Kutzers Zwischenruf: Wie Sie Ihr Depot jetzt bunt mischen können

Hermann Kutzer

Die Sorgen um Menschen, Wirtschaft und die ganze Gesellschaft stehen weiter im Vordergrund, zugleich bleiben die Hoffnungen auf Wertsteigerungen der Kapitalanlagen bestehen. Weil das auf den ersten Blick nicht zusammenpasst, zweifeln viele Privatanleger an der Stabilität des Börsengeschehens. Und wer seine Liquidität in sinnvolle Investments umwandeln möchte, sucht attraktive Anlageklassen. Mit dem ewigen Appell einer möglichst breiten Streuung (über einzelne Märkte hinweg) im Ohr suchen viele von Ihnen, geschätzte Anleger, nach attraktiven Produkten mit Fantasie.

Deshalb habe ich aktuelle Vorschläge herausgepickt, die sich als Depotbeimischung eignen - wer möchte auch als Satelliten für eine von mir geschätzte „Core-Satellite-Strategie“. Es handelt sich nicht um mutmaßlich „heiße Tipps“ von mir, sondern um Empfehlungen namhafter Banken und Vermögensverwalter.

Die Beurteilung der Edelmetallperspektiven fällt nach den deutlichen Preiskorrekturen unterschiedlich aus. Ich selbst favorisiere ja physisches Gold als Währungsalternative für Katastrophenfälle. Anlagestrategen haben jetzt auch die Aktien der Produzenten wiederentdeckt. Auf den ersten Blick könnte man angesichts der deutlichen Abkopplung der Goldminenaktien vom breiten Aktienmarkt meinen, dass die letztjährige Rally der Gold- und Silberminenaktien nur ein Strohfeuer war - ein weiterer enttäuschender Fehlstart. Bei genauerem Hinsehen stellen wir als aktive Manager aber fest, dass sich die operative Performance von Gold- und Silberminengesellschaften von Quartal zu Quartal verbessert hat, schreiben die Londoner Vermögensverwalter von Jupiter in einer Analyse. Höhere Free Cashflows, steigende Dividenden, Explorationserfolge und verstärkte Fusions- und Übernahmeaktivitäten deuten auf einen positiven Ausblick für fehlbewertete Gold- und Silberminenunternehmen hin. Die Experten sehen wir beste Voraussetzungen für einen „nachhaltig steigenden Goldpreis“ und somit auch einen Anstieg des Silberpreises, sobald wieder mehr Anlagegelder fließen.

Nach einem furiosen Jahresstart mit rund 40 Prozent Kurszuwächsen haben die Ölpreise innerhalb von wenigen Handelstagen 15 Prozent verloren. Gestern legten sie etwas zu, nachdem die Sperrung des Sueskanals wegen eines havarierten Schiffes auch einige Öltanker an der Weiterfahrt hinderte. Dieser Effekt dürfte allerdings nur sehr kurzfristiger Natur sein. Entscheidender für die Ölpreise dürfte zum einen sein, wann die Lockdown-Maßnahmen insbesondere in Europa beendet sein werden. Kurzfristig könnten die Ölpreise im Zaum gehalten werden, glauben die Strategen der Deutschen Bank. Mittelfristig dürften sich nach der aktuellen Preiskorrektur wieder Chancen auf steigende Preise ergeben.

Globaler Bewusstseinswandel um Cannabis schafft Wachstumsmöglichkeiten auch für Anleger. Die Zeichen der Zeit stehen gut für die Cannabis-Branche: Wie mehrere, maßgebliche Entwicklungen der letzten Jahre zeigen, findet das vielfältig

nutzbringende Potenzial der Cannabispflanze in zunehmenden Maße Anerkennung durch Entscheidungsträger aus den Reihen von Politik und Justiz. Rahul Bhushan, Mitgründer des Emissionshauses Rize ETF, sieht in der rasch voranschreitenden Liberalisierung des Cannabismarktes in Europa und vor allem in der Erschließung des medizinischen Marktes in Deutschland vielversprechende Möglichkeiten für Investoren, aber auch für die in Lateinamerika ansässigen Produzenten.

„Grünes Geld“ und Nachhaltigkeit bleiben ein Mega-Thema für Anleger. So ist bei NN IP zu lesen, dass Rekord-Emissionen von Green Bonds Investitionen in grünen Wirtschaftsaufschwung widerspiegeln. Angesichts der aktuellen Marktdynamik dürften grüne Anleihen für Emittenten auf absehbare Zeit attraktiv bleiben. Green Bonds werden zunehmend innerhalb der regulären Zinskurven von Anleihen gehandelt und beweisen damit ihre Beliebtheit bei Investoren, die bereit sind, ein sogenanntes Greenium für den Zugang zu diesen Anleihen zu zahlen. Dies wiederum macht den Green-Bonds-Markt für Emittenten attraktiver, da sie sich mit niedrigeren Finanzierungskosten konfrontiert sehen.

Hinweis: Die Inhalte der Kolumnen dienen ausschließlich der Information und stellen weder eine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes dar noch sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die geäußerten Ansichten geben allein die Meinung des jeweiligen Autors wieder. Für den Inhalt der Kolumne ist allein der jeweilige Autor verantwortlich.
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Expertenprofil
Hermann Kutzer Hermann Kutzer Freier Wirtschaftsjournalist, Finanzmarkt-Kommentator

Hermann Kutzer ist der dienstälteste journalistische Finanzmarktbeobachter in Deutschland: Seit mittlerweile 50 Jahren beobachtet er die nationalen Börsen und internationalen Wertpapier- und Rohstoffmärkte. Davon war er gut drei Jahrzehnte lang für die Verlagsgruppe Handelsblatt tätig, zuletzt als Chefredakteur des Monatsmagazins „DMEuro“.

Seit 2007 bietet der Routinier seine Erfahrung freiberuflich an: Analysen und Kolumnen, TV-Kommentare, Vorträge, Moderationen und Kommunikationsberatung. Nach seinem Hörbuch „Verstehen Sie Börse!“ (Finanzbuch Verlag, 2008) erschien im Frühjahr 2012 als Kutzers Manifest im Börsenbuchverlag „Vom Raubtierkapitalismus zur Planwirtschaft?“ Zu seinem umfangreichen Web-Auftritt gehört seit einiger Zeit „Kutzers Marktplatz“ mit Beiträgen über die unterschiedlichsten Anlagemöglichkeiten. Außerdem ist im Frühjahr 2013 der neue Internet-Kanal KUTZER-TV auf Sendung gegangen.

Der Journalist und Publizist engagiert sich seit Jahrzehnten für die privaten Anleger und in diesem Zusammenhang für die Weiterentwicklung der Aktienkultur. Er betrachtet es als seine vorrangige Aufgabe, die Vermittlung von Wissen über die Zusammenhänge des Sparens und Anlegens zu unterstützen. Dabei ist der „Marktmensch“ ein bekennender Marktwirtschaftler, der mit großer Skepsis die zunehmende Regulierung der Märkte durch die Politik auf nationaler und europäischer Ebene betrachtet.

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