Lufthansa vor besserer Zukunft? Nein, die Lage bleibt angespannt, weil keine Bereinigung stattfindet!

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Lufthansa vor besserer Zukunft? Nein, die Lage bleibt angespannt, weil keine Bereinigung stattfindet!

Die Aktie der Lufthansa ist zunächst gerettet, zumindest vorerst: Wie wir aktuellen Meldungen entnehmen können, hat sich das Management der Kranich-Airline mit dem deutschen Staat einigen können. Im Rahmen eines milliardenschweren Rettungspakets wird der angeschlagenen Fluggesellschaft unter die Arme gegriffen.

Der bittere Beigeschmack: Neben rund 9 Mrd. Euro an Gesamthilfe wird der deutsche Staat anscheinend auch eine Beteiligung in Höhe von 25 % plus eine Aktie an der Lufthansa erhalten. Wobei es sich abzuzeichnen scheint, dass eine Wandelschuldverschreibung zum Einsatz kommt.

Der Staatseinfluss könnte dabei ein großes, für den Gesamtmarkt jedoch geringes Problem der Lufthansa sein, denn insgesamt scheint die globale Entwicklung dazu überzugehen, die kriselnden nationalen Airlines zu retten. Das dürfte mittel- bis langfristig zu weiterem Druck im Markt führen. Lass uns das im Folgenden mal etwas näher erläutern.

Selbst kleinere Airlines werden gerettet

Wie aktuelle Meldungen offenbaren, ist die Lufthansa nämlich nicht die einzige kriselnde Airline, die jetzt gerettet wird. Dabei sind es teilweise auch kleinere Fluggesellschaften, die mit Staatshilfen rechnen können. So wie beispielsweise jetzt auch Norwegian Air Shuttle.

So soll der chinesische Staat über verschiedene Beteiligungsformate, im Endeffekt jedoch praktisch über BOC Aviation bei den Norwegern einsteigen. Über eine Kapitalerhöhung soll BOC Aviation dabei ca. 12,67 % aller Anteile an dem Konzern erhalten, wodurch eine Rettung immer wahrscheinlicher wird.

Allerdings ist das anscheinend nicht die einzige Staatshilfe: Wie ebenfalls berichtet wird, sind im Vorfeld des Corona-Lockdowns umgerechnet 1,2 Mrd. Euro in Eigenkapital umgewandelt worden. Zudem konnte man sich eine staatliche Kreditlinie in Höhe von 3 Mrd. Norwegische Kronen sichern, was die Liquidität weiter erhöht. Womöglich haben die Norweger daher bereits im Vorfeld der Coronakrise einen wichtigen Schritt in Richtung Stabilität erzielen können.

Die Lufthansa und Norwegian Air Shuttle sind natürlich nicht die einzigen Fluggesellschaften, die jetzt auf staatliche Hilfen hoffen: Neben diesen beiden gibt es viele weitere Namen, die gerettet werden, mit teilweise unterschiedlichen Konditionen. Für den Markt könnte das vor allem eines bedeuten: Ordentlich Druck.

Die Bereinigung findet nicht statt

Im Endeffekt bedeutet die Rettung vieler Airlines nämlich, dass keinerlei Marktbereinigung stattfinden wird. Die Hoffnung, dass kleinere Fluggesellschaften womöglich zwangsläufig in die Insolvenz rutschen, scheint nicht aufzugehen. Das dürfte auf absehbare Zeit das Angebot noch immer sehr hoch halten. Sowie zu einem Preisdruck und mehr Konkurrenz führen.

Der Reise- und Flugmarkt könnte dabei insgesamt stark rückläufig sein. In Zeiten des Coronavirus wird einerseits weniger aus Freizeitzwecken gereist. Andererseits merken Unternehmen allerdings auch, dass Meetings nicht zwingend persönlich, sondern auch digital stattfinden können. Das könnte langfristig zu weniger Nachfrage führen.

Ein gleich hohes Angebot und weniger Nachfrage sind daher ein Marktumfeld, das die Ergebnisse und Margen auf Dauer belasten könnte. Mitsamt hoher und milliardenschwerer Kredite, die abbezahlt werden müssen, ist das womöglich ein toxischer Mix, der auf wenig Renditen schließen lässt. Die Vorzeichen für Airlines könnten daher durchwachsen bis schlecht bleiben.

Hätte eine Bereinigung es richten können?

Insgesamt bleibt die Frage im Raum, ob eine Marktbereinigung einiges hätte richten können. Wenigstens wäre durch weniger Angebot und eben weniger Anbieter etwas Konkurrenz aus dem Markt genommen worden. Das wiederum hätte vielleicht zu weniger Druck im Markt geführt. Wobei auch das hypothetisch ist.

Es bleibt daher insgesamt fraglich, wie es mit den Fluggesellschaften weitergeht. Viele Namen werden in diesen Tagen zwar gerettet. Aber um welchen Preis? Und mit welchen Auswirkungen für den Gesamtmarkt?

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Bild: Lufthansa Group

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