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Neue Verbündete? Deutsche Autobauer hoffen auf China

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Neue Verbündete? Deutsche Autobauer hoffen auf China

Die deutschen Autobauer setzen bei der Entwicklung von Elektro-Fahrzeugen und autonomen Fahren auf den chinesischen Markt.  Anlässlich des Staatsbesuchs des chinesischen Ministerpräsident Li Keqiang vereinbarten gleich mehrere Unternehmen strategische Partnerschaften und Investitionen in China. Für Volkswagen ist das Land ebenso wie für BMW und andere Autobauer der größte Einzelmarkt.

Li Keqiang sicherte den Autobauern am zweiten Tag seines Staatsbesuchs in Deutschland die Sicherheit ihrer Daten und Technologien zu. „Wir wollen eine Win-Win-Situationen erzeugen“, sagte er. Zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel informierte er sich über die Fortschritte deutscher Autobauer beim autonomen Fahren.  Auch die Bundeskanzlerin gab sich optimistisch: „Wir hoffen, dass der heutige Tag ein guter Tag ist“, sagte Merkel. Es gehe um eine offene, transparente Kooperation.

China bietet den weltgrößte Markt für E-Mobilität und ist ein Vorreiter, wenn es darum geht, einen Maßstab für den Verkauf von E-Autos zu setzen. Mit seiner Bevölkerung von mehr als 1,3 Milliarden Menschen steht China beispiellos für umfangreiche Datensammlungen der Regierung und großer IT-Firmen. Daher ist die Volksrepublik der ideale Standort, um autonomes Fahren und Künstliche Intelligenz zu entwickeln. Die Regierung in Peking setzt dabei den Zugang zu „Big Data“ als Lockmittel ein – mit Erfolg: viele deutsche Firmen bemühen sich um eine Zulassung. „Deutschland will weitere Märkte erschließen, gerade in China“, sagte Ministerpräsident Li. „Wir sind gerne bereit, Daten zur Verfügung zu stellen.“

Der Sorge deutscher Autobauer, dass die Technologie durch die gemeinsame Entwicklung in China bei der dortigen Konkurrenz landen könnte, trat Li entgegen. Er versprach eine „schonungslose Ahndung“ von Diebstahl geistigen Eigentums.  Deutschland und China hatten am Montag ein Rahmenabkommen dazu unterzeichnet. Li sagte, seine Regierung schaffe die Rahmenbedingungen, damit gemeinsam entwickelte fahrerlose Autos auf Chinas Straßen unterwegs sein dürfen.

Volkswagen möchte bis zum Jahr 2022 insgesamt 15 Milliarden Euro für Elektromobilität, autonomes Fahren und Digitalisierung bereitstellen, wie der Konzern am Dienstag mitteilte. Mit seiner Elektro-Offensive 2025 peilt der Konzern einen Absatz von 1,5 Millionen Fahrzeugen mit reinen Elektro- oder Hybridantrieben in China an. Mit dem Geld solle auch die Forschung und Entwicklung neuer Technologien finanziert werden. VW unterzeichnete anlässlich des Staatsbesuches von Li Keqiang eine Absichtserklärung, um die Zusammenarbeit mit seinem Partner FAW in China bei diesen Themen zu stärken. „Durch den Ausbau von Partnerschaften möchte der Volkswagen-Konzern seine Position im wichtigen chinesischen Markt stärken“, erklärte Vorstandschef Herbert Diess. In den nächsten sieben bis acht Jahren sollen 40 neue, lokal produzierte Elektro- oder Hybrid-Modelle der Marken VW, Audi, Skoda, Seat und aus dem Joint Venture mit dem chinesischen Elektro-Auto-Partner JAC auf den Markt gebracht werden.

BMW vereinbarte bei den Regierungskonsultationen ein 50:50-Joint Venture mit Great Wall. Das Gemeinschaftsunternehmen mit dem Namen „Spotlight Automotive Limited“ werde außer Elektro-Minis auch elektrische Fahrzeuge für Great Wall herstellen. Produziert werden soll am Firmensitz in der Provinz Jiangsu im Osten Chinas, wo ein Werk gebaut wird. BMW-Entwicklungschef Klaus Fröhlich sagte, die Produktion könne rasch hochgefahren werden. Great Wall ist vor allem für kompakte SUVs bekannt und aus BMW-Sicht ein passender Partner für Kleinwagen. Darüberhinaus sollen mit dem Suchmaschinengiganten und Technologiekonzern Baidu gemeinsame Projekte für autonomes Fahren ausgeloten werden.

Audi und der Telekommunikationsausrüster Huawei verabredeten derweil eine strategische Kooperation zur Weiterentwicklung von automatisiertem Fahren sowie der Vernetzung von Diensten rund ums Auto. „Unser Ziel ist die Verbesserung der Sicherheit und Optimierung des Verkehrsflusses für eine intelligente Stadt. In den Konzepten konzentrieren wir uns dabei zunächst auf den chinesischen Markt“, sagte Audi-China-Manager Saad Metz. Beispielsweise durch Datenverbindungen zwischen Auto und Ampeln sollen Fahrerassistenzsysteme besser werden. Audi und Huawei hatte diese im vergangenen Jahr in der Millionenstadt Wuxi  getestet.

Der Zulieferer und Reifenhersteller Continental will mit dem chinesischen Uber-Konkurrenten Didi elektrisch betriebene Taxi-Kleinwagen für Millionenmetropolen wie Peking und Shanghai entwickeln.

Auch die Amerikaner setzen im Konkurrenzkampf der Elektroautos auf China: Der Elektro-Auto-Pionier Tesla wird ein Werk in Shanghai bauen. Eine entsprechende Vereinbarung sei am Dienstag unterzeichnet worden, teilte die Stadtverwaltung mit. Jährlich sollen in dem Werk 500.000 Fahrzeuge hergestellt werden.

OnVista mit Material von dpa-AFX und Reuters

Foto: Nonnakrit / Shutterstock.com

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