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Kurssturz bietet Chancen bei Technologieaktien

Stefan Riße
Kurssturz bietet Chancen bei Technologieaktien

Viele haben den jahrelangen Aufschwung der Technologieaktien verpasst. Aus dem Blickwinkel der Bewertung erschienen die Aktien immer zu teuer. Das Umsatz- und Gewinnwachstum hat aber dann im Nachhinein gezeigt, sie waren es nicht. Erstmals nach vielen Jahren sind die Kurse dieser Aktien, deren prominentesten vier Vertreter mit FANG (Facebook, Apple, Netflix,Google) abgekürzt werden, nennenswert zurück gekommen. So bieten sich nun Chancen, Unternehmen wie Apple weit unter ihren Höchstkursen zu erwerben, wenn man die Aktien weiterhin für aussichtsreich hält. Ein Unternehmen, dessen Kurs noch stärker unter die Räder gekommen ist als der von Apple, ist Nvidia. Notierte der Wert im Sommer 2018 noch bei 290 US-Dollar, ist es jetzt nur noch die Hälfte.

Profiteur des Online-Gamings

Nvidia produziert Mikrochips, die überall da zum Einsatz kommen, wo es um hohe Geschwindigkeit geht, wie beispielsweise im Grafikbereich. Worum es hier geht, wurde mir plastisch klar, als mein Sohn sich seinen eigenen Gaming-PC zusammen baute. Mit meinem könne er da gar nichts anfangen, wurde ich aufgeklärt. Denn heute wird nicht mehr allein gegen den Computer oder zu zweit an der Konsole gespielt. Die Gamingwelt ist längst in der Online-Welt angekommen. Fortnite und Call of Duty sind derzeit wohl die beliebtesten Spiele, in denen sich weltweit 24 Stunden sieben Tage die Woche Millionen von Gamern miteinander messen. Dem Equipment, und hier ist der Schlüssel die Geschwindigkeit der Grafik, kommt eine entscheidende Bedeutung zu. Wer den Gegner früher sieht, weil sein Prozessor die Bewegung schneller erkennt, ist klar im Vorteil. Das Stichwort ist GPU-Leistung. GPU steht für Graphics Processing Unit. Und wer hier high end haben will, der baut  Nvidia Chips in seinen PC ein. Die Branche wächst rasant, vor allem in China, dem größten Markt für Online-Gaming. Die nächste Wachstumsstufe dürfte das Cloud-Gaming sein, bei dem die Grafikberechnungen an ein Rechenzentrum ausgelagert werden.

Selbstfahrende Autos als großer Zukunftsmarkt

Doch Gaming ist nur ein schnell wachsender Bereich, in dem Nvidia-Prozessoren benötigt werden. Autonomes Fahren gehört ebenfalls dazu und steht vor gewaltigem Wachstum. Bis auf BMW, die hier mit Intel und dessen Erwerb „Mobile Eye“ zusammenarbeiten, setzen alle anderen Unternehmen, die in diesem Bereich entwickeln, auf GPUs von Nvidia.

Ein wichtiger Player im wichtigen Bereich Cloud-Services

Genauso ist es auch im Cloud Computing. Dieses erschöpft sich schon längst nicht mehr in dem, was die von mir genutzte „Dropbox“ anbietet. Es geht heute um aufwendige Datenanalyse auch unter Einsatz von künstlicher Intelligenz. Diese Tools bieten Größen wie Amazon, Google und Microsoft an. Und weil nur sie diese Analysetools haben und das Vertrauen der Branche genießen, teilen sie sich den Markt quasi auf. Und wer liefert diesen Anbietern die Prozessoren? Wieder Nvidia. Es ist eine alte Wahrheit, dass das große Geld einst nicht die Goldgräber, sondern die Schaufelverkäufer machten. Nvidia ist ein solcher Schaufelverkäufer im digitalen Zeitalter.

Kurs leidet unter Bitcoin-Schwäche

Der Kurs der Aktie kam zuletzt auch deshalb stark unter die Räder, weil die Prozessoren von Nvidia auch zum Schürfen von Bitcoins eingesetzt wurden. Da hier zum Lösen der Gleichungen immer leistungsstärkere Computer benötigt werden, wurden auch hier zunehmend Nvidia-Komponenten verwendet. Mit der Schwäche des Bitcoins ist auch das Schürfen der digitalen Münzen unattraktiver geworden, was dementsprechend die Nachfrage einbrechen ließ. Zuletzt kam dann die generell schwächelnde Nachfrage aus China noch dazu, die auch Apple zu schaffen macht.

Langfristige Aussichten bleiben glänzend

Zwar sind die kurzfristigen Umsatz- und Gewinnprognosen zuletzt zurück genommen worden, aufgrund der hervorragenden Positionierung sind die langfristigen Aussichten jedoch nach wie vor glänzend. Die Zahlen sprechen für sich. So dürfte sich der Umsatz trotz Prognosesenkung von fünf Milliarden US-Dollar in 2016 auf geschätzt knapp 12 Milliarden im abgelaufenen Geschäftsjahr (endete am 31.Januar 2019) mehr als verdoppelt haben. Im jetzt beginnenden Geschäftsjahr wird es erstmals zu einem leichten Umsatz- und Gewinnrückgang kommen. 2021 soll es laut Schätzungen dann aber schon wieder mit beiden Kennzahlen deutlich nach oben gehen. Die operative Gewinnmarge liegt bei unglaublichen 43 Prozent. 2016 waren es noch 22 Prozent. Hier werden enorme Skaleneffekte sichtbar und auch die Preissetzungsmacht, die eine überlegende Technologie liefert. Mit einem geschätzten Kurs/Gewinn-Verhältnis für das laufende Geschäftsjahr von 26 und 19 für 2021 ist die Aktie bei den Wachstumsraten und dieser Marktstellung nicht mehr teuer.

Mit unserem Flagschiff-Fonds Acatis Aktien Global sind wir in Nvidia investiert.

Foto: MaxxiGo / Shutterstock.com

Hinweis: Die Inhalte der Kolumnen dienen ausschließlich der Information und stellen weder eine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes dar noch sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die geäußerten Ansichten geben allein die Meinung des jeweiligen Autors wieder. Für den Inhalt der Kolumne ist allein der jeweilige Autor verantwortlich.
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Expertenprofil
Stefan Riße Stefan Riße Kapitalmartktstratege Acatis Investment

Stefan Riße Jahrgang 1968, aus Bremen ist Börsianer mit Leib und Seele. Seit seinem 16. Lebensjahr beschäftigt er sich intensiv mit den internationalen Finanzmärkten.

Nach dem Abitur und Praktika bei Banken und Vermögensverwaltern arbeitete er zwei Jahre lang als Broker, bevor er in den Journalismus wechselte. Er schrieb für Zeitschriften wie Forbes und Focus und ist seit über fünf Jahren ständiger Kolumnist für Focus Money.

Bekannt wurde Stefan Riße aber vor allem aufgrund seiner Tätigkeit als Börsenkorrespondent für "n-tv", wo von 2001 bis 2005 seine Berichte live vom Frankfurter Börsenparkett gesendet wurden. Von 2006 bis 2011 war er Chief Market Strategist der Deutschlandniederlassung von CMC Markets – dem ersten CFD- Market-Maker in Deutschland.

Seit Mai 2018 ist er Kapitalmarktstratege bei Acatis Investment und als dieser nach wie vor gefragter Interviewgast u. a. auch bei "n-tv" wo er regelmäßig auftritt.

Bereits im Alter von 17 Jahren lernte er den im September 1999 verstorbenen Börsenaltmeister André Kostolany kennen, mit dem ihn bis zu dessen Tod eine enge Freundschaft verband.

Sein bisher letztes Buch „Die Inflation kommt!“ war eines der erfolgreichsten Wirtschaftsbücher im Jahr 2010 und erreichte Platz 1 der Handelsblatt-Bestsellerliste.

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