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Marktausblick Woche 41: Schlechte Nachrichten sind (wieder einmal) gute Nachrichten

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Das Update zur Woche mit Felix Herrmann






Trübe Stimmung

Die Stimmung in der US-Industrie ist äußerst trübe. Zu dieser zugegebenermaßen nicht wirklich neuen Schlussfolgerung kommt unweigerlich jeder, der den jüngsten Bericht des Institutes of Supply Management (ISM) betrachtet. Das Problem dabei: Ein Ende des Abwärtstrends zeichnet sich nicht ab. Fast alle Subkategorien des ISM-Manufacturing-Index, der mit nur noch 47,8 Punkten auf den niedrigsten Stand seit mehr als zehn Jahren fiel, verschlechterten sich gegenüber dem Vormonatswert. Da der Index als einer der wichtigsten Gradmesser für die Verfassung der US-Wirtschaft gilt, mussten Anleger zuletzt den dritten größeren Kursrutsch in diesem Aktienjahr miterleben - den fünften seit der Konflikt zwischen den USA und China Anfang des letzten Jahres begann. Wenngleich der Ausverkauf in Sachen Schärfe bis dato nicht an die anderen heranreicht, gaben globale Aktienmärkte seit Mitte September in der Spitze dennoch um rund vier Prozent nach. Zu präsent waren auf einmal wieder die Sorgen vor einem Abdriften der US-Ökonomie in Richtung Rezession. Allein angebracht sind diese Sorgen nach wie vor eher nicht. Ein Blick in den Rückspiegel offenbart zudem, dass in den letzten sieben Jahrzehnten ein Abrutschen des ISM-Manufacturing-Index in etwa 80 Prozent der Fälle (immerhin mehr als 30 an der Zahl) keine Rezession der gesamten US-Wirtschaft zur Folge hatte, was letztlich auch damit zusammenhängt, dass die US-Industrie weit weniger als 20 Prozent der gesamten Wertschöpfung der US-Wirtschaft ausmacht.

Entspanntes Zurücklehnen ist dennoch keineswegs angesagt, da nach und nach auch einige industrienahe Dienstleistungsbereiche ins Taumeln geraten. Zwar beruhigte ein solider US-Arbeitsmarktbericht am letzten Freitag die Gemüter etwas. Der Frühindikator des ISM für das nichtverarbeitende Gewerbe gab jedoch ebenfalls empfindlich nach und macht ein Beobachten der Verfassung der einzelnen US-Wirtschaftssektoren daher zu einer der wichtigsten Aufgaben der Marktteilnehmer im aktuellen Umfeld.

Lösungsorientiertes Annähern

Letzten Endes könnten die Schwäche der US-Industrie sowie die wackligen Aktienmärkte dennoch ihr Gutes haben. Denkbar ist nämlich, dass Trump seine Chefunterhändler dieser Tage anweist, sehr viel lösungsorientierter in die Verhandlungen mit der chinesischen Seite am kommenden Donnerstag und Freitag zu gehen. Der US-Präsident weiß genau, dass ein erneutes Scheitern der Gespräche das Letzte ist, was die Finanzmärkte und er selbst zu Beginn des US-Wahlkampfes gebrauchen können. Gut möglich ist ein Angebot der USA an die Chinesen, welches ein Aussetzen der Erhöhung der Zölle beinhaltet. Der Preis, den Peking dafür zahlen müsste, ist hinlänglich bekannt: Washington erwartet nicht weniger als die deutliche Reduzierung des gewaltigen Handelsdefizits mit China über eine Erhöhung der chinesischen Importe in den Bereichen Flugzeuge und landwirtschaftliche Erzeugnisse.

Im Schatten des sino-amerikanischen Konflikts deutet sich derweil ebenfalls eine Annäherung zwischen den USA und der EU in ihrem Zollstreit an. Nachdem die WTO den USA das Recht auf die Erhebung von Zöllen auf Einfuhren aus der EU zugesprochen hatte, erklärten beide Seiten doch lieber erst einmal miteinander zu sprechen. Zur Erinnerung: Zwei Rechtsstreitigkeiten - einmal Boeing gegen Airbus und einmal Airbus gegen Boeing jeweils wegen unlauteren Wettbewerbs - liegen bzw. lagen bei der WTO auf dem Tisch. Nachdem Boeing Recht bekommen hat und die USA nach WTO-Regeln damit das Anrecht auf eine Bestrafung der EU haben, wird auch Airbus sein Verfahren gegen Boeing gewinnen. Somit bekäme die EU ihrerseits die Möglichkeit für eine zeitnahe Retourkutsche. Angesichts strauchelnder Industrien in beiden Wirtschaftsräumen dürfte sich der Appetit auf beiden Seiten für eine Eskalation des Konflikts doch sehr in Grenzen halten. Darüber hinaus könnte dies ein erstes zaghaftes Indiz dafür sein, dass auch die Einführung von Autozöllen seitens der USA noch einmal ernsthaft verhandelt und somit sogar verhindert werden könnte.

Was bedeutet das für Anleger?

Wer jetzt allzu viel Hoffnung in einen umfassenden Deal zwischen den USA und China legt, riskiert das gleiche Schicksal zu erleiden, wie all jene, die seit Anfang 2018 bereits des Öfteren fest mit einem Abkommen gerechnet hatten. Allerdings dürfte eine durchaus mögliche Waffenruhe zwischen den beiden wichtigsten Wirtschaftsmächten der Welt bereits ausreichen, um die Märkte zu einem Freudentänzchen zu veranlassen. Insbesondere dann, wenn sich auch die Lage zwischen den USA und der EU entspannt.

Zudem könnten schlechte Nachrichten von der Makrodatenfront gleich in doppelter Hinsicht gut für die Märkte sein, da neben einer Annäherung im Handelsstreit gleichzeitig auch die Wahrscheinlichkeit für eine weitere Zinssenkung im Oktober in den USA gestiegen ist. Anleger rechnen zu circa 80 Prozent mit einer Reduzierung um 25 Basispunkte. Machen Powell & Co. in dieser Woche keine Anstalten diese eingepreiste Wahrscheinlichkeit „herunterzureden“, ist der Weg für eine Senkung Ende Oktober frei.

Während US-Zinsen also durchaus noch Luft nach unten haben, zeichnet sich bei Bundesanleihen immer stärker ab, dass das Ende der Fahnenstange bald erreicht sein könnte. Trotz der starken Verluste am Aktienmarkt in den letzten Tagen war der Renditerückgang von deutschen Staatsanleihen überschaubar. Man muss es recht deutlich sagen: Bricht die negative Korrelation zwischen Bundesanleihen und Aktienmärkten zusammen, weil ein unsichtbarer Boden bei den negativen Renditen erreicht ist, verlieren Bundesanleihen bei dem aktuellen Renditeniveau zunehmend ihre Daseinsberechtigung in einem breit diversifizierten Portfolio.





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