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Kundenansturm: Ikea stoppt Küchenverkauf in Russland - Autobauer unterbrechen Belieferungen

Reuters

In Russland stürmen die Menschen die Läden. Ikea stoppt angesichts des Kundenandrangs vorübergehend den Küchenverkauf. Autobauer wie Audi unterbrechen die Belieferung ihrer Händler.

Moskau (Reuters) - Der weltgrößte Möbelhändler Ikea stoppt angesichts eines Kundenansturms vorübergehend den Verkauf von Küchen in Russland. Am Samstag solle der Verkauf aber wieder aufgenommen werden, teilte das schwedische Unternehmen am Donnerstag mit.

Ikea hatte angekündigt, die Preise in Russland anzuheben. Die Russen decken sich wegen des Wertverfalls des Rubels mit Gütern wie Autos, Unterhaltungselektronik und auch Küchen ein. Sie wollen sich so vor einem Wertverlust ihrer Ersparnisse und gegen steigende Preise schützen. In diesem Jahr ist der Rubel um etwa 45 Prozent zum Dollar eingebrochen. Grund ist der Preisverfall bei Öl, dem wichtigsten Exportprodukt.

Autobauer stoppen Lieferungen

Wegen des Rubel-Absturzes haben Autobauer wie Audi und General Motors die Belieferung ihrer Händler in Russland vorübergehend gestoppt. Die Lieferungen seien von Mittwoch bis Freitag unterbrochen und sollen Anfang kommender Woche wieder aufgenommen werden, sagte ein Sprecher der Volkswagen-Tochter.

Dies bedeute aber nicht, dass in Russland keine Autos verkauft würden. Audi denkt den Angaben zufolge über eine Preiserhöhung in Russland nach, um den Rubel-Verfall abzupuffern. Eine Entscheidung gebe es noch nicht. GM und der britisch-indische Hersteller Jaguar Land Rover stoppten ebenfalls zeitweise die Belieferung ihrer Händler vor Ort.

Wie die Opel-Tochter GM, die das Russland-Geschäft verantwortet, mitteilte, wurde der Fahrzeug-Nachschub bereits am Dienstag unterbrochen. Man wolle die geschäftlichen Risiken im Griff behalten. "Wir beobachten die Situation." Alle bereits bestellten Autos der Marken Cadillac, Opel und Chevrolet würden zu den vereinbarten Preisen ausgeliefert. Jaguar Land Rover will über den am Mittwoch in Kraft getretenen Lieferstopp am Freitag erneut entscheiden.

BMW hatte bereits im Frühsommer damit begonnen, Autos, die eigentlich für Russland gedacht waren, in andere Märkte umzuleiten, wo sich mehr Geld damit verdienen lässt. Die Preise vor Ort seien in den vergangenen Monaten immer wieder erhöht worden, sagte ein Konzernsprecher. Pläne, die Belieferung der Händler auszusetzen, gebe es im Moment nicht.

Der russische Automarkt befindet sich seit Monaten im freien Fall. Oberklasse-Anbieter kamen dabei im Schnitt glimpflicher davon als die Massenhersteller. Viele russische Kunden investieren ihr Geld lieber in teure Wertgegenstände als dem Rubel-Verfall tatenlos zuzusehen.

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