Kräftige Kreditvergabe an Firmen im Euro-Raum hält an

Reuters

Frankfurt (Reuters) - Auch nach vielen Monaten der Corona-Pandemie hält die starke Kreditaufnahme von Firmen im Euro-Raum an.

Im August vergaben die Banken im Währungsgebiet 7,1 Prozent mehr Darlehen an Unternehmen als ein Jahr zuvor, wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Freitag mitteilte. Damit fällt der Anstieg bereits den dritten Monat in Folge so stark aus wie seit elf Jahren nicht mehr. Auch im Juni und Juli lag der Zuwachs bei 7,1 Prozent. An die Haushalte vergaben die Institute im August 3,0 Prozent mehr Kredite als ein Jahr zuvor. Auch in den beiden Monaten zuvor lag der Zuwachs in dieser Höhe.

Wegen der wirtschaftlichen Einschränkungen in Folge der Pandemie in vielen Ländern haben sich viele Unternehmen vorsorglich mit Krediten eingedeckt. Damit wollen sie vermeiden, dass sie trotz zum Teil erheblicher Einbußen in ihren Geschäften bei den Zahlungsverpflichtungen nicht in Verzug geraten. Um die Wirtschaft zu stützen, hatte die EZB zudem massive Hilfsprogramme aufgelegt. Diese sollen unter anderem dafür sorgen, dass der Kreditfluss an die Wirtschaft in der Krise nicht abreißt.

Die Geldmenge M3 erhöhte sich im August um 9,5 Prozent. Volkswirte hatten einen etwas kräftigeren Anstieg um 10,2 Prozent erwartet. M3 umfasst unter anderem Bargeld, Einlagen auf Girokonten sowie Geldmarktpapiere und Schuldverschreibungen. Wenn die Messgröße stark ansteigt, kann dies Volkswirten zufolge auf mittlere bis lange Sicht auf eine höhere Inflation hinweisen. Die EZB verfolgt daher die Entwicklung von M3 sehr eng.

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