Netflix erhöht die Preise: Warum das eine gute Nachricht für Investoren ist

Fool.de · Uhr

Der Streaming-Inhalte-Pionier Netflix hat letzte Woche in aller Stille die Preise in den USA und Kanada erhöht. Millionen von Menschen strömten während der Pandemie zu dem Dienst, da sie plötzlich mehr Zeit zu Hause verbrachten. Das führte zu einem Anstieg der Nachfrage nach Unterhaltungsangeboten für zu Hause und Netflix profitierte davon. Aber Netflix ist nicht allein: Nach einem mehrjährigen Vorsprung muss sich Netflix nun mit mehreren großen Konkurrenten auseinandersetzen.

Daher hat die Ankündigung von Netflix, die Preise zu erhöhen, weitreichende Auswirkungen. Schauen wir uns genauer an, warum dies eine gute Nachricht für Investoren ist.

Netflix ist entschlossen, keinen Preiskrieg zu beginnen

Netflix kündigte an, dass die Kosten für einen Basis-Tarif um 1 US-Dollar auf 9,99 US-Dollar pro Monat, für den Standard-Tarif um 1,50 US-Dollar auf 15,49 US-Dollar pro Monat und für den Premium-Tarif um 2 US-Dollar auf 19,99 US-Dollar pro Monat steigen werden. Die Erhöhungen zementieren Netflix als Premium-Dienst im Vergleich zu anderen Streaming-Anbietern weiter. Darin liegt eine der wichtigsten Auswirkungen der Preiserhöhungen: Netflix will nicht über den Preis konkurrieren.

Netflix ist mit fast 225 Millionen zahlenden Abonnenten zweifellos der Marktführer in der Streamingbranche. Netflix hätte die Preise senken können, wenn es die Konkurrenz daran hindern wollte, sich in der Branche durchzusetzen. Diese Entscheidung hätte zu jahrelangen Kämpfen mit finanziell stärkeren Konkurrenten führen können. Es ist unklar, wer einen solchen Kampf gewinnen würde, aber er wäre für alle Beteiligten teuer.

Nach der im Oktober 2020 angekündigten Preiserhöhung zeigen die jüngsten Preiserhöhungen, dass Netflix keinen Preiskrieg anzetteln will.

Netflix ist zuversichtlich, dass die Kunden dabei bleiben werden

Außerdem dürfte Netflix durch die Erhöhung der Mitgliedschaftspreise mehr Geld für Inhalte zur Verfügung haben. Dies ist ein Wettbewerbsvorteil für Netflix. Wenn Netflix die meisten Abonnenten hat, kann es mehr Geld für Inhalte ausgeben. Das liegt daran, dass das Unternehmen die Kosten auf eine breitere Basis verteilen kann. Wenn Netflix zum Beispiel die Preise für 200 Millionen Mitglieder um einen US-Dollar pro Monat erhöht, würde das zusätzliche Einnahmen in Höhe von 200 Millionen US-Dollar pro Monat und 2,4 Milliarden US-Dollar im Jahr bringen. Für 2,4 Milliarden US-Dollar kann Netflix eine Menge neuer Filme und Serien produzieren.

Zum Vergleich: In den neun Monaten bis zum 30. September hat Netflix 12 Milliarden US-Dollar für Inhalte ausgegeben. Zur gleichen Zeit war Netflix auf dem Weg zu einem Jahresumsatz von 30 Milliarden US-Dollar. Wenn die Preiserhöhung nicht dazu führt, dass zu viele Leute ihr Abonnement kündigen, wird sie die Einnahmen noch weiter steigern.

Insgesamt setzt Netflix darauf, dass seine Kunden bereit sind, höhere Preise zu zahlen, weil sie das Gefühl haben, dass sie einen guten Gegenwert erhalten. Bislang hat sich das bewahrheitet. Netflix hat seinen Umsatz von 3,2 Milliarden US-Dollar im Jahr 2011 auf 25 Milliarden US-Dollar im Jahr 2020 gesteigert. Gleichzeitig ist der Betriebsgewinn von 376 Millionen US-Dollar auf 4,6 Milliarden US-Dollar gestiegen. Die von Netflix angekündigte Preiserhöhung sollte den Aktionären die Gewissheit geben, dass die Strategie des Unternehmens funktioniert, dass der Wettbewerb kein großes Problem darstellt und dass Netflix seine Führungsposition im Bereich Streaming-Inhalte weiter ausbauen kann.

Der Artikel Netflix erhöht die Preise: Warum das eine gute Nachricht für Investoren ist ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Dieser Artikel wurde von Parkev Tatevosian auf Englisch verfasst und am 20.01.2022 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Netflix.

Motley Fool Deutschland 2022

Foto: The Motley Fool