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Marktausblick Woche 45: Winston Churchill 2.0

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Das Update zur Woche mit Felix Herrmann






Der gordische Brexit-Knoten

Winston Churchill 2.0: Erleben wir in diesem Jahr doch noch das Durchschlagen des gordischen Brexit-Knotens? Zumindest ist seit letzter Woche gewiss, dass morgen das Parlament aufgelöst wird und die Briten am 12. Dezember 2019 ein neues wählen sollen. Premierminister Johnson erhofft sich durch die Neuwahlen ein klares Mandat für seinen neu ausgehandelten Brexit-Deal. Und obwohl die Tory-Partei in den Umfragen mit etwa 35 Prozent recht deutlich hinter den Werten der letzten Wahl im Jahr 2017 liegt (damals erreichten die Tories 43,5 Prozent), könnte es für die britischen Konservativen dennoch für eine absolute Mehrheit im Parlament reichen. Grund hierfür ist das britische Mehrheitswahlrecht, bei dem in den einzelnen Wahlkreisen der Kandidat gewählt ist, der die meisten Stimmen auf sich vereint. Die Stimmen der Gegner verfallen - egal, wie viele sie gesammelt haben. Somit könnten 35 Prozent der Stimmen bei den aktuellen Umfragewerten für eine absolute Mehrheit der Sitze reichen, da der Abstand zur Labour-Partei, die in den Umfragen gerade einmal bei 25% liegt, deutlich größer ist als im Jahr 2017 (damals waren es 41 Prozent). Britische Wahlexperten taxieren die Wahrscheinlichkeit für eine konservative Mehrheit aktuell auf etwas mehr als 50 Prozent.

Da Johnson trotz des verschobenen Austrittsdatums nicht „tot im Graben liegt“, was er ursprünglich einer Verschiebung vorgezogen hatte, bleibt ihm also doch noch die Chance, seinen Deal durchzuboxen - und zu beweisen, dass er der größte Premierminister seit Winston Churchill ist. Kommt das Austrittsabkommen mit einer Tory-Mehrheit durch, träte eine Übergangsfrist bis zum 31. Dezember 2020 in Kraft. Das Versprechen Johnsons, bis dahin einen Handelsdeal mit der EU auszuhandeln, darf man jedoch getrost unter der Kategorie „Märchenstunde“ verbuchen. Wir erinnern uns: Die EU und Kanada benötigten fünf Jahre, um ihr Handelsabkommen auszuhandeln. Ein Deal mit Großbritannien dürfte wesentlich komplexer sein, da die Handelsbeziehungen des Königreichs mit der EU weitaus intensiver sind als die zwischen der EU und Kanada. Somit dürfte den Briten und der EU die Unsicherheit rund um den Brexit auch nach einem offiziellen Austritt erhalten bleiben.

Besser als befürchtet

Für Zuversicht sorgt dieser Tage die Berichtssaison der Unternehmen für das dritte Quartal. Zugegeben, es war für die allermeisten Firmen nicht sonderlich schwer, die sehr niedrigen Erwartungen zu übertreffen. Allerdings ist das Bild, das die Berichtssaison bis dato zeichnet durchaus als Achtungszeichen zu interpretieren. In den USA waren Analysten von einem Gewinnrückgang ausgegangen. Tatsächlich fiel der Gewinnrückgang der Unternehmen, die bisher Zahlen vorgelegt haben, deutlich geringer aus als befürchtet. Besonders positiv hervorzuheben ist dabei, dass dieser Trend über nahezu alle Branchen hinweg zu beobachten ist. Während in den USA fast 80 Prozent aller Unternehmen die Gewinnerwartungen übertreffen konnten, sind es in Europa nur rund 60 Prozent - und das bei ebenfalls leicht rückläufigen Gewinnen. Dennoch verläuft die Berichtssaison auch bei uns hier in Europa bislang alles andere als enttäuschend.

Positive Überraschungen von Seiten  der US-Unternehmensseite passen zu den guten Nachrichten, die uns zuletzt von der Front makroökonomischer Daten erreicht haben. Das US-Wachstum fiel im dritten Quartal etwas stärker aus als erwartet, auf dem Arbeitsmarkt wurden im September und Oktober 2019 weit mehr Stellen außerhalb der Landwirtschaft geschaffen als prognostiziert und auch die Stimmung in der US-Industrie scheint sich - wenngleich auf niedrigem Niveau - zu stabilisieren. Insofern ist der US-Notenbankchef durchaus glaubwürdig, wenn er verkündet, dass die Zinssenkung in der vergangenen Woche voraussichtlich das Ende des „Mid-Cycle-Adjustments“ der US-Geldpolitik darstellt.

Was das für Anleger bedeutet

Der Weg des geringsten Widerstandes führt an den Aktienmärkten dieser Tage weiterhin nach oben. Die starken Daten aus den USA, sowie die Aussicht auf ein absehbares Ende des Brexit-Dramas gepaart mit verhaltenem Optimismus, dass die USA und China sich trotz der Absage des APEC-Gipfels doch noch zur Unterzeichnung ihres „Phase 1 Deals“ durchringen können, ließ Aktienkurse auf neue Jahreshöchststände klettern. Besonders positiv aus Sicht europäischer Autohersteller sind gerade die guten Gespräche mit dem US-Handelsministerium, in denen man sich befindet und wonach die Einführung von Autozöllen wohl abgewendet wird.

Wenngleich die eindrucksvolle Rallye an den Aktienmärkte im vierten Quartal ein wenig nach einer Korrektur schreit, ergibt sich durch das nachlassende geopolitische Risiko durchaus weiterer Spielraum nach oben - gerade, weil viele Anleger den Kursanstieg bei Aktien in 2019 von der Seitenlinie aus betrachtet haben und mit einem Wiedereinstieg liebäugeln dürften.





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