Nachhaltigkeit: Das sind die günstigsten grünen ETFs

Fundresearch

Finanzberater, die ihren Kunden günstige, nachhaltige Indexprodukte empfehlen möchten, finden eine immer größere Auswahl vor. In Deutschland sind derzeit 110 Aktien- und 35 Renten-ETFs zum Vertrieb zugelassen, die Umwelt-, Sozial- und Governance-Themen (ESG) berücksichtigen - Tendenz stark steigend. Allein in den beiden vergangenen Jahren wurden einer Erhebung der Ratingagentur Scope zufolge 79 ESG-ETFs neu aufgelegt. 

Damit ist das Segment im Gesamtmarkt immer noch verhältnismäßig klein. Doch das Wachstum in diesem Bereich ist durch die Nachhaltigkeits-Initiativen der Europäischen Union bereits vorgezeichnet: In den kommenden Jahren werden Nachhaltigkeitskriterien für die Bewertung von Investmentprodukten immer wichtiger. Letztlich werden ausnahmslos alle Fonds und ETFs einen Stempel erhalten, der darüber Auskunft gibt, wie „grün“ das jeweilige Produkt ist. Die Unterscheidung zwischen ESG-konformen und klassischen ETFs, wie sie aktuell geschieht, wird damit auf lange Sicht verschwinden. Ein Effekt dieser Entwicklung lässt sich derzeit schon beobachten: Die Performance von ESG-Fonds und ETFs verbessert sich schon aufgrund der höheren Nachfrage. Gleichzeitig sinken die Preise.  

Je strenger der ESG-Index, desto besser die Performance 

So ist laut einer aktuellen Studie von Scope Analysis die Performanceentwicklung der MSCI-Indizes, bei denen ESG-Kriterien für die Zusammensetzung berücksichtigt werden, kurz-, mittel- und langfristig besser ist als die des konventionellen MSCI World-Index. Zum Teil ist es sogar so, dass sowohl die Wertentwicklung als auch die Volatilität von ESG-Indizes umso besser sind, je strikter deren Nachhaltigkeitskriterien sind. Mit Sicht auf 12 zwölf Monate bis Oktober 2019 überzeugte bei der Scope-Untersuchung der strengste Index, der MSCI World Select SRI sogar eine deutliche Outperformance gegenüber allen anderen Indizes.

Die Kosten für neue ESG-Produkte sinken

Bemerkenswert ist auch die Entwicklung der Kosten. Der Trend zeigt deutlich erkennbar abwärts. Vereinfacht lässt sich sagen: Je jünger ein ETF ist, desto preiswerter ist er. So lagen die durchschnittlichen laufenden Kosten der sieben nachhaltigen passiven Fonds, die 2007 starteten, bei 0,64% er annum. Die im vergangenen Jahr aufgelegten ETFs wurden mit einer durchschnittlichen Kostenbelastung von nur noch 0,24 Prozent in den Markt geschickt. Eine Übersicht über die preiswertesten Aktien-ETFs mit ESG-Indizes über alle Anlageregionen zeigt, dass die Nachhaltigkeits-ETFs der neuen Generation preislich mit klassischen ETFs gut mithalten können.

Einzig beim Thema Schwellenländer sind erhöhte Kosten für ESG-Aktienindexprodukte noch zu spüren. Dass grüne Renten-ETFs sogar teurer sind als ihre jeweiligen Aktien-Pendants, macht deutlich, wie sehr verstärkter Konkurrenzdruck auf die Preise einwirkt. Bei derzeit nur 35 Renten-ETFs mit Nachhaltigkeitsansatz können es sich die Anbieter offensichtlich erlauben, die Anleger verstärkt zur Kasse zu bitten. Zur Veranschaulichung: Bei klassischen Renten-ETFs bewegen sich die Gebühren der günstigsten Anbieter unterhalb vom 0,1 Prozent per annum. Bei ESG-Produkten liegt die Einstiegsmarke für die laufenden Kosten bei 0,15 Prozent und damit mehr als 50 Prozent höher. 

Allerdings hat das Geschäft mit Green Bonds und damit auch der ETFs in diesem Segment gerade erst richtig Fahrt aufgenommen. Es ist deshalb anzunehmen, dass sich die Preise für ESG-konforme Renten-ETFs ähnlich entwickeln werden wie die ETFs im Aktienbereich. Tendenz: fallend.

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