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Marktstimmung: "Mit ruhiger Hand"

BÖRSE FRANKFURT

4. Dezember 2019. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Obgleich der DAX seit der vergangenen Befragung infolge ungünstiger Meldungen, vornehmlich zur Entwicklung im US-chinesischen Handelskonflikt, einen Rücksetzer hinnehmen musste, haben viele Investoren eine ruhige Hand bewiesen.

Gut tun offenbar diejenigen daran, die momentan nicht jedes Wort des US-Präsidenten Donald Trump auf die Goldwaage legen. Zwar hatte Trump, der sich nur allzu gerne als „tariff man“ tituliert, gestern wieder einmal richtig zugeschlagen. Denn die Äußerungen des US-Präsidenten, er könne sich vorstellen, mit einem Abkommen im US-chinesischen Handelskonflikt bis nach den US-Wahlen im November 2020 zu warten, verunsicherte die Börsianer dies- und jenseits des Atlantiks. Und dies, nachdem Trump bereits zu Wochenbeginn angekündigt hatte, Strafzölle auf argentinische und brasilianische Stahl- und Aluminiumimporte wieder einzuführen. Sowie bestimmte Einfuhrgüter aus Frankreich mit hohen Importzöllen belegen zu wollen. Indes: Die Aktienmärkte reagierten zwar heftig, aber kurz, und schienen sich bereits gestern Abend wieder zu fangen. Setzt man diese bislang nicht einmal zwei Tage währende DAX-Korrektur in Relation zu der seit 3. Oktober laufenden Herbstrallye, blieb die Reaktion bis zum Erhebungszeitpunkt unserer heutigen Stimmungsumfrage doch überschaubar.

Mehr noch: Einem Medienbericht zufolge, der sich auf sogenannte, den Verhandlungsführern im US-chinesischen Handelskonflikt nahestehenden Quellen beruft, seien die beteiligten Parteien einem Teilabkommen – entgegen der scharfen gestrigen Rhetorik – angeblich nähergekommen. Eine Nachricht, die allerdings erst nach Erhebungsschluss unserer Umfrage bekannt wurde.

Ohnehin haben sich die von uns befragten mittelfristig orientierten institutionellen Investoren nicht ins Bockshorn jagen lassen. Denn unser Börse Frankfurt Sentiment-Index ist sogar um 4 Punkte gegenüber der Vorwoche gestiegen und befindet sich nun auf einen Stand von +16. Gleichzeitig ist das Lager der neutral gestimmten Akteure weiter zurückgegangen und notiert nun auf dem niedrigsten Stand seit Anfang Mai. Mit anderen Worten: Über 80 Prozent aller Befragten haben eine dezidierte Meinung zur Entwicklung des Börsenbarometers. Dabei ist das Lager der Optimisten so gut gefüllt wie noch nie in diesem Jahr.

Privatanleger aktiver

Anders sieht es indes bei den Privatanlegern aus, wo sich der Börse Frankfurt Sentiment-Index gegenüber der Vorwoche deutlich um 14 Punkte auf einen Stand von +15 zurückgebildet hat. Vermutlich ist diese Veränderung allerdings nicht auf großangelegte Gewinnmitnahmen zurückzuführen, sondern geht wohl eher auf eine Gruppe besonders aktiver Investoren zurück. Diese derzeit eher kurzfristig agierenden Marktteilnehmer machen etwa 7 Prozent aller Befragten des Panels aus und hatten bereits vor 14 Tagen schon einmal auf schwächere Aktienkurse gesetzt. Während des Berichtszeitraums haben sie ihre bullishe Meinung um 180° gedreht und sich auf die Bärenseite geschlagen.

Die heutige Befragung zeigt, dass sich private und institutionelle Investoren stimmungstechnisch wieder weitgehend einander angenähert haben. Dabei befindet sich der Sentiment-Index der institutionellen Akteure nicht allzu weit vom bisherigen Jahreshoch (+21) entfernt. Regelmäßige Leser unseres Kommentars werden naturgemäß hellhörig, wenn es um hohe Optimismus-Werte geht, weil sich daraus möglicherweise Kennzeichen für Euphorie und ein drohendes Ende einer Rallye ableiten lassen. Im historischen Kontext ist der heute ermittelte Zustimmungswert jedoch keineswegs als extrem bzw. bedrohlich zu bezeichnen. Vielmehr dürfte es darum gehen, angesichts des näher rückenden Jahresendes richtig positioniert zu sein. In diesem Zusammenhang ist es bemerkenswert, dass sich das Gros der Akteure nicht von den Wechselbädern im US-chinesischen Handelskonflikt zur Hyperaktivität verleiten lässt. Womöglich haben sich bedrohlich wirkende Trumpsche Tweets und Statements mittlerweile genauso abgenutzt wie optimistisch klingende Meldungen, man sei sich im Handelskonflikt fast einig. Die derzeitige Stimmung der heimischen Akteure stellt jedenfalls nach wie vor keine ernsthafte Bedrohung für das Börsenbarometer dar.

4. Dezember 2019, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de

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