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Kutzers Zwischenruf: Miese Anlegerstimmung, miese Zahlen – aber steigende Aktienkurse

Hermann Kutzer

Hallo allerseits! Ich habe Sie ja schon oft vor der tagesaktuellen Nachrichtenlage gewarnt. Heute sind die Informationen sogar von längerfristiger Bedeutung - und trotzdem passen sie nicht zur Kursentwicklung (besser: Die Kursentwicklung von Dax & Co. passt aktuell nicht zu wichtigen Informationen). Das erschwert allen Akteuren und Beobachtern die Bewertung.

Die stark beachteten Meinungsforscher von Sentix kommentieren ihren neuen Konjunkturindex, der auf einer monatlichen Umfrage beruht: „Ein Schlag unter die Gürtellinie.“ Denn die erneute Eskalation im US-China-Handelsstreit belastet auch die Euroland-Konjunktur erheblich. Der Gesamtindex fällt im Mai um 8 Punkte auf -3,3 Punkte. In Deutschland ist die Lage noch ernster, denn der Gesamtindex rutscht erstmals seit März 2010 wieder in den negativen Bereich. Das bedeutet laut Sentix: Eine Rezession wird damit sehr wahrscheinlich. Obwohl sich US-Präsident als sicherer Sieger seiner Handelspolitik fühlt, schützt dies die US-Wirtschaft nicht vor den Folgen seiner Politik. Der US-Gesamtindex fällt um mehr als 10 Punkte auf den tiefsten Stand Februar 2016.

Allerdings kommt die renommierte Prüfungsgesellschaft EY (Ernst & Young) mit einer neuen Studie heraus, wonach US-Konzerne in punkto Umsatz- und Gewinnwachstum weltweit führend sind: Während die größten nordamerikanischen Unternehmen ihren Umsatz im vergangenen Jahr um durchschnittlich 9,0 Prozent steigern konnten, lag das Umsatzwachstum der europäischen Großunternehmen im Schnitt nur bei 4,3 Prozent. Asiens Großunternehmen schafften ein Wachstum von 8,4 Prozent. Und auch beim Gewinnwachstum verlieren Europas Top-Konzerne den Anschluss: Sie konnten 2018 den operativen Gewinn nur um 3,9 Prozent erhöhen, während die US- und asiatischen Konzerne mit 8,1 bzw. 9,8 Prozent mehr als doppelt so stark zulegten. Ausgerechnet die deutschen Unternehmen, von denen es 2018 insgesamt 44 ins Ranking der 1.000 umsatzstärksten börsennotierten Unternehmen der Welt schafften, waren beim Wachstum im vergangenen Jahr weltweit Schlusslicht.

Und der Dax? Der erholt sich - diesmal Trump gestärkt am Seil der Wall Street - und klettert heute Vormittag schon wieder munter über die Marke von 12.200. Nun gut, die Stimmungsumfragen können sich von Woche zu Woche richtungstechnisch völlig verändern (wir leben ja im Zeitalter extremer Kurzfristigkeit). Und die Analyse der Unternehmenskennzahlen bezieht sich auf das zurückliegende Geschäftsjahr. Dagegen werden die aktuellen Börsenkurse von den hoffnungsvollen Über-Pfingsten-News zum Zoll-Zoff angetrieben, weil die positiv für die Konjunktureinschätzung der Zukunft und Zinssenkungshoffnungen klingen. Das Gesamtbild bleibt diffus. Ich traue der Politik (und Trump) auch heute nicht. Sie, geschätzte Anleger, sollten wachsam-vorsichtig bleiben - vor allem gegenüber europäischen Aktien!

Hinweis: Die Inhalte der Kolumnen dienen ausschließlich der Information und stellen weder eine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes dar noch sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die geäußerten Ansichten geben allein die Meinung des jeweiligen Autors wieder. Für den Inhalt der Kolumne ist allein der jeweilige Autor verantwortlich.
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Expertenprofil
Hermann Kutzer Hermann Kutzer Freier Wirtschaftsjournalist, Finanzmarkt-Kommentator

Hermann Kutzer ist der dienstälteste journalistische Finanzmarktbeobachter in Deutschland: Seit mittlerweile 50 Jahren beobachtet er die nationalen Börsen und internationalen Wertpapier- und Rohstoffmärkte. Davon war er gut drei Jahrzehnte lang für die Verlagsgruppe Handelsblatt tätig, zuletzt als Chefredakteur des Monatsmagazins „DMEuro“.

Seit 2007 bietet der Routinier seine Erfahrung freiberuflich an: Analysen und Kolumnen, TV-Kommentare, Vorträge, Moderationen und Kommunikationsberatung. Nach seinem Hörbuch „Verstehen Sie Börse!“ (Finanzbuch Verlag, 2008) erschien im Frühjahr 2012 als Kutzers Manifest im Börsenbuchverlag „Vom Raubtierkapitalismus zur Planwirtschaft?“ Zu seinem umfangreichen Web-Auftritt gehört seit einiger Zeit „Kutzers Marktplatz“ mit Beiträgen über die unterschiedlichsten Anlagemöglichkeiten. Außerdem ist im Frühjahr 2013 der neue Internet-Kanal KUTZER-TV auf Sendung gegangen.

Der Journalist und Publizist engagiert sich seit Jahrzehnten für die privaten Anleger und in diesem Zusammenhang für die Weiterentwicklung der Aktienkultur. Er betrachtet es als seine vorrangige Aufgabe, die Vermittlung von Wissen über die Zusammenhänge des Sparens und Anlegens zu unterstützen. Dabei ist der „Marktmensch“ ein bekennender Marktwirtschaftler, der mit großer Skepsis die zunehmende Regulierung der Märkte durch die Politik auf nationaler und europäischer Ebene betrachtet.

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