Neue Studie zeigt, dass 99 % der Ärzte Naturarzneimittel für Kinder empfohlen haben

BUSINESS WIRE
  • 76 % der Ärzte haben auch homöopathische Medikamente für Kinder empfohlen
  • Ärzte sprachen sich für den Einsatz komplementärer und alternativer Medikamente (CAM) aus, mit denen sie im Vergleich zu herkömmlichen Medikamenten ein geringeres Risiko von Nebenwirkungen verbanden
  • Die an der Studie beteiligten Ärzte meldeten einen stärkeren Einsatz komplementärer und alternativer Medikamente (CAM) als herkömmliche Medikamente

Eine neue internationale Studie1, an der 582 Kinderärzte teilnahmen, wurde heute veröffentlicht. Sie kam zu dem Ergebnis, dass fast alle teilnehmenden Ärzte im vergangenen Jahr mindestens ein komplementäres bzw. alternatives Medikament2 (CAM) für Kinder verschrieben oder empfohlen haben. 99 % der Ärzte, die an der Studie Usage and attitudes towards homeopathy and natural remedies in general paediatrics: a cross-country overview (Einsatz und Einstellungen zur Homöopathie und zu Naturarzneimitteln in der allgemeinen Kinderheilkunde: ein länderübergreifender Überblick) teilgenommen hatten, haben Naturheilmittel empfohlen; 76 % der Ärzte haben homöopathische Medikamente empfohlen. Der Leiter der Studie, Professor André-Michael Beer, Klinikdirektor der Klinik für Naturheilkunde an der Klinik Blankenstein im Ruhrgebiet, merkt dazu Folgendes an: „Empirische Daten weisen auf eine vermehrte Verschreibung von Naturarzneimitteln bei Kindern hin. Doch diese Studie zeigt uns erstmalig die fast uneingeschränkte Akzeptanz der komplementären Medizin und die Faktoren, welche die Entscheidungsfindung seitens der Ärzte beeinflussen.“

Die Nebenwirkungen im Vergleich zu herkömmlichen Medikamente waren für die Ärzte ein entscheidender Faktor für ihre Entscheidungsfindung: Homöopathische Präparate wurden von 70 % der teilnehmenden Ärzte mit einem geringeren Nebenwirkungsrisiko assoziiert, bei Naturarzneimitteln waren es 60 % der Teilnehmer. Dr. María Pilar Riveros-Huckstadt, eine Kinderärztin am Centro de Salud La Cala im spanischen Mijas Costa, fügt hinzu: „In der Kinderheilkunde ist es von Vorteil, wenn die Ärzte bei weniger ernsthaften Erkrankungen wie exzessivem Schreien im Säuglingsalter oder beim Zahnen die Möglichkeit haben, auf andere Optionen wie etwa die Homöopathie oder Naturarzneimittel zurückzugreifen, bei denen die möglichen Nebenwirkungen herkömmlicher Medikamente ausgeschlossen sind. Diese Naturarzneimittel sind wirksam und können die Lebensqualität von Kleinkindern und deren Familien steigern.“

Für welche Erkrankungen werden komplementäre und alternative Medikamente empfohlen?

Die Studie zeigte, dass das Zahnen eine zentrale Indikation für die Homöopathie ist: 37 % der Ärzte meldeten einen häufigen Einsatz. 53 % der Ärzte sprachen sich bei Infektionen der oberen Atemwege häufig für Naturarzneimittel aus, 45 % bei exzessivem Schreien im Säuglingsalter und 33 % bei Schlafstörungen.

