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Kutzers Zwischenruf: Mut zu China

Hermann Kutzer

Hallo allerseits! Vorhin kam die OECD mit ihrem neuen Wirtschaftsausblick - Ergebnis: keine Überraschung, aber eine Mahnung: Die Weltwirtschaft wächst seit Ende 2018 deutlich langsamer und stabilisiert sich jetzt auf moderatem Niveau. Eskalierende Handelskonflikte und gefährliche Schwachstellen im Finanzsystem könnten die Weltwirtschaft aber weiter schwächen, indem sie Vertrauen und Investitionen untergraben. Die Weltwirtschaft dürfte in den kommenden zwei Jahren mäßig wachsen, aber anfällig bleiben. Zu den Schwachstellen gehören Spannungen in den Handelsbeziehungen, starke politische Unsicherheiten, Risiken an den Finanzmärkten und ein verringertes Wirtschaftswachstum in China.

Meine Rede. Ihr solltet trotzdem auf China setzen - unabhängig davon, was Ihr vom Regime in Peking haltet. Denn China (und künftig auch Indien) ist mitbestimmend für unsere Zukunft (nicht nur technologisch). Große Investoren haben dies längst erkannt und lenken Kapitalströme nach Asien. Kommen von dort enttäuschende Nachrichten, werden die Gelder kurzfristig auch wieder abgezogen. China-Aktien haben in den vergangenen Wochen ganz schön eins auf den Deckel gekriegt - bitte mal die Charts vom Hang Seng und MSCI China angucken! Dennoch, wer mutig ist,  kann jetzt einen Teil seines frischen Kapitals wieder in China anlegen.

Rückenwind gibt’s durch den neuen China Economic Panel (CEP) von ZEW und Fudan Universität (Shanghai). In der heute vorgelegten Mai-Umfrage sind die Konjunkturerwartungen für China erneut gestiegen. Der Wert des CEP-Indikators, der die Konjunkturerwartungen internationaler Finanzmarktexperten für China auf Sicht von zwölf Monaten wiedergibt, liegt jetzt bei 1,7 Punkten (April: minus 11,9 Punkte). Zum ersten Mal seit März 2018 befindet sich dieser Indikator damit wieder im positiven Bereich und liegt praktisch gleichauf mit seinem langfristigen Durchschnitt von 1,8 Punkten! Zwar hat sich die Beurteilung der aktuellen konjunkturellen Situation verschlechtert - was angesichts des anhaltenden Zoll-Zoffs mit den Amerikanern kein Wunder ist. Wichtiger ist in meinen Augen aber, wie deutlich die Umfrageergebnisse zeigen, dass die Experten mit einer nachhaltigen Wirkung der aktiven Konjunkturpolitik rechnen und davon ausgehen, dass das offizielle Wachstumsziel von 6,0 Prozent bis 6,5 Prozent erreicht wird.

Hinweis: Die Inhalte der Kolumnen dienen ausschließlich der Information und stellen weder eine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes dar noch sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die geäußerten Ansichten geben allein die Meinung des jeweiligen Autors wieder. Für den Inhalt der Kolumne ist allein der jeweilige Autor verantwortlich.
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Expertenprofil
Hermann Kutzer Hermann Kutzer Freier Wirtschaftsjournalist, Finanzmarkt-Kommentator

Hermann Kutzer ist der dienstälteste journalistische Finanzmarktbeobachter in Deutschland: Seit mittlerweile 50 Jahren beobachtet er die nationalen Börsen und internationalen Wertpapier- und Rohstoffmärkte. Davon war er gut drei Jahrzehnte lang für die Verlagsgruppe Handelsblatt tätig, zuletzt als Chefredakteur des Monatsmagazins „DMEuro“.

Seit 2007 bietet der Routinier seine Erfahrung freiberuflich an: Analysen und Kolumnen, TV-Kommentare, Vorträge, Moderationen und Kommunikationsberatung. Nach seinem Hörbuch „Verstehen Sie Börse!“ (Finanzbuch Verlag, 2008) erschien im Frühjahr 2012 als Kutzers Manifest im Börsenbuchverlag „Vom Raubtierkapitalismus zur Planwirtschaft?“ Zu seinem umfangreichen Web-Auftritt gehört seit einiger Zeit „Kutzers Marktplatz“ mit Beiträgen über die unterschiedlichsten Anlagemöglichkeiten. Außerdem ist im Frühjahr 2013 der neue Internet-Kanal KUTZER-TV auf Sendung gegangen.

Der Journalist und Publizist engagiert sich seit Jahrzehnten für die privaten Anleger und in diesem Zusammenhang für die Weiterentwicklung der Aktienkultur. Er betrachtet es als seine vorrangige Aufgabe, die Vermittlung von Wissen über die Zusammenhänge des Sparens und Anlegens zu unterstützen. Dabei ist der „Marktmensch“ ein bekennender Marktwirtschaftler, der mit großer Skepsis die zunehmende Regulierung der Märkte durch die Politik auf nationaler und europäischer Ebene betrachtet.

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