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Kutzers Zwischenruf: Eine neue Börsenweisheit für Privatanleger

Hermann Kutzer

Jeder kennt sie (oder hat zumindest davon gehört) - die Lehrsprüche und Weisheiten für Anleger. Ein Verdienst vor allem von Börsenaltmeister André Kostolany. Manche haben einen saisonalen Bezug und/oder geben Empfehlungen zum Verhalten am Aktienmarkt. Beispiele: „Greife nie in ein fallendes Messer“ und das legendäre „Sell in May and go away - Always remember to come back in September“. Dieser mutmaßlich besonders spannende Monat steht jetzt vor der Tür. Also bald wieder Aktien kaufen?

In einer Analyse diverser Börsenweisheiten hat Allianz Global Investors die durchschnittlichen Monatsrenditen des Dax seit 1965 miteinander verglichen und tatsächliche Saisonmuster dargestellt. Besonders auffällig, dass die Monate Mai, Juni, August und September im Durchschnitt eine negative Rendite aufweisen. Genau genommen müsste es also heißen: Verkaufe Anfang Mai und steige Ende September wieder ein. Wer macht das schon? Okay, oft werden doch die besten Tage für den Wiedereinstieg verpasst. Aber erstens weiß man das erst hinterher und zweitens ist der spätere Wiedereinstieg bei der Aktienanlage gewiss nicht schlimm. Folgenschwerer ist nach meiner Erfahrung das zu späte Verkaufen vieler Privatanleger in einer Abwärtsbewegung. Dann gilt auch das allgemeine Sprichwort „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“.

September hin, September her - ich empfehle bis jetzt jedenfalls keine Eile mit dem Aufbau von neuen Aktienpositionen. Wichtiger erscheint mir, eine neue „Börsenweisheit“ zu befolgen, die ich heute formuliert habe. Denn es kommt bei allen wichtigen Entscheidungen darauf an, auf Verstand und Bauchgefühl („und“!) zu hören. Klingt eine Stimme höchst skeptisch bis warnend, würde ich das Vorhaben sein lassen (oder verschieben). Das sollte auch für die Taktik bei der Kapitalanlage gelten. Deshalb mein Spruch: „Verlass‘ Dich nicht auf alten Brauch - vertraue lieber Kopf und Bauch!“

Hinweis: Die Inhalte der Kolumnen dienen ausschließlich der Information und stellen weder eine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes dar noch sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die geäußerten Ansichten geben allein die Meinung des jeweiligen Autors wieder. Für den Inhalt der Kolumne ist allein der jeweilige Autor verantwortlich.
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Expertenprofil
Hermann Kutzer Hermann Kutzer Freier Wirtschaftsjournalist, Finanzmarkt-Kommentator

Hermann Kutzer ist der dienstälteste journalistische Finanzmarktbeobachter in Deutschland: Seit mittlerweile 50 Jahren beobachtet er die nationalen Börsen und internationalen Wertpapier- und Rohstoffmärkte. Davon war er gut drei Jahrzehnte lang für die Verlagsgruppe Handelsblatt tätig, zuletzt als Chefredakteur des Monatsmagazins „DMEuro“.

Seit 2007 bietet der Routinier seine Erfahrung freiberuflich an: Analysen und Kolumnen, TV-Kommentare, Vorträge, Moderationen und Kommunikationsberatung. Nach seinem Hörbuch „Verstehen Sie Börse!“ (Finanzbuch Verlag, 2008) erschien im Frühjahr 2012 als Kutzers Manifest im Börsenbuchverlag „Vom Raubtierkapitalismus zur Planwirtschaft?“ Zu seinem umfangreichen Web-Auftritt gehört seit einiger Zeit „Kutzers Marktplatz“ mit Beiträgen über die unterschiedlichsten Anlagemöglichkeiten. Außerdem ist im Frühjahr 2013 der neue Internet-Kanal KUTZER-TV auf Sendung gegangen.

Der Journalist und Publizist engagiert sich seit Jahrzehnten für die privaten Anleger und in diesem Zusammenhang für die Weiterentwicklung der Aktienkultur. Er betrachtet es als seine vorrangige Aufgabe, die Vermittlung von Wissen über die Zusammenhänge des Sparens und Anlegens zu unterstützen. Dabei ist der „Marktmensch“ ein bekennender Marktwirtschaftler, der mit großer Skepsis die zunehmende Regulierung der Märkte durch die Politik auf nationaler und europäischer Ebene betrachtet.

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