Stärkere Nutzung komplementärer und alternativer Medikamente als herkömmlicher Arzneimittel

Die Studie, die heute in der renommierten Fachzeitschrift Global Paediatric Health veröffentlicht wurde, bestätigt ein weltweit gestiegenes Interesse3-15 an alternativen Heilmitteln für Kinder. Die Studie zeigt, dass komplementäre und alternative Medikamente sogar häufiger als herkömmliche Arzneimittel eingesetzt werden. Komplementäre und alternative Medikamente – dazu zählten in dieser Studie Vitamine, Mineralien und Nahrungsergänzungsmittel, die Phytotherapie (Extrakte natürlichen Ursprungs) und die Homöopathie – machten 57 % der Empfehlungen der Ärzte aus, im Vergleich zu 43 % der Empfehlungen von Ärzten für herkömmliche Arzneimittel im selben Zeitraum.

Auswirkungen persönlicher Erfahrungen mit komplementären und alternativen Medikamenten auf die Verschreibungspraxis

Die von Ärzten praktizierte eigene Anwendung komplementärer und alternativer Medikamente war ein Indikator für die Bereitwilligkeit, diese Heilmittel ihren Patienten im Kindesalter zu verschreiben bzw. zu empfehlen. (In den 24 Monaten vor der Studie hatten 53 % der Ärzte selbst Naturheilmittel, 66 % der Ärzte Nahrungsergänzungsmittel und 43 % homöopathische Präparate genutzt.) Silvia Salatino, International Professional Services Manager bei der Deutschen Homöopathie-Union (DHU), äußert sich dazu folgendermaßen: „Es ist bemerkenswert, dass die Ärzte, die an der Studie teilnahmen und selbst komplementäre und alternative Medikamente nutzen, diese mit höherer Bereitwilligkeit auch ihren Patienten empfehlen. Sie wissen aus eigener Erfahrung, dass diese Medikamente wirksam sind. Häufig sind die Skeptiker gegenüber komplementären und alternativen Medikamenten diejenigen, die diese noch nie selbst ausprobiert haben.“

Elterliche Werte beeinflussen die Empfehlungen der Ärzte

81 % der Kinder- und Hausärzte, die an der Studie teilnahmen, gaben an, dass sie mit Eltern gerne über komplementäre und alternative Medikamente sprächen und dass die Werte der Eltern die Ärzte in hohem Maße beeinflussten. Dr. Riveros-Huckstadt erläutert: „Ärzte sollten sich nicht scheuen, über die Vielzahl unterschiedlicher Heilungskonzepte – herkömmlicher und naturheilkundlicher Art – zu sprechen, damit die Eltern gut informiert eine Entscheidung treffen können, die den individuellen Anforderungen des Kindes entspricht.“

  • 52 % der an der Studie beteiligten Ärzte meldeten, dass sie für Kinder von Eltern, welche selbst natürliche bzw. homöopathische Arzneimittel bevorzugen, komplementäre und alternative Medikamente empfohlen hatten.
  • In allen Ländern empfahlen deutlich mehr Ärzte komplementäre und alternative Medikamente, wenn die Eltern Vorbehalte gegenüber herkömmlichen Arzneimitteln geäußert hatten. Die elterlichen Sorgen im Hinblick auf Nebenwirkungen (51 %) und auf die Wirksamkeit herkömmlicher Arzneimittel (39 %) beeinflussten die Ärzte bei ihren Empfehlungen.
  • Interessanterweise empfahl jeder fünfte Arzt (21 %) ein Naturarzneimittel bzw. ein homöopathisches Medikament, wenn die Eltern einen höheren Bildungsstand hatten.

Anerkennung der Vorteile der Homöopathie

Vier von fünf Teilnehmern sagten aus, dass sie bei Erkrankungen von Kindern alle möglichen Therapien und nicht nur die Schulmedizin in Betracht zögen. 95 % der an der Studie teilnehmenden Ärzte stimmten den Prinzipien der komplementären Medizin zu: der Integration von komplementären und alternativen Medikamenten sowie von herkömmlichen Arzneimitteln. Die Vorteile, die die Nutzung der Homöopathie bringt, wurden positiv beurteilt:

  • Mehr als 75 % der Ärzte, die an der Studie teilnahmen, hatten bereits homöopathische Medikamente für Kinder empfohlen.
  • Mehr als die Hälfte (51%) stimmte zu, dass die Homöopathie die Genesung verbessern und Symptome lindern könne.
  • Die Studie zeigte, dass für die Empfehlung homöopathischer Medikamente die Überzeugung der Ärzte den Ausschlag gab, dass diese ein geringeres Risiko von Nebenwirkungen aufwiesen (70 %).

