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Marktausblick Woche 40: Eigentor der Demokraten

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Das Update zur Woche mit Dr. Martin Lück






Fragwürdig.

Die noch junge Amtszeit von Donald Trump ist reich an fragwürdigen Handlungen des Präsidenten, von denen manche rechtlich derart grenzwertig waren, dass sie vermutlich für ein Amtsenthebungsverfahren, das sogenannte Impeachment, genügt hätten. Überraschend also, dass die Parteiführung der Demokraten erst jetzt, im Zuge der Ukraine-Affäre, den formalen Überprüfungsprozess für ein solches Verfahren in Gang gesetzt hat. Erklärbar wird die Zurückhaltung von Pelosi, Schumer & co. gegenüber dem wohl skrupellosesten US-Präsidenten aller Zeiten zunächst durch die lange anhaltende Schockstarre infolge der Wahlniederlage 2016 und anschließend das Gefühl, ein Impeachmentverfahren würde Trump vermutlich weniger schaden als vielmehr nutzen. Dieses Gefühl ist den Demokraten offenbar abhandengekommen. Angesichts der Erwartung, dass bis zur heißen Phase des Wahlkampfes nicht mehr viele Gelegenheiten kommen werden, Trump weh zu tun, hat Nancy Pelosi nun, auf Druck ihrer Parteifreunde im Repräsentantenhaus, die formale Prüfung eines Amtsenthebungsverfahrens eingeleitet. Aber obwohl viele US-Wähler Trump durchaus kritisch sehen und seine Zustimmungswerte trotz solide laufender Wirtschaft nur bei rund 40% liegen, lehnt eine Mehrheit von 54% ein Impeachmentverfahren ab. Den Demokraten dürfte dieser Schritt also kaum etwas bringen, wogegen er Trump eine Steilvorlage dafür liefert, sich als Opfer einer Hexenjagd zu inszenieren. Dies gilt umso mehr, als die Beweislage dünn aussieht. Sollten die Demokraten nicht erheblich mehr in der Hand halten als das dürftige Transkript von Trumps Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Selinskyj, wird das Verfahren wohl nicht einmal eröffnet. Pelosi stünde beschädigt da, Trumps Wiederwahlchancen könnten, gerade bei den umkämpften Wechselwählern, erheblich steigen.Nun, im September, mehren sich jedoch Signale, wonach es um die Wirtschaft in den USA offenbar doch nicht so schlecht stehen könnte, wie noch vor wenigen Wochen gedacht - ganz im Gegenteil, denn zuletzt lagen derart viele volkswirtschaftliche Daten oberhalb der Erwartungen, dass sogenannte Surprise-Indizes auf den höchsten Stand seit rund einem Jahr kletterten („Überraschungs-Indizes“ messen, ob neu veröffentlichte volkswirtschaftliche Daten vermehrt unter oder über den Erwartungen von Analysten liegen). Ein gutes Zeichen, da derart Indizes als recht verlässliche Vorlaufindikatoren für die tatsächliche Entwicklung von wichtigen Konjunkturdaten gelten. Gerade Indikatoren, welche die Stärke der US-Binnenkonjunktur messen, geben aktuell Anlass zur Hoffnung. Zuletzt gehörten Zahlen zu den US-Einzelhandelsumsätzen oder aber auch zum US-Häusermarkt dazu. In Europa muss man bessere Daten bislang noch mit der Lupe suchen. Aber auch hier mehren sich zumindest die Zeichen dafür, dass die Schwäche der Industrie sich nicht auf andere Sektoren überträgt.

