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Marktausblick Woche 47: Kassandra läuft sich warm

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Das Update zur Woche mit Dr. Martin Lück






Sagenhaftes Plus

Ende letzter Woche erreichte der DAX einen neuen Jahreshöchststand. Damit liegt er seit Anfang Januar um sagenhafte 25% im Plus und befindet sich nur noch 2,5 Prozentpunkte entfernt von seinem historischen Rekordniveau, das am 23. Januar 2018 bei 13.560 Punkten erreicht wurde. Der Januar 2018 war Kulmination und Endpunkt des Rekordjahres 2017 gewesen, in welchem die Idealkombination aus sehr niedrigen Zinsen und einer dynamischen Wachstumserholung für wolkenlosen Himmel über den Aktienmärkten gesorgt hatte. Danach hatte sich bekanntermaßen die Welt verändert, und 2018 war ein Jahr mit Zinsängsten und - vor allem gegen Ende- aufkommender Rezessionspanik geworden. Umso erstaunlicher somit, dass nun, gegen Ende 2019, Risikoanleger wieder so überzeugt Gas geben. Denn die Befürchtungen bezüglich des globalen Wachstums haben sich ja keineswegs vollständig verflüchtigt, und vor allem der Einfluß der Politik auf die Märkte ist eher stärker geworden, mit größtenteils negativer Wirkung. Es wäre nicht unrealistisch gewesen, angesichts dieser Gemengelage ein weniger starkes Aktienjahr 2019 zu erwarten.

Hebelwirkung

Was den Hebel umgelegt hat - und dies schon Mitte Januar - waren einmal mehr die Zentralbanken. Durch zunächst vorsichtige, dann immer deutlichere Hinweise, dass die geldpolitische Normalisierung in den USA zunächst pausieren und in Europa weit in die Zukunft geschoben werden würde, nahmen Fed und EZB den Aktienmärkten die Sorge vor der Vertreibung aus dem Paradies rekordniedriger Zinsen. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, wer im gegenwärtigen Umfeld die stärksten Kurstreiber gewesen sind, Wachstum, Geopolitik oder Zentralbanken, dann war der Lerneffekt aus den letzten zwei Kapitalmarktjahren unzweideutig: Es waren die Zentralbanken, welche die Party am Laufen hielten. Diese Feststellung ist nicht unbedingt beruhigend, denn sie wirft die Frage auf, wie lange das, also die Preisbefeuerung bei vornehmlich realen Risikoassets bei gleichzeitiger Aushöhlung der Lenkfunktion des Zinses, noch gutgehen kann. Die zentralbankgestützte Aktienkursrally geht entsprechend Hand in Hand mit dem Wiederauftauchen der unvermeidlichen Marktkassandras. Rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft, in dem sich Bücher mit Katastrophenszenarien bestens verkaufen, wird gewarnt vor Weltrezession, Implosion des Währungssystems oder ganz allgemein dem Untergang des Abendlandes. Das Gute aus Anlegersicht daran ist, dass wir meist vor einem Crash so lange relativ sicher sind, wie besonders viele Auguren davor warnen.

Unsicherheit als neue Konstante

Damit soll nicht gesagt sein, dass die Welt sich in perfektem Zustand befindet. Im Gegenteil, politische Unsicherheit dürfte eine Konstante in der Risiko-Ertragsabwägung von Anlegern bleiben. Realistischerweise werden die Unwägbarkeiten in Gestalt gewöhnungsbedürftiger Akteure in Regierungsämtern, auch und gerade in so wichtigen Volkswirtschaften wie den USA oder dem Vereinigten Königreich, uns noch weit über das Ende dieses und auch des nächsten Jahres erhalten bleiben. Boris Johnson wird aller Voraussicht nach die Wahl zum Unterhaus am 12. Dezember gewinnen, fraglich ist nur noch, ob es für eine absolute Mehrheit reicht. Und die Wahrscheinlichkeit, dass Donald Trump auch am 3. November 2020 als Sieger vom Platz geht, beträgt trotz (oder gerade wegen) des laufenden Impeachmentverfahrens Stand heute wohl über 50%. Insofern ist dafür gesorgt, dass in den Ländern, die von diesen Herren regiert werden, politische Entscheidungen auch weiterhin aus der Perspektive ihres populistischen Nationalismus getroffen werden. Für die Finanzmärkte verspricht das fortgesetzt unruhige Zeiten.

Was das für Anleger bedeutet

Es ist selten genug, und daher sei es an dieser Stelle vermerkt: Der DAX hat im bisherigen Jahresverlauf besser performt als sein Big Cap-Pendent in den USA, der Dow Jones-Index. Anders sieht das Bild allerdings aus, wenn man den breiteren Markt betrachtet, etwa die jeweiligen MSCI-Maße. Hier liegt der MSCI US mit rund 25% Kursentwicklung seit Anfang Januar klar vor dem MSCI Germany mit knapp 16%. Insofern täuscht der Vergleich der Big Cap-Indizes, bei dem die jeweilige Performance der darin enthaltenen Unternehmen und der Sektormix eine größere Rolle spielen als bei breiteren Indizes. Insgesamt präsentieren sich amerikanische Aktien nach wie vor attraktiver als ihre deutschen - und generell europäischen - Wettbewerber. Die Gründe sind unverändert: Stärkeres Makro- und damit Gewinnwachstum, höherer Anteil an besonders gefragten Technologieunternehmen und schließlich, nicht unumstritten, für die Performance aber relevant, das deutlich höhere Niveau an Aktienrückkäufen. Aus unserer Sicht dürfte sich in den nächsten Monaten und Quartalen an dieser Konstellation wenig ändern.





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