Leoni: Durchsuchungen des Bundeskartellamts – Aktie rauscht in den Keller

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Durchsuchungen durch das Bundeskartellamt haben am Mittwoch den Abwärtstrend der Leoni -Aktien erheblich beschleunigt. Die Titel des Autozulieferers, die im vergangenen Juni den Nebenwerteindex SDax verlassen mussten, rutschten am Vormittag zeitweise um mehr als 15 Prozent ab auf ein Tief seit einem Jahr. Zuletzt kosteten sie mit einem Abschlag von fast 13 Prozent knapp neun Euro.

Ein Sprecher des Amtes bestätigte am Vorabend Durchsuchungen wegen des Verdachts unerlaubter Preisabsprachen von Kabelherstellern, ohne Unternehmensnamen zu nennen. Leoni selbst hatte mitgeteilt, auch eigene Standorte seien durchsucht worden. Es gehe um den Verdacht, dass Kabelhersteller die Berechnung von Metallzuschlägen in Deutschland miteinander koordiniert haben sollen.

Einem Händler zufolge könnten die Durchsuchungen eine ernste Bedrohung für den hochverschuldeten Kabelhersteller darstellen. Andererseits könnte aber Leonis österreichischer Hauptaktionär, die Industrieholding Pierer, den tiefen Aktienkurs als Chance begreifen, um die Beteiligung aufzustocken.

Analyst Marc-René Tonn von Warburg Research sah darin eine klar negative Nachricht, auch wenn mit einem Verdacht noch keine Schuld bewiesen sei. Kartellstrafen könnten theoretisch bis zu zehn Prozent des Konzernumsatzes hoch sein, in der Praxis aber fielen sie meist geringer aus, so der Experte. Als Gefahr hinzu kämen potenzielle Ansprüche von Kunden.

Er verwies auf die bereits angespannte Finanzlage des Konzerns sowie auf bevorstehende und noch vor Jahresende abzuschließende Verhandlungen über wichtige Kreditfinanzierungen. Tonn hält es für möglich, dass die Ermittlungen den Verkauf der verbleibenden Aktivitäten in der Sparte Wire & Cable Solutions (WCS) behindern werden. Der Analyst stuft die Papiere derzeit mit „Hold“ ein mit einem Kursziel von zwölf Euro.

Seit ihrem Zwischenhoch von Ende August 2021 bei 18,50 Euro haben die Leoni-Anteile mittlerweile über die Hälfte verloren. Gemessen an ihrem Rekordhoch von Anfang 2018 bei 66,20 Euro summiert sich der Verlust sogar auf über 86 Prozent. Mit Blick auf ihr im November 2020 erreichtes Rekordtief von 4,30 Euro sind sie derzeit aber immer noch mehr als doppelt so teuer.

onvista/dpa-AFX

Titelfoto: Nokwan007 / Shutterstock.com

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