Netflix, Zalando, Secunet und Siemens Gamesa reißt Siemens Energy mit in die Tiefe – die wichtigsten News zum Börsenstart

onvista · Uhr (aktualisiert: Uhr)

Es geht gruselig in den letzten Tag der Woche. Der Dax fällt zu Handelsbeginn 1,32 Prozent und kann die Marke von 15.700 Punkten so gerade halten. In den USA haben die Technologie-Werte wieder ordentlich verloren. Die Zahlen von Netflix dürften die Lage auch nicht gerade verbessern. Der Streaming-König macht immer den Auftakt unter den  FANG-Aktien. Der Ausblick auf das Wachstums der Abonnenten hat die Anleger besonders erschreckt und die Aktie nachbörslich rund 20 Prozent in die Tiefe geschickt.

Da heute zudem noch kleiner Verfallstag ist könnte sich der ein oder andere Absturz etwas übertrieben präsentieren. In der aktuell Marktphase spielt das allerdings keine große Rolle. Als Anleger möchte man gerade einfach nur seine Koffer packen und weglaufen. Panik war allerdings immer ein schlechter Ratgeber.

Siemens Energy: Tochter trübt auch die Zahlen der Mutter ein

Nach enttäuschenden Quartalszahlen seiner Windkraft-Tochter Siemens Gamesa hat auch der Dax-Konzern Siemens Energy seine Erwartungen an das laufende Jahr gesenkt. Die um Währungsumrechnungs- und Portfolioeffekte bereinigte Umsatzentwicklung zum Vorjahr werde 2022 bei minus zwei bis plus drei Prozent liegen, teilte das Unternehmen am späten Donnerstagabend mit. Bisher war Siemens Energy von minus ein bis plus drei Prozent ausgegangen.

Bei der angepassten Ebita-Marge (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) vor Sondereffekten geht das Unternehmen nun von plus zwei bis plus vier Prozent aus (zuvor +3 bis +5%). Die entsprechende Prognose für 2023, die bisher bei 6,5 bis 8,5 Prozent liegt, soll zudem überprüft werden.

An der Börse kam dies nicht gut an. Auf der Handelsplattform Tradegate sackte der Aktienkurs von Siemens Energy in einer ersten Reaktion um drei Prozent ab. Siemens Gamesa verloren zweieinhalb Prozent.

Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2022 war der Umsatz bei Siemens Energy um 11,4 Prozent zum entsprechenden Vorjahreszeitraum auf knapp 6 Milliarden Euro gesunken. Der vom Unternehmen angegebene Analystenkonsens lag bei 6,3 Milliarden Euro. Der Auftragseingang legte um 10,1 Prozent auf 8,3 Milliarden Euro zu. Hier hatten die Experten weniger erwartet.

Das angepasste Ebita vor Sondereffekten lag bei minus 63 Millionen Euro (VJ: 366). Die Marke betrug minus 1,1 Prozent (VJ: +5,6). Experten hatten hingegen mit einem positiven Ergebnis gerechnet.

Auch die Tochter Siemens Gamesa verfehlte insgesamt die Markterwartungen. Zudem senkte der Windkraftexperte ebenfalls seine Erwartungen an das Gesamtjahr. So rechnet das Unternehmen beim Umsatz nun mit einem Rückgang um zwei bis neun Prozent. Zuvor hatte man ein Minus von zwei bis sieben Prozent erwartet.

Beide Aktie stehen zu Handelsbeginn kräftig unter Druck.

Zalando: Aktienrückkaufprogramm kommt 

Der Online-Modehändler Zalando will bis zu 2,2 Millionen eigene Aktien zurückkaufen. Dafür sollen bis zu 200 Millionen Euro ausgegeben werden, wie das Dax -Unternehmen am späten Donnerstagabend mitteilte. Die Papiere sollen für das Aktienoptionsprogramm von Zalando für Mitarbeiter und Vorstände verwandt werden. Nachbörslich kam die Nachricht noch gut an. Heute morgen sieht die Lage allerdings schon wieder anders aus. Die Aktie startet mit einem Minus von mehr als einem Prozent in den Handelstag.

Secunet: Gesenkte Prognose leicht übertroffen

Der IT-Sicherheitsdienstleister  ist 2021 in der Corona-Pandemie gewachsen. Das SDax-Unternehmen steigerte den Jahresumsatz um 18 Prozent auf 337,6 Millionen Euro, wie es am Freitag in Essen nach vorläufigen Berechnungen mitteilte. Prognostiziert hatte Secunet einen Umsatz von rund 330 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) stieg um 24 Prozent auf 63,9 Millionen Euro.

Die im November ausgegebene Prognose für 2022 bestätigte Secunet. Der Umsatz soll demnach auf 320 Millionen Euro sinken und das operative Ergebnis auf rund 50 Millionen Euro fallen. Den Geschäftsbericht für 2021 will das Management am 25. März vorlegen.

Die Zahlen kommen heute nicht gut an. Die Aktie knickt um mehr als 6 Prozent ein und die Erholung der vergangenen Handelstage ist damit fast schon wieder komplett aufgezehrt.

Netflix: Ausblick lässt Aktie kräftig fallen 

Der Streaming-Marktführer rechnet nach dem Corona-Boom nur noch mit schwachem Nutzerwachstum. Für das laufende Quartal erwartet das Unternehmen lediglich 2,5 Millionen neue Kunden, wie es am Donnerstag nach US-Börsenschluss in Los Gatos mitteilte. Damit blieb Netflix deutlich unter den Prognosen der Analysten. Die Aktie stürzte nachbörslich zunächst um 16 Prozent ab.

Im letzten Vierteljahr 2021 legte die weltweite Anzahl der Abonnenten dank Streaming-Hits wie „Squid Game“ und „Don’t Look Up“ noch um gut acht Millionen auf insgesamt knapp 222 Millionen zu. Finanziell lief es zuletzt weiter rund: Im Schlussquartal stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahreswert um 16 Prozent auf 7,7 Milliarden Dollar. Der Gewinn wuchs um rund zwölf Prozent auf 607 Millionen Dollar (537 Mio Euro).

Nachbörslich ist die Aktie um etwas mehr als 20 Prozent eingebrochen.

Redaktion onvista / dpa-AFX

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