müssen. Nur so lassen sich in der bevorstehenden und zunächst nach oben begrenzten Seitwärtsphase Gewinne erzielen.

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Expertenprofil
Klaus Brune Klaus Brune Ressortleiter Börse PLATOW Verlag

Klaus Brune leitet seit Juli 2017 das Börsen-Ressort des PLATOW Verlags. Nach einem Studium der Amerikanistik in Frankfurt und Carbondale, lllinois (USA), berichtete er mehr als 20 Jahre auf Deutsch und auf Englisch über die internationalen Finanzmärkte. Bei der News Corp. war er zuletzt als Managing Editor für die deutschsprachige Redaktion von Dow Jones News verantwortlich, zuvor leitete er fast zehn Jahre lang als stellvertretender Redaktionsleiter das Reporternetzwerk des Unternehmens.

Bei der PLATOW Redaktion verantwortet er die beiden Publikationen „PLATOW Börse“ und „PLATOW Emerging Markets“. Im Fokus stehen dabei Aktien, welche sich im Normalfall durch ein bewährtes Geschäftsmodell, eine moderate Bewertung und einen stabilen Newsflow auszeichnen. Als Beimischungen werden auch „Fallen Angels“ mit starkem Kurserholungspotenzial oder kurzfristige Spekulationen mit entsprechend höherem Risiko eingesetzt. Mit seinem Redaktionsteam führt Klaus Brune jährlich mehrere hundert Hintergrundgespräche mit Vorständen und anderen Insidern börsennotierter Gesellschaften.

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