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Merkel - Russland verweigert Hilfe bei Mord-Ermittlungen

Reuters

Berlin/Moskau (Reuters) - Der Mord an einem Georgier in Berlin hat Spannungen zwischen den Regierungen in Berlin und Moskau ausgelöst.

Merkel - Russland verweigert Hilfe bei Mord-Ermittlungen

Bundeskanzlerin Angela Merkel rechtfertigte am Mittwoch am Rande des Nato-Gipfels in Watford die Ausweisung von zwei russischen Diplomaten: "Wir haben diese Maßnahmen ergriffen, weil wir nicht gesehen haben, dass Russland uns bei der Aufklärung dieses Mordes unterstützt." Das Auswärtige Amt hat die Diplomaten zu unerwünschten Personen erklärt, nachdem die Bundesanwaltschaft mitteilte, es gebe Anhaltspunkte für einen Mord im Auftrag staatlicher russischer Stellen oder der Tschetschenischen Republik. Russland wies umgehend jede Verwicklung in den Mordfall zurück und drohte mit Blick auf die Ausweisung der Diplomaten mit entsprechenden Gegenmaßnahmen.

Der Georgier Tornike K. war im August im Berliner Tiergarten mit Schüssen in Kopf und Körper getötet worden. Kurz darauf war ein Verdächtiger festgenommen worden, als er versuchte, die mutmaßliche Tatwaffe in einen Fluss zu werfen. Der Mann sitzt derzeit in Untersuchungshaft. Der Getötete war im Tschetschenien-Krieg auf Seiten anti-russischer Separatisten aktiv. Er ging, wie auch viele andere Kämpfer, ins Exil und lebte seit 2016 in Deutschland.

Merkel kündigte an, den Fall bei ihrem Treffen mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin kommende Woche anzusprechen. Es sei "bilateral schon ein Ereignis, dass wir von Russland leider keine aktive Hilfe bei der Aufklärung dieses Vorfalls bekommen haben", sagte sie. Die Bundesanwaltschaft geht von einem politischen Hintergrund der Tat aus. Der Tatverdächtige Vadim K. ist nach Angaben der deutschen Ermittler auch russischen Behörden bekannt. Demnach fahndeten 2014 russische Ermittler nach dem Mann. Allerdings wurde ein Jahr später die offizielle Fahndungsmitteilung gelöscht. Ursprünglich sei Vadim K. wegen eines im Juni 2013 in Moskau begangenen Mordes gesucht worden.

"Das ist eine absolut haltlose Spekulation", sagte der Kreml-Sprecher Dmitri Peskow zu dem Verdacht, russische Behörden könnten in den Berliner Mordfall verwickelt sein. "Dieses Thema wird von den deutschen Medien irgendwie aufgebauscht. Aber das bedeutet nicht, dass die Dinge so gelaufen sind." Die Ausweisung der beiden Mitarbeiter der russischen Botschaft in Berlin sei "unbegründet und unfreundlich", erklärte das Außenministerium in Moskau laut russischen Nachrichtenagenturen. "Wir werden gezwungen sein, eine Reihe von reziproken Maßnahmen zu ergreifen."

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