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Neue Spannungen zwischen China und Kanada

Reuters

Peking (Reuters) - Ein Todesurteil gegen einen kanadischen Staatsbürger hat zu neuen Spannungen im Verhältnis zwischen China und Kanada geführt.

Das Außenministerium in Peking wies am Dienstag Kritik des kanadischen Ministerpräsidenten Justin Trudeau an dem Urteil in scharfer Form zurück. Die Äußerungen Trudeaus seien "sehr unbefriedigend", sagte Ministeriumssprecherin Hua Chunying. Kanada müsse endlich die Souveränität Chinas akzeptieren und auf Bemerkungen wie die Trudeaus verzichten, forderte sie.

Trudeau hatte zuvor von einem Willkürurteil gegen seinen Landsmann Robert Schellenberg gesprochen. Der Mann war am Montag wegen des Schmuggels von mehr als 200 Kilogramm Drogen zum Tode verurteilt worden.

Das Verhältnis beider Länder ist bereits wegen der Verhaftung der Finanzchefin des chinesischen Technologiekonzerns Huawei, Meng Wanzhou, gespannt. Sie war auf US-Antrag in Kanada festgenommen worden und befindet sich derzeit gegen eine Millionen-Kaution auf freiem Fuß. Am 6. Februar muss sie erneut vor Gericht erscheinen.

MENSCHENRECHTLER KRITISIEREN URTEIL GEGEN KANADIER

Kurz nach ihrer Festnahme inhaftierte China zwei Kanadier unter dem Vorwurf der Gefährdung der Sicherheit des Staates. Bei ihnen handelte es sich um einen früheren Diplomaten und einen Wirtschaftsberater. Das Todesurteil gegen Schellenberg markiert die jüngste Belastung der bilateralen Beziehungen.

Schellenberg war in Kanada bereits mehrfach wegen Drogendelikten mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Ein hartes Durchgreifen bei Drogenvergehen in China ist durchaus üblich. In diesem Zusammenhang gab es auch bereits mehrfach Todesurteile gegen Ausländer. Auffällig ist jedoch der zeitliche Zusammenhang des Urteils mit den zunehmenden Spannungen zwischen China und Kanada.

Festgenommen wurde Schellenberg bereits 2014. Gegen eine Verurteilung zu 15 Jahren Haft legte er Berufung ein. In dem folgenden Verfahren wurde nun das Todesurteil verhängt. Sein Anwalt hält dies für ungerechtfertigt, weil die Staatsanwaltschaft keine neuen Beweise vorgelegt habe. Menschenrechtsgruppen kritisierten das Urteil als zu hart und möglicherweise politisch motiviert.

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