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Michael Bloomberg erwägt Präsidentschaftskandidatur – Was bedeutet das für den US-Wahlkampf?

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Michael Bloomberg erwägt Präsidentschaftskandidatur – Was bedeutet das für den US-Wahlkampf?

Der frühere New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg erwägt laut US-Medien für die Demokraten ins Rennen um das Weiße Haus zu gehen. Der 77 Jahre alte Medienunternehmer und Milliardär, der diesen Schritt bisher öffentlich ausgeschlossen hatte, bestätigte seine Kandidatur zunächst nicht. US-Medien rechneten in der Nacht zum Freitag (Ortszeit) aber mit Bloombergs Ankündigung binnen weniger Tage. Bloomberg gilt als einer der reichsten Männer der Welt und könnte erhebliche finanzielle Mittel in einen Wahlkampf einbringen.

Bloomberg hält die demokratischen Bewerber für chancenlos

Bloomberg sei zunehmend besorgt, dass das aktuelle Bewerberfeld der Demokraten es nicht mit Präsident Donald Trump aufnehmen könne, zitierten „New York Times“ und andere US-Medien Bloombergs engen Berater Howard Wolfson. Trump stelle eine „noch nie da gewesene Bedrohung“ für die USA dar. „Wenn Mike (Bloomberg) antritt, würde er den Demokraten eine neue Wahl bieten“, sagte Wolfson demnach weiter.

Der Milliardär hat sich insbesondere zu den Steuerplänen von Senatorin Warren kritisch geäußert. Sie will die Abgaben für die Super-Reichen erhöhen, um unter anderem Pläne für das Gesundheitswesen und freien Zugang zu Colleges zu finanzieren. Sie tweetete als Reaktion auf die mögliche Kandidatur von Bloomberg einen Link zu ihren Steuerplänen. Sanders‘ Sprecher erklärte: „Weitere Millionäre, die nach mehr politischer Macht streben – das ist sicherlich nicht der Wandel, den Amerika braucht.“ Mit einem vom Magazin „Forbes“ auf 53,4 Milliarden Dollar geschätzten Vermögen dürfte Bloomberg in der Lage sein, seinen Wahlkampf größtenteils selbst bezahlen zu können. Laut „Forbes“ steht er an achter Stelle der reichsten Amerikaner. Allerdings müsste er seine Wahlkampfmaschinerie landesweit in kürzester Zeit aufbauen.

Wer ist Michael Bloomberg?

Michael Rubens Bloomberg wurde am 14. Februar 1942 in Boston geboren und ist im Verlauf seines Lebens zu einem der reichsten Männer der Vereinigten Staaten und der ganzen Welt geworden. Er war sowohl Mitglied der Republikaner als auch der Demokratischen Partei und als Bürgermeister die meiste Zeit parteilos (2001 bis 2013 Bürgermeisteramt von New York). Er ist Gründer der Unternehmen Bloomberg L.P. und Bloomberg Television.

Bloomberg arbeitete einige Jahre (1966 bis 1981) im Investmentbereich bei einem Joint Venture von  Morgan Stanley und der Citigroup, wurde 1972 Partner - 1981 wurde das Joint Venture aufgekauft und er beendete auf Anraten seine Partnerschaft für eine Abfindung von 10 Millionen Dollar. 1982 stieg er als Investor bei Merrill Lynch ein und im selben Jahr gründete er seine Finanzdaten-Agentur Bloomberg, mit der er dann sein Milliardenvermögen aufbaute. Im Juni 2010 schloss er sich zudem der philanthropischen Kampagne "The Giving Pledge" der Milliardäre Bill Gates und Warren Buffett an und versprach, mehr als die Hälfte seines Vermögens zu spenden.

Wie ist Bloomberg politisch aufgestellt?

Bloomberg gilt als politisch gemäßigt, steht der Finanzwelt aufgrund seiner beruflichen Vergangenheit nahe und hat immer ausgesprochen, dass ihm die von den Präsidentschaftsanwärtern Bernie Sanders und Elizabeth Warren angekündigten Maßnahmen zu linksgerichtet seien. Er vertritt jedoch ebenfalls einige linkere Ansichten im Vergleich zu den Republikanern, er tritt für das  Recht auf Abtreibung ein, für die Ehe von gleichgeschlechtlichen Paaren und eine strenge Waffenkontrolle. Auch für den Klimaschutz setzt er sich ein, in seiner Zeit als New Yorks Bürgermeister hatte er einen umfassenden Modernisierungsplan auf den Weg gebracht um für eine nachhaltigere Entwicklung der Stadt zu sorgen. Darunter vielen zum Beispiel die Umwandlung der städtischen Taxis zu Hybridwagen und das jeder New Yorker nicht weiter als 10 Minuten Fußweg entfernt von einem Park wohnen solle.

Was würde Bloombergs Kandidatur bedeuten?

Bloomberg und dessen Berater sollen bereits mehrere prominente Vertreter der Demokraten kontaktiert haben, um ihnen mitzuteilen, dass der Medienunternehmer ernsthaft erwäge, zu kandidieren, hieß es. Demnach soll Bloomberg außerdem Mitarbeiter in den US-Bundesstaat Alabama geschickt haben, um die nötigen Formalitäten zu erledigen. Dort läuft an diesem Freitag eine Anmeldefrist für Bewerber aus.

Sollte sich Bloomberg zu einer Kandidatur entschließen, tritt er einem Feld von 17 Demokraten bei. Laut Umfragen haben vier von ihnen Chancen gegen Trump anzutreten. Die US-Senatoren Elizabeth Warren und Bernie Sanders, die für eine linksgerichtete Politik stehen, sowie der frühere Vize-Präsident Joe Biden und Bürgermeister Pete Buttigieg aus Indiana, die eine eher gemäßigte Linie verfolgen.

Bloombergs Kandidatur würde eine unmittelbare ideologische Herausforderung für den ehemaligen Vizepräsidenten Joe Biden darstellen, der als gemäßigt gilt und darauf hofft, Unabhängige und Republikaner für sich gewinnen zu können, die gegenüber Trump abgeneigt sind.

Für Elizabeth Warren könnte seine Kandidatur jedoch die Stimmen aus den linken Rändern bestärken, sie hat bereits kurz nach Bekanntwerden der Pläne kritisiert, dass ein weiterer Milliardär im Rennen um die Präsidentschaft nicht das sei, was die Leute wollen.

Die Sprecherin des US-Präsidialamtes zeigte sich gelassen. „Es ist am Ende also egal, wer gegen ihn [Trump] antritt – der Präsident wird gewinnen“, sagte Stephanie Grisham dem Sender Fox News.

Bloombergs Ambitionen für das höchste US-Amt sind nicht ganz neu

Bloomberg hatte noch im März eine Kandidatur ausgeschlossen. „Ich glaube, ich würde Donald Trump schlagen“, hieß es in einer damals verbreiteten Stellungnahme. „Aber ich habe einen klaren Blick dafür, dass es schwierig ist, in einem solch großen Feld der Demokraten die Nominierung zu schaffen.“

Bloomberg hatte bereits 2016 eine Kandidatur erwogen, um einen Sieg Donald Trumps zu verhindern, seine Pläne dann jedoch wieder verworfen. Er hatte sich jedoch für die damalige Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton ausgesprochen und Trump als „Betrüger“ bezeichnet.

Die parteiinternen Vorwahlen, bei denen die Demokraten ihren Kandidaten für die Wahl im November 2020 festlegen, beginnen im Februar. Mit 77 Jahren wäre Bloomberg der zweitälteste Kandidat der Demokraten. Sanders ist 78, Biden 76 und Warren 70. US-Präsident Trump von den Republikanern ist 73 Jahre alt.

onvista-Redaktion/dpa-AFX/reuters

Titelfoto: lev radin / Shutterstock.com

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