Merkel warnt vor massivem Anstieg der Corona-Neuinfektionen

Reuters

Berlin (Reuters) - Bundeskanzlerin Angela Merkel warnt nach Angaben aus CDU-Parteikreisen vor einer massiven Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland.

"Wenn es so weitergeht, mit dem Trend, haben wir 19.200 Infektionen am Tag. Das ist wie in den anderen Ländern", zitierte "Bild" die Kanzlerin aus einer Videokonferenz des CDU-Präsidiums am Montag. Eine Person mit Kenntnis der Konferenz berichtete gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters ebenfalls davon. Die Kanzlerin habe die Zahl basierend auf Hochrechnungen genannt und als Zeitraum bis Weihnachten angegeben. Das Infektionsgeschehen müsse schnell eingedämmt werden. Dabei müssten Prioritäten gesetzt werden, habe Merkel gesagt. Die Wirtschaft müsse am Laufen gehalten werden, Schulen und Kitas offen bleiben. Fußball sei dagegen sekundär.

Am Dienstag ist eine Videokonferenz der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer geplant, um das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie zu koordinieren. In Deutschland stieg die Zahl der bekannten Neuinfektionen in den vergangenen 24 Stunden um 1192, wie das Robert-Koch-Institut bekanntgab. Allerdings ist die Zahl zum Wochenanfang oft vergleichsweise niedrig, weil nicht alle Gesundheitsämter über das Wochenende Daten melden. Im Mittel hatten die Neuinfektionen in den vergangenen Tagen um über 2000 zugelegt. Am stärksten nehmen die Fälle derzeit in Frankreich und Spanien mit jeweils über 10.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden zu.

Merkel-Sprecher Steffen Seibert mahnte vor den Beratungen mit den Bundesländern ein konsequentes Handeln an, um einen weiteren Anstieg der Neuinfektionen zu verhindern. "Wir sind alles andere als ohnmächtig." Es müsse aber beherzt gehandelt werden. Die Neuinfektionen hätten sich seit Juni verdreifacht. Das sehe die Bundesregierung mit großer Sorge, lokal und regional gebe es sogar sprunghafte Anstiege. Wichtig sei es, die Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung der Infektionsketten nicht zu überfordern. Sie seien derzeit zum Teil am Anschlag.

Die Pandemie trifft Teile der Wirtschaft extrem hart, etwa den Tourismus. Die dafür zuständigen Minister der EU beraten am Montag per Videoschalte. Die Gesundheit stehe zwar im Vordergrund, erklärte der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß. "Unser Ziel ist es aber, Reisebeschränkungen auf das notwendige Maß zu begrenzen und den Menschen in Europa wieder eine möglichst große Reisefreiheit zu ermöglichen, ohne dabei den Gesundheitsschutz zu vernachlässigen."

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