Österreich hat gewählt

Die Österreicher haben gewählt, und das haben sie auf rationale Weise getan. Sebastian Kurz und die ÖVP haben mit kräftigen Zugewinnen und 38,4% der Stimmen die Wahl gewonnen und suchen nun einen Koalitionspartner. Die FPÖ, welche mit der Ibiza-Affäre die letzte Regierung zu Fall brachte und dafür vom Wähler mit dem Verlust eines Drittels ihrer Stimmen bestraft wurde, hat sich schon aus dem Rennen verabschiedet und kam damit wohl einer Absage seitens Kurz bevor. Die SPÖ verlor ebenfalls, wenngleich milder, gegenüber der Wahl 2017 und dürfte ebenfalls nicht die erste Wahl des alten und neuen Bundeskanzlers sein. Denn Sebastian Kurz vermag es, Stimmungen im Wahlvolk zu erspüren und mit der Aura des Neuen, Unverbrauchten zu punkten. Es ist also naheliegend zu vermuten, dass seine erste Präferenz in einer Zusammenarbeit mit den Grünen besteht, die im Zuge der Klimaaktualität gegenüber 2017 8,6 Prozentpunkte zulegen konnten und Kurz nun mit ihren 12,4% zur Mehrheit verhelfen könnten. Geschmeidig genug, als ÖVP-Konservativer und in der Migrationspolitik durchaus rechtslastig auftretender Regierungschef auch mit eher linken Positionen umzugehen, etwa seitens der Wiener Grünen, ist Kurz allemal. Konservativen Schwesterparteien in Europa hat er gezeigt, wie man auch in Zeiten des Rechtspopulismus Wahlen gewinnen kann.Diese sich abzeichnende Aufhellung der Wirtschaftsdaten dürfte ein wesentlicher Grund dafür gewesen sein, dass zahlreiche stimmberechtigte Mitglieder des Offenmarktausschusses der US-Notenbank nach der Leitzinssenkung in der vergangenen Woche den Anlegern klar zu verstehen gegeben haben: Weitere Zinssenkungen sind keine ausgemachte Sache und hängen sehr stark von der Datenentwicklung in den kommenden Monaten ab. Sollte sich die Datenlage weiter aufhellen, kann das Leitzinsniveau in den USA bis Weihnachten durchaus unverändert bleiben.

Von "Falken" und "Tauben"

Die angekündigte Demission von Sabine Lautenschläger als EZB-Ratsmitglied kam unerwartet und befeuert die Diskussion um die Niedrigzinspolitik der Notenbank vor allem hierzulande. Denn Lautenschläger vertrat, üblicherweise in Allianz mit Bundesbankpräsident Weidmann, die bei deutschen Sparern beliebte Position der „Falken“, also jene der Opposition zu Präsident Draghi, Chefvolkswirt Lane und weiteren „Tauben“ im Direktorium. Dadurch, dass Lautenschläger nun schon die dritte Deutsche ist (nach Axel Weber und Jürgen Stark im Jahr 2011), die sich quasi aus Protest gegen die mehrheitlich vertretene Geldpolitik aus dem mächtigen EZB-Rat zurückzieht, trägt sie zur Verhärtung der Fronten bei. Gesucht wird nun eine Nachfolgerin (tatsächlich dürften Männer keine Chance haben), die es eher als Lautenschläger vermag, die EZB-Politik den Menschen im Land zu erklären. Angesichts der Tatsache, dass immer mehr Banken die Negativzinsen an ihre Kunden weitergeben und in einer aktuellen Reuters-Umfrage rund 70% der Rentenstrategen von einer Fortsetzung des Niedrigzinsumfeldes über mindestens die nächsten fünf Jahre ausgehen, ist hier Kommunikationstalent gefragt. Viel wäre gewonnen, wenn die kommende deutsche EZB-Direktorin besser erklären würde, wie es an den Finanzmärkten zu niedrigen Zinsen kommt, dass dies also mehr mit Angebot und Nachfrage von Kapital und nicht so sehr mit der bösen EZB zu tun hat. Vielleicht wären dann auch hierzulande mehr Sparer dafür zu gewinnen, ertragreicher anzulegen, statt wie bisher rund zwei Drittel ihres Finanzvermögens in Cash zu halten.Im politischen Berlin stand letzte Woche alles im Zeichen des Klimas. Das von der Koalition vorgestellte Klimaprogramm 2030 stellte dabei allerdings eher Unternehmen als Klimaschützer zufrieden. Hintergrund dürfte die aus Sicht der Klimaexperten recht geringe Besteuerung von CO2 ab 2021 sein. Sie erzeuge auf absehbare Zeit keine Verhaltensänderung bei den Menschen. Dabei ist die Zeit das, was beim Kampf ums Klima am wenigsten bleibt.





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