-ENDE-

Verweise

1. Beer, Burlaka, Buskin et al. Usage and attitudes towards homeopathy and natural remedies in general paediatrics: a cross-country overview. Global Pediatric Health. 2016: 1-8

2. Der Begriff „Komplementär- und Alternativmedizin“, auch als „CAM“ bezeichnet, beschreibt zwei unterschiedliche Dinge. Die Komplementärmedizin wird als Heilkunde abseits des Mainstreams definiert, die zusammen mit der Schulmedizin eingesetzt wird. Die Alternativmedizin hingegen wird als Heilkunde abseits des Mainstreams definiert, die anstatt der herkömmlichen Medizin eingesetzt wird. Zur Komplementär- und Alternativmedizin zählen Naturprodukte (wie etwa Probiotika, Kräuter, Vitamine/Mineralien und homöopathische Präparate) sowie Methoden für Geist und Körper (wie etwa Akupunktur, Massage und Meditation). Informationsquelle: US-amerikanische Behörde „National Center for Complementary and Integrative Health“. Letzter Zugriff im Mai
2015: https://nccih.nih.gov/health/integrative-health

3. Adams D., Dagenais S., Clifford T. et al. Complementary and alternative medicine use by pediatric specialty outpatients. Pediatrics. 2013;131:225-232.

4. Barnes P.M., Bloom B., Nahin R.L. Complementary and alternative medicine use among adults and children: USA, 2007. Natl Health Stat Report. 2008;(12):1-23.

5. Cuzzolin L., Zaffani S., Murgia V. et al. Patterns and perceptions of complementary/alternative medicine among paediatricians and patients’ mothers: a review of the literature. Eur J Paediatr. 2003;162:820-827.

6. Italia S., Wolfenstetter S.B., Teuner C.M. Patterns of complementary and alternative medicine (CAM) use in children: a systematic review. Eur J Paediatr. 2014;173:1413-1428.

7. Längler A., Zuzak T.J. Complementary and alternative medicine in paediatrics in daily practice—a European perspective. Complement Ther Med. 2013;21:26-33.

8. Vlieger A.M., van Vliet M., Jong M.C. Attitudes towards complementary and alternative medicine: a national survey among paediatricians in the Netherlands. Eur J Paediatr. 2011;170:619-624.

9. Weissenstein A., Straeter A., Villalon G., Luchter E., Bittmann S. High frequency of CAM use among children in Germany. J Altern Complement Med. 2012;18:729-730.

10. Zuzak T.J., Boňková J., Careddu D. et al. Use of complementary and alternative medicine by children in Europe: published data and expert perspectives. Complement Ther Med. 2013;21(suppl 1):34-47.

11. Ekins-Daukes S., Helms P.J., Taylor M.W., Simpson C.R., McLay J.S. Paediatric homoeopathy in general practice: where, when and why? Br J Clin Pharmacol. 2004;59:743-749.

12. Simpson N., Roman K. Complementary medicine use in children: extent and reasons. A population-based study. Br J Gen Pract. 2001;51:914-916.

13. Spigelblatt L. Homeopathy in the paediatric population. Paediatr Child Health. 2005;10:173-177.

14. Van Wassenhoven M., Goossens M., Anelli M. et al. Pediatric homeopathy: a prospective observational survey based on parent proxy-reports of their children’s health-related Quality of Life in six European countries and Brazil. Homeopathy. 2014;103:257-263.

15. Woolf A.D. Herbal remedies and children: do they work? Are they harmful? Pediatrics. 2003;113:1517-1521.

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