Kutzers Zwischenruf: Eine bunte Palette von Kaufempfehlungen

Hermann Kutzer

Der Dax bleibt in Rekordlaune. Manche werden sich jetzt ärgern, dass sie zu früh ausgestiegen sind. Andere werden sich fragen, warum sie im Laufe der zweiten Jahreshälfte nicht eingestiegen sind. Und dann gibt es sicher viele Anleger, die grübeln, ob sie jetzt schnell aufspringen sollten. Haken Sie das Vergangene ab und setzen Sie sich jetzt nicht unter Zeitdruck, lautet meine Empfehlung. Nutzen Sie Feiertage und Jahreswechsel besser zu einem „Selbst-Check“: Was sind meine Anlageziele und bin ich auf dem richtigen Weg? Das führt automatisch zur Überprüfung des Portfolios. Wenn Sie dann (erst dann!) die Entscheidung treffen, geschätzte Anleger, neue Engagements vorzunehmen, werden Ihnen zahlreiche konkrete Empfehlungen und Tipps entgegenkommen. Die Angebotspalette ist so bunt wie selten, Sie haben deshalb eher die Qual der Wahl. Dabei müssen Sie sich auch mit modernen Begriffen und Abkürzungen auseinandersetzen - Nachhaltigkeit, ESG, Disruption, KI usw. Um das zu untermauern, habe ich ein paar unterschiedliche Vorschläge der professionellen Anlagestrategen herausgepickt.

Von allen möglichen Seiten wird das Beton-Gold herausgestellt, denn neue Zahlen stützen die These, dass viele Menschen in Krisenzeiten ungeachtet aller Existenzsorgen stärker denn je auf Wohneigentum setzen. So vermeldet die Baubranche für den Wohnungsbau - im Gegensatz zu anderen Segmenten - ein Umsatzwachstum. In Baden-Württemberg, dem Mutterland der Häuslebauer, wird das beispielhaft sichtbar: Zum Ende des dritten Quartals vermeldete die Südwest-Baubranche im Wohnungsbau sowohl beim Umsatz als auch bei den Neuaufträgen ein deutliches Plus im Jahresvergleich. Auch die Zahl der genehmigten Wohnungen und Wohnhäuser lag hier höher als 2019. Trotz Corona-Krise, oder vielleicht gerade deshalb, investieren die Menschen verstärkt in die eigenen vier Wände, wird von Verbandsseite kommentiert.

Für unseren Dax und den deutschen Aktienmarkt insgesamt gibt es zahlreiche Empfehlungen. Der von mir geschätzte Rosenheimer TM Börsenverlag freut sich zu recht über die Performance seines BOTSI-Advisors. BOTSI (steht für Best-of-Trends-System-Investment) ist ein „nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Trendfolge“ entwickelter Anlageroboter für eine aktive Steuerung von Aktienportfolios. Während die historischen Wurzeln dieser Anlagestrategie aus dem institutionellen Bereich stammen, eröffnet sich jetzt auch Privatanlegern die Möglichkeit, risikokontrolliert an der Börse zu investieren. Dank der boerse.de-Signale können Anleger das vom BOTSI®-Advisor regelbasiert gesteuerte Musterportfolio für deutsche Aktien einfach eins zu eins nachbilden. Das Musterdepot investiert in maximal zehn Aktien, wobei zu jeder Empfehlung auch geeignete Derivate-Alternativen genannt werden. Die Gewinne in der historischen

Rückrechnung sind wirklich beeindruckend: Das Musterdepot hat seit dem Jahr 2000 durchschnittlich 21,9% jährlich gewonnen!

Immer mehr Anleger achten bei der Geldanlage auf Nachhaltigkeit: Von 2018 auf 2019 haben sich die sogenannten ESG-Investments privater Anleger knapp verdoppelt. Die Abkürzung ESG steht für Environmental, Social und Governance und damit für ökologische und soziale Kriterien sowie eine gute Unternehmensführung. Ökologisch bedeutet, dass das Unternehmen, in welches ein Fonds investiert, umweltverträglich produziert. Zur sozialen Komponente gehören faire Arbeitsbedingungen. Eine gute Unternehmensführung zeichnet sich beispielsweise durch die hinreichende Berücksichtigung der Anlegerinteressen aus. Eine transparente Bewertung von Wertpapieren hinsichtlich nachhaltiger Kriterien nehmen spezialisierte, unabhängige Research-Unternehmen vor. Wer aber keine Zeit hat, sich damit intensiv zu beschäftigen, kann die Entscheidung der nachhaltigen Titelauswahl auch einem professionellen Fondsmanagement überlassen. Die Strategen der Ergo Group nennen zum Beispiel den Fonds MEAG Nachhaltigkeit, ein vom Wirtschaftsmagazin Capital kürzlich ausgezeichneter internationaler Aktienfonds.

Neben aktiven Fonds und ETFs sind vor allem Stockpicker scharf auf Einzelwerte-Empfehlungen. Die DZ Bank hat jetzt den fairen Wert für Encavis von 20,00 auf 25,10 Euro angehoben und die Einstufung auf „Kaufen“ belassen. Encavis, ein Betreiber von Solarparks und Windkraftanlagen, wächst seit Jahren dank Übernahmen und neu eröffneter Wind- und Solarparks. Das Unternehmen ist ein Profiteur der Klimawende. Auf beiden Seiten des Atlantik wird eine deutliche Verstärkung des Klimaschutzes geplant. Aber selbst ohne diese Programme seien wegen der zunehmenden Konkurrenzfähigkeit von Sonnen- und Windstrom die Zukunftsaussichten für Encavis rosig, heißt es in einer Studie.

Hinweis: Die Inhalte der Kolumnen dienen ausschließlich der Information und stellen weder eine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes dar noch sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die geäußerten Ansichten geben allein die Meinung des jeweiligen Autors wieder. Für den Inhalt der Kolumne ist allein der jeweilige Autor verantwortlich.
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Expertenprofil
Hermann Kutzer Hermann Kutzer Freier Wirtschaftsjournalist, Finanzmarkt-Kommentator

Hermann Kutzer ist der dienstälteste journalistische Finanzmarktbeobachter in Deutschland: Seit mittlerweile 50 Jahren beobachtet er die nationalen Börsen und internationalen Wertpapier- und Rohstoffmärkte. Davon war er gut drei Jahrzehnte lang für die Verlagsgruppe Handelsblatt tätig, zuletzt als Chefredakteur des Monatsmagazins „DMEuro“.

Seit 2007 bietet der Routinier seine Erfahrung freiberuflich an: Analysen und Kolumnen, TV-Kommentare, Vorträge, Moderationen und Kommunikationsberatung. Nach seinem Hörbuch „Verstehen Sie Börse!“ (Finanzbuch Verlag, 2008) erschien im Frühjahr 2012 als Kutzers Manifest im Börsenbuchverlag „Vom Raubtierkapitalismus zur Planwirtschaft?“ Zu seinem umfangreichen Web-Auftritt gehört seit einiger Zeit „Kutzers Marktplatz“ mit Beiträgen über die unterschiedlichsten Anlagemöglichkeiten. Außerdem ist im Frühjahr 2013 der neue Internet-Kanal KUTZER-TV auf Sendung gegangen.

Der Journalist und Publizist engagiert sich seit Jahrzehnten für die privaten Anleger und in diesem Zusammenhang für die Weiterentwicklung der Aktienkultur. Er betrachtet es als seine vorrangige Aufgabe, die Vermittlung von Wissen über die Zusammenhänge des Sparens und Anlegens zu unterstützen. Dabei ist der „Marktmensch“ ein bekennender Marktwirtschaftler, der mit großer Skepsis die zunehmende Regulierung der Märkte durch die Politik auf nationaler und europäischer Ebene betrachtet.

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