Morphosys erwartet 2021 Umsatzeinbruch - Aktie unter Druck

Reuters

Frankfurt (Reuters) - Nach dem Umsatz- und Ergebnissprung im vergangenen Jahr verschreckt Morphosys mit schwachen Aussichten.

2021 könnte sich der Umsatz mehr als halbieren und das Biotechunternehmen operativ wieder in die Verlustzone rutschen. An der Börse kam das am Dienstag nicht gut an: Morphosys-Aktien waren mit einem Minus von mehr als zehn Prozent größter Verlierer im Nebenwerteindex MDax, zeitweilig brachen die Papiere um fast 15 Prozent ein. "Bei Morphosys hat der Ausblick erstmal die Anleger verschreckt", sagte ein Händler.

Für dieses Jahr erwartet Morphosys einen Umsatz von 150 bis 200 Millionen Euro. 2020 waren die Erlöse noch auf knapp 328 (2019: 71,8) Millionen Euro gestiegen. Davon stammt allerdings der Löwenanteil von fast 256 Millionen Euro aus Umsätzen aus der Partnerschaft mit dem US-Pharmakonzern Incyte, mit dem Morphosys eine Kooperations- und Lizenzvereinbarung zur Vermarktung des Krebsmittels Monjuvi vereinbart hatte.

In diesem Jahr hat Morphosys zwar auch schon eine Meilensteinzahlung seines Partners GlaxoSmithKline über 16 Millionen Euro sicher. Daneben habe das Unternehmen aber keine weiteren größeren Meilensteinzahlungen in seiner Prognose für 2021 eingeplant, sagte Vorstandschef Jean Paul Kress zu Reuters. Auch seien keine Einnahmen aus einer großen Lizenzvereinbarung wie mit Incyte enthalten. "Wir rechnen mit einer größeren Spannbreite, da die Produktumsätze im ersten Jahr nach Markteinführung stärker schwanken können und die Corona-Pandemie Prognosen schwieriger macht."

Die Erlöse sollen unter anderem aus dem Krebsmittel Monjuvi kommen, das Morphosys in den USA zusammen mit Incyte vermarktet und das dort im vergangenen Jahr auf den Markt kam. Ferner rechne das Management mit Tantiemen aus dem Arthritismittel Tremfya des Pharmakonzerns Johnson & Johnson, der auf Basis der Technologie von Morphosys entwickelt wurde. Da Morphosys viel Geld in Forschung und Entwicklung investiert, rechnet Kress in diesem Jahr mit betrieblichen Aufwendungen von bis zu 385 Millionen Euro.

Eine Ergebnisprognose nannte der Firmen-Chef nicht. Nach Einschätzung von Händlern ist aber ein hoher operativer Verlust zu erwarten. 2020 hatte sich das operative Ergebnis noch auf mehr als 27 Millionen Euro verbessert, nach einem Verlust von 108 Millionen Euro im Jahr davor. "Wir sind im Investitionsmodus, sowohl für die erfolgreiche Vermarktung von Monjuvi in den USA als auch für den weiteren Ausbau unserer Forschungs- und Entwicklungspipeline. Kurzfristig sind keine schwarzen Zahlen zu erwarten", sagte Kress.

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