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Marktausblick Woche 31: Draghis letztes Hurra

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Das Wichtigste der Woche, für Sie auf einen Blick.





Nun haben wir es schwarz auf weiß: Ganz offiziell prüft die EZB, ob und wenn ja mit welchen Lockerungsmaßnahmen sie der Inflation in der Eurozone auf die Beine helfen kann. Alle Varianten - Zinssenkungen, eine Staffelung des Einlagesatzes, Änderungen der Forward Guidance sowie ein neues Ankaufprogramm - sind zurück auf dem Tisch. Wenngleich Draghi die EZB in keiner Einbahnstraße in Richtung Lockerung sieht, spricht doch vieles für ein letztes Hurra des Italieners im September.

Zwei Aspekte, denen in der Kommunikation der EZB am vergangenen Donnerstag aus unserer Sicht nicht ausreichend Aufmerksamkeit geschenkt wurde, sind es wert, noch einmal hervorgehoben zu werden. Zum einen die Tatsache, dass ein Gremium damit beauftragt werden soll, die besten Optionen und Maßnahmen zur geldpolitischen Lockerung zu analysieren. Dies ist bemerkenswert, da es möglicherweise bedeuten könnte, dass sich ein mögliches neues Ankaufprogramm in punkto Form und Ausgestaltung von vorherigen Programmen unterscheidet. Zweitens hat die EZB ihre Strategie geändert, indem sie zukünftig auf die Symmetrie des Inflationsziels abstellt, was unterstreicht, dass sie in Zukunft weniger bereit sein wird, ein dauerhaftes Unterschießen der Inflationsrate zu tolerieren und entsprechend aggressiver auf zu niedrige Inflation reagieren könnte.

Die Rendite deutscher zehnjähriger Staatsanleihen fiel am vergangenen Donnerstag auf ein neues Rekordtief, die Rendite vergleichbarer italienischer Anleihen immerhin auf den niedrigsten Stand seit Ende 2016. Der Euro sackte auf ein neues Jahrestief im Vergleich zum US-Dollar ab. Gerade letzteres dürfte einigen in den USA bitter aufstoßen. Allen voran dem US-Präsidenten, der sich in der Vergangenheit schon öfter über die Schwächung des Euros gegenüber dem US-Dollar zu Ungunsten der USA beschwert hatte. Aktuell notiert der handelsgewichtete US-Dollar sogar in der Nähe des absoluten Allzeithochs - und das obwohl die Fed am Donnerstag das erste Mal seit 2008 die Zinsen senken dürfte. Umso lauter werden daher Spekulationen, wonach die US-Regierung über eine konkrete aktive Schwächung der US-Währung nachdenken könnte. Donald Trump hätte rein rechtlich sogar die Macht, eine Devisenmarktintervention zur Schwächung des Dollars im Alleingang durchzudrücken. Zuletzt haben die USA im Jahr 2011 am Devisenmarkt interveniert. Insgesamt wurde seit 1995 drei Mal eingegriffen - jedes Mal jedoch in Absprache mit anderen Notenbanken, um Schwankungen an den Devisenmärkten zu reduzieren.

Unter dem Strich erscheint die Wahrscheinlich einer unilateralen amerikanischen Devisenmarktintervention gering zu sein. Schließlich könnte Trump sonst niemanden mehr glaubhaft der Währungsmanipulation bezichtigen. Vermutlich bleibt der US-Präsident daher bei seinem „Lieblingsinstrument“ - den Zöllen. Apropos: Ab heute werden die Handelsgespräche zwischen China und den USA fortgesetzt. Allzu viele Hoffnungen auf eine schnelle Einigung sollte man nicht hegen.

Was bedeutet das für Anleger?

Die Aussicht auf eine Lockerung der Geldpolitik in der Eurozone sowie den USA hat die Volatilität an den Finanzmärkten über nahezu alle Assetklassen hinweg weiter fallen lassen. Im Vergleich zum Jahresstart hat sich etwa die Volatilität an den Aktienmärkten nahezu halbiert. Auch die Schwankungsintensität von EUR-USD notiert in der Nähe des niedrigsten Werts seit mehr als zehn Jahren. Während die Aktienmarktvolatilität durch die Notenbanken nach oben gedeckelt sein sollte, besteht zumindest an den Devisenmärkten kurzfristig die Gefahr, dass die Schwankungen aufgrund der Spekulationen um eine US-Intervention zunehmen.

Mittelfristig dürfte EUR-USD jedoch wieder wie auch schon in der jüngeren Vergangenheit vor allem durch das Wachstumsdifferential zwischen den USA und der Eurozone getrieben werden. Glaubt man den neuen, in der letzten Woche veröffentlichten Prognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF), dann dürfte sich die Lücke beim Wachstum zwischen den beiden Währungsräumen reduzieren. Für 2019 prognostiziert der IWF in den USA nun ein BIP-Wachstum von 2,6%. Für die Eurozone hingegen nur eines von 1,3%. In 2020 liegen die Eurozone (1,6%) und die USA (1,9%) nach Meinung des IWF dann deutlich näher beieinander. Letztlich ergibt sich hieraus wohl aber nach wie vor eher kein starkes Momentum zugunsten der europäischen Gemeinschaftswährung.

Gegenüber den Schwellenländerwährungen hat der Dollar zuletzt eher nachgegeben. Diese Dollarschwäche gepaart mit den Zinssenkungsaussichten in den USA hat es vielen Zentralbanken in den Emerging Markets (EM) in den letzten Tagen und Wochen erlaubt, ebenfalls die Zinsen zu senken, sodass wir derzeit von einem globalen Lockerungstrend sprechen können. Von der Türkei über Südkorea bis nach Südafrika und Russland wurden jüngst die Zinsen gesenkt. Brasilien könnte diese Woche folgen. Sollten diese Stimuli das Wachstum in den betreffenden Ländern erhöhen, könnte sich gar eine positive Rückkopplung ergeben. Denn mehr Wachstum könnte mehr Kapitalzuflüsse in die Schwellenländer bedeuten. Dies hätte wiederum stärkere EM-Währungen zur Folge, die den Weg für die Zentralbanken frei machen, die Zinsen noch weiter zu senken. Nicht zuletzt deshalb bleiben wir gerade in Bezug lokale Schwellenländeranleihen positiv gestimmt.



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