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Marktausblick Woche 36: Zentralbanker gegen Handelskrieger

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Das Update zur Woche von Felix Herrmann






Die geldpolitische Bombe ist geplatzt

Die Zentralbankkonferenz in Jackson Hole war gerade ohne große Überraschungen über die Bühne gegangen, da platzte letzte Woche doch noch eine geldpolitische Bombe in den USA. Bill Dudley, seines Zeichens ehemaliger Vize-Chef der US-Notenbank veröffentlichte bei einem großen Nachrichtendienst einen Artikel, in dem er der Fed recht deutlich eine Geldpolitik ans Herz legte, die Donald Trump das Leben und vor allem die Wiederwahl erschwert. Konkret schrieb er, die Fed habe eine Wahl: Entweder bleibt sie Getriebene der Handelspolitik Trumps und senkt als Reaktion auf die protektionistische und wirtschaftsfeindliche Politik des US-Präsidenten die Zinsen. Oder aber sie setzt ein Zeichen und signalisiert, dass sie das Spiel Trumps nicht mitspielt und nicht weiter gewillt ist, dessen „schlechte Entscheidungen“ mitzutragen. Soll heißen: Keine Zinssenkungen mehr!

So sehr man weite Teile seiner Argumentation in dem Artikel nachvollziehen kann - mit einer derartigen eindeutigen Handlungsempfehlung hat der ehemalige Fed-Offizielle der US-Notenbank einen absoluten Bärendienst erwiesen. In einer Zeit, wo die Fed Anfeindungen des US-Präsidenten ertragen und um ihre Unabhängigkeit kämpfen muss, liefert Dudley’s Artikel Trump eine Steilvorlage, um der Fed erst recht hochgradig politisches Verhalten vorzuwerfen. Insofern muss die Frage erlaubt sein, was den ehemaligen Notenbanker dazu bewogen hat, sich derart weit aus dem Fenster zu lehnen. Sicher dürfte sein, dass Trump dieses „Geschenk“ gegen die Fed verwenden wird. Das Klima zwischen US-Notenbank und US-Regierung dürfte entsprechend noch frostiger werden als es ohnehin schon ist.

No Deal

Auch in Großbritannien bleiben die politischen Fronten verhärtet. Premier Johnson versucht mit allen Tricks den No-Deal-Brexit bis Ende Oktober zu realisieren. Wer jedoch hofft, dass das leidige Thema Brexit zeitnah der Vergangenheit angehören wird, dürfte so oder so enttäuscht werden. Denn einerseits spricht die Einigkeit der Opposition sowie zahlreicher Tory-Abgeordneter gegen einen harten Brexit und für eine abermalige Verschiebung des Austrittsdatums. Daran ändert auch die Verlängerung der Sitzungspause des Parlaments nichts. Dem Parlament bleibt nach wie vor genug Zeit, um an der Regierung vorbei eine Verschiebung des Austrittsdatums zu erzwingen. Andererseits wäre ein harter Brexit alles andere als das Ende der Konfrontation zwischen EU und Großbritannien, da es dann Aufgabe der britischen Regierung wäre, das neue bilaterale Verhältnis mit einer EU zu auszuhandeln, die man gerade im Unfrieden verlassen hat. Womöglich wird sich sogar rasch eine Bewegung zusammenfinden, die unmittelbar einen baldigen Wiedereintritt in die EU anstreben wird.

Wenngleich die Wahrscheinlichkeit eines No-Deal-Brexits durch den Machtwechsel in 10 Downing Street gestiegen ist, taxieren wir diese nach wie vor bei unter 50 Prozent. Die Verschiebung des Austritts gefolgt von Neuwahlen, vielleicht einem erneuten Referendum, stufen wir als das plausiblere Szenario ein.

Was bedeutet das für Anleger?

Besorgniserregende Nachrichten von der politischen Front, schwache Wirtschaftsdaten aus fast allen Ecken der Welt, ein steigender Goldpreis und Zinsen auf Rekordtief inklusive einer invertierten Zinsstrukturkurve in den USA: Ein Umfeld, von dem man eigentlich erwarten würde, dass es selbst dem letzten Anleger die Lust auf Aktien verdirbt. Tatsächlich liegen EuroStoxx 600 und S&P 500 jedoch gerade einmal neun bzw. drei Prozent unterhalb ihres jeweiligen Allzeithochs. In der letzten Woche ging es mit den Kursen sogar deutlich nach oben. Die Zentralbanken machen es möglich.

Gleichzeitig bleiben die Kursbewegungen in beide Richtungen hochgradig erratisch und werden vor allem durch den Nachrichtenfluss rund um den chinesisch-amerikanischen Konflikt getrieben. Die Korrelation von sicheren Anlageklassen untereinander sowie riskanteren Anlageklassen untereinander bleibt dabei entsprechend hoch. Soll heißen: Wir erleben derzeit einen recht „digitalen“ Markt. Gibt es gute Nachrichten beim Thema Handel steigt der Kurs von nahezu fast allem, was als risikoreichere Anlageklasse gilt. Umgekehrt sorgen schlechte Nachrichten für das gegenteilige Phänomen. Zuletzt wurde eine derart hohe „Gleichschaltung“ des Marktes im Jahr 2015 - damals befürchtete man ein Abdriften Chinas in die Rezession.



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