Kutzers Zwischenruf: Das gefährliche Virus – auch eine Chance für Aktienanleger

Hermann Kutzer

Die Überschrift mag zynisch erscheinen, ist es aber gewiss nicht. Denn sie fasst die momentane Beurteilung von Chance und Risiko zusammen - eine Polarität, mit der es Börsianer und Privatanleger immer wieder zu tun haben. Mittlerweile wird das gefährliche Coronavirus nicht nur in Asien gefürchtet. Seine denkbare Ausbreitung von Ost nach West verschreckt Investoren in aller Welt. Die Rekordlaune an den Börsen wird erst einmal durch düstere Sorgen abgelöst. Für spürbar zunehmende Nervosität unter den Anlegern hat heute die Meldung gesorgt, dass die besonders schwer von dem neuartigen Virus betroffene Millionenmetropole Wuhan durch die chinesische Regierung praktisch abgeriegelt wurde.

Die Angst ist verständlich. Selbst Wissenschaftler warnen vor dem Risiko einer Pandemie. Mein (völlig unwissenschaftliches) Bauchgefühl sagt mir aber, dass wir - vor allem, dass die Chinesen selbst - das Virus bald in den Griff bekommen werden. Zur Erinnerung: Unter Pandemie versteht man die länder- und kontinentübergreifende Ausbreitung einer Krankheit beim Menschen, im engeren Sinn die Ausbreitung einer Infektionskrankheit. Im Unterschied zur Epidemie ist eine Pandemie somit örtlich nicht beschränkt. Damit wird deutlich, dass man sich - wo nötig und möglich - auf das Coronavirus einstellen sollte!

Dennoch, als professioneller Anlageberater (der ich nicht bin) würde ich mutigen Kunden empfehlen, deutliche Kursrückschläge auch als Chance zu betrachten und für Aktienkäufe zu nutzen. Entscheidendes Motiv ist allerdings nicht eine gelassene Haltung gegenüber dem Virus, sondern die eindeutig positive Erfahrung der Börsen mit Wahljahren. Ausgehend von den Annahmen, dass das Impeachment-Verfahren scheitern und Donald J. Trump wiedergewählt wird, sollte es im Jahresverlauf 2020 mit Dow und Dax weiter aufwärts gehen. Der umstrittene US-Präsident (ich gehöre zum Kreis seiner Kritiker) wird weiter alles im Sinne seiner „America-first!“-Strategie tun - zugunsten der heimischen Wirtschaft. Denken Sie also darüber nach, geschätzte Anleger, ob Sie für den Fall weiterer Kursrücksetzer Ihre Aktienpositionen nicht aufstocken wollen!

Hinweis: Die Inhalte der Kolumnen dienen ausschließlich der Information und stellen weder eine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes dar noch sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die geäußerten Ansichten geben allein die Meinung des jeweiligen Autors wieder. Für den Inhalt der Kolumne ist allein der jeweilige Autor verantwortlich.
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Expertenprofil
Hermann Kutzer Hermann Kutzer Freier Wirtschaftsjournalist, Finanzmarkt-Kommentator

Hermann Kutzer ist der dienstälteste journalistische Finanzmarktbeobachter in Deutschland: Seit mittlerweile 50 Jahren beobachtet er die nationalen Börsen und internationalen Wertpapier- und Rohstoffmärkte. Davon war er gut drei Jahrzehnte lang für die Verlagsgruppe Handelsblatt tätig, zuletzt als Chefredakteur des Monatsmagazins „DMEuro“.

Seit 2007 bietet der Routinier seine Erfahrung freiberuflich an: Analysen und Kolumnen, TV-Kommentare, Vorträge, Moderationen und Kommunikationsberatung. Nach seinem Hörbuch „Verstehen Sie Börse!“ (Finanzbuch Verlag, 2008) erschien im Frühjahr 2012 als Kutzers Manifest im Börsenbuchverlag „Vom Raubtierkapitalismus zur Planwirtschaft?“ Zu seinem umfangreichen Web-Auftritt gehört seit einiger Zeit „Kutzers Marktplatz“ mit Beiträgen über die unterschiedlichsten Anlagemöglichkeiten. Außerdem ist im Frühjahr 2013 der neue Internet-Kanal KUTZER-TV auf Sendung gegangen.

Der Journalist und Publizist engagiert sich seit Jahrzehnten für die privaten Anleger und in diesem Zusammenhang für die Weiterentwicklung der Aktienkultur. Er betrachtet es als seine vorrangige Aufgabe, die Vermittlung von Wissen über die Zusammenhänge des Sparens und Anlegens zu unterstützen. Dabei ist der „Marktmensch“ ein bekennender Marktwirtschaftler, der mit großer Skepsis die zunehmende Regulierung der Märkte durch die Politik auf nationaler und europäischer Ebene betrachtet